Weihnachten: Fest der Geburt Jesu am 25. Dezember

Weihnachten - Geburt Jesu - pixelio.de - Egon Häbich
Weihnachten - Geburt Jesu - pixelio.de - Egon Häbich
Wie wird über das Ereignis der Geburt Jesu, das wir an Weihnachten feiern, in der Bibel von den vier Evangelisten berichtet?

Die Mehrheit der Christen feiert die Geburt Jesu am 25. Dezember: Weihnachten. Nur die orthodoxe Kirche begeht das Ereignis am 6. Januar, dem Fest "Erscheinung des Herrn". Was erzählen uns die Evangelisten in der Heiligen Schrift, im Neuen Testament, über die Geburt Jesu?

Die Geburt Jesu im Evangelium nach Lukas

In Kapitel 2, in den Versen 1 bis 20, berichtet der Evangelist Lukas über die Geburt Jesu. Es war die Zeit, in der Kaiser Augustus (63 vor Christi bis 14 nach Christi) befahl, dass sich alle Bewohner des Reiches für eine Volkszählung in Steuerlisten eintragen lassen. Josef zog deshalb mit seiner Verlobten, Maria, von Nazareth in Galiläa hinauf nach Bethlehem in Judäa. Bethlehem liegt etwa 150 Kilometer südlich und ist die Stadt Davids, das Geschlecht, aus dem Josef stammte. Er wollte sich dort mit Maria in die Steuerlisten eintragen lassen. Maria erwartete ein Kind. Als sie in Bethlehem angekommen waren, kam für Maria die Zeit der Niederkunft und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In der Nähe von Bethlehem verkündete ein Engel Hirten, die bei ihren Schafen auf freiem Feld lagerten, die Geburt des Kindes, die Geburt des Retters, des Messias, des Herrn. Das Kind sei in Windeln gewickelt und liege in einer Krippe. Nachdem er dies gesagt hatte, erschien eine große Zahl von Engeln und lobten Gott: "Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade". Die Hirten gingen sofort nach Bethlehem, um das neugeborene Kind, von dem der Engel berichtet hatte, zu sehen. Und so fanden sie Maria, Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Sie erzählten von den Ereignissen auf dem Feld und was der Engel ihnen über das Neugeborene gesagt hatte. Alle staunten über die Worte der Hirten. Dann gingen sie zu ihren Schafen zurück, lobten und priesen Gott für alles, was sie gesehen und gehört hatten.

Die Geburt Jesu im Evangelium nach Matthäus

Der Evangelist Matthäus beschreibt die Geburt Jesu wie folgt (Mt 1,18-25: 2,1-5, 10-11): Maria - mit Josef verlobt – war, ohne dass beide zusammen gekommen waren, schwanger geworden. Der gerechte Josef wollte sie nicht in der Öffentlichkeit bloß stellen und beabsichtigte, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Im Traum erschien ihm jedoch ein Engel, der ihm sagte, er solle Maria zur Frau nehmen, der Heilige Geist habe die Schwangerschaft bewirkt. Maria werde einen Sohn gebären, der den Namen Jesus erhalten solle, denn er werde sein Volk von den Sünden erlösen. Josef nahm Maria daraufhin zur Frau, der Sohn wurde geboren, er erhielt den Namen Jesus.

Nach dem Bericht von Matthäus kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und erkundigten sich bei König Herodes, wo der neugeborene König der Juden geboren sei. Sie hätten seinen Stern aufgehen sehen und wollten ihm huldigen. Nach dem ersten Schreck und einer Rücksprache bei den Schriftgelehrten, schickte er die Sterndeuter nach Bethlehem. Der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her. Über dem Ort, wo Jesus geboren war, blieb er stehen. Sie gingen in den Stall, sahen Maria mit dem Kind, knieten nieder und huldigten ihm. Als Geschenk brachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe mit.

Markus und Johannes schildern die Geburt nicht

Der Evangelist Markus erwähnt die Geburt Jesu nicht. Seine Berichte über Jesus beginnen mit seiner Taufe. - Der Evangelist Johannes beschreibt die Ereignisse in Bethlehem ebenfalls nicht. Im Prolog heißt es lediglich: "Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt." (Joh 1,9)

Die Evangelien sind keine Geschichtsbücher

Die vier Evangelien wollen grundsätzlich keine geschichtlichen Ereignisse schildern, sondern sind als Bücher der Verkündigung zu verstehen. Dies gilt auch für die Geburt Jesu. Das Wort "Evangelium" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Frohe Botschaft". Die Evangelisten verkünden die frohe Botschaft von der Geburt des Kindes und damit vom endgültigen Heil, das Gott durch Jesus Christus allen Menschen anbietet.

Viele Christen feiern an zwei Tagen

In Deutschland wird Weihnachten an zwei Tagen gefeiert: "1. Weihnachtstag, 2. Weihnachtstag" so steht es auf den meisten Kalendern. Tatsächlich feiern die römisch-katholische Kirche, die altkatholische sowie die evangelische Kirche am 2. Weihnachtstag den Festtag des Heiligen Stephanus, des ersten Martyrers der Kirche. Er bekannte sich zu Jesus und wurde wegen seiner Überzeugung gesteinigt. Im Gebet- und Gesangbuch der katholischen Kirche - dem "Gotteslob" - heißt es: "Dem großen Martyrer sei Ehre, dem ersten, der für Christus starb; der, blutend für des Heiles Lehre, die Siegerkrone sich erwarb (Lied 948 im Diözesanteils des Bistums Limburg).

Quelle: "Die Bibel – Einheitsübersetzung – Altes und Neues Testament", Lizenzausgabe für den Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, ISBN 978-3-451-28000-9

Lesen Sie auch: Weihnachten - ein Fest der Irrtümer?

und: Alle Jahre wieder: Familienstress und Trennung an Weihnachten

Bildnachweis: pixelio.de - Egon Häbich

Martin Leister, Martin Leister

Martin Leister - Ich gehöre zum Jahrgang 1955 und wohne im Rheingau. Von Beruf bin ich Dipl.-Finanzwirt und damit Beamter des Landes Hessen beim ...

rss