
- Weihnachtsmarkt in Passau: wie das duftet! - Johannes Flörsch
Weihnachtsduft – wie eigenartig! Mit einem Male versetzt uns ein Duft um Jahrzehnte zurück in Kindheitstage. Mit einem Mal hat dieser feine Geruch an unserer Erinnerung gerührt, die uns nostalgisch werden lässt, sentimental und romantisch. Sind nicht gerade Weihnachten und die Adventszeit solche Momente, in denen die Gedanken an Mutters Plätzchen zurückkehren? An die Räucherkerzen, die nur am Adventsonntag angezündet wurden, an den Duft von Glühwein und selbstgemachten Stollen? Mit ein paar Original-Zutaten (oder dem richtigen Ersatz) lässt sich auch heute noch jede Kindheitserinnerung an stille und tief verschneite Tage im Advent über die Nase heraufbeschwören …
Stimmung wie an Weihnachten: So helfen Kamin und Heizung
Stilecht wäre natürlich ein Spaziergang im Wald; aber wenn die Zeit dazu nicht reicht, kann man im Advent auch auf jedem Markt Tannenzweige kaufen. Befindet sich kein Markt in der Nähe, hilft der Gartenmarkt. Die Äste kann man im Kamin verbrennen, dann geben sie dieses würzige Aroma ab, das die gute Stube sofort viel wärmer erscheinen lässt. Wer keinen Kamin oder Kachelofen besitzt, kann die Äste auch auf die Heizkörper legen – der anheimelnde Duft zieht allemal durch den Raum!
Gewürze für den richtigen Weihnachtsduft
Alleine die Wörter zu lesen reicht schon aus, um in Weihnachtsstimmung versetzt zu werden: Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Macis (der Mantel der Muskatnuss), Nelken, Vanille, Piment, Sternanis und natürlich Zimt, sie alle bringen dieses besondere Flair ins Haus! Vielleicht, weil sie sonst eher selten zu riechen sind und dadurch noch immer so exotisch wirken wie in den Tagen, da sie aus fernen arabischen Ländern zu uns kamen?
Der Besuch in einem Fachgeschäft, einem Gewürzkaufhaus oder einem Gewürz Depot macht Appetit: Kaum hat man die Ladentür hinter sich geschlossen, fühlt man sich wie in einer Wolke aus zarten Düften. Die richtige Gewürzmischung zu finden wird hier zur Qual der Wahl. Gewürze kann man natürlich mittlerweile auch online im Internet kaufen.
Wer Gewürze nur in ihrer gemahlenen Version kennt, sollte auch einmal auf die natürlich vorkommende Variante zurückgreifen, zum Beispiel bei Vanilleschoten – Anregungen gibt der Kräuterspezialist. Offen auf eine Schale gelegt (oder in den selber gemachten Adventskalender gestreut), verströmen die Weihnachtsgewürze ihren typischen Duft ins ganze Haus – eine betörende Erfahrung, wenn man von draußen aus der Kälte ins Warme kommt!
Obst für den richtigen Duft an Weihnachten und Advent
Eine mit harten Nelken gespickte Orange sieht nicht nur fröhlich aus – sie riecht auch noch über die Maßen gut! Die Duftkombination aus citrusartigen und pfeffrig-säuerlichen Komponenten hält einige Tage an, dann beginnt, wenn es zu warm ist, das Obst zu gären. Wenn die Orange dunkel wird und hart, ist das insofern ein gutes (leider kein schönes) Zeichen, als dass sie jetzt ca. zwei bis drei Wochen Freude haben werden an dem sich langsam veflüchtigenden Duft. Kinder sind übrigens mit Begeisterung dabei, wenn es heißt: Spick die Orange!
Geriebene und getrocknete Zitronenschalen auf einen kleinen Teller gelegt, bringen eine frische Note in den Raum, und ein Bratapfel in der Röhre lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sein Duft ruft geradezu nach Zucker und Zimt!
Würzmischungen für den typischen Weihnachtsduft
Das Lebkuchengewürz besteht aus acht Zutaten, die alle oben bereits genannt wurden; manchmal kommt noch eine Prise Pfeffer hinzu. Ganz besonders intensiv breitet sich im Haus der Duft von Weihnachten aus, wenn man Glühwein auf dem Herd zubereitet. Glühweingewürz gibt es in den unterschiedlichsten Variationen; was ihnen zumeist einig ist, sind Zimt, Nelken, Zitrone, ab und zu noch Piment und Ingwerstückchen. Rezepte dazu finden sich auf vielen Kochseiten im Internet.
Ersatzmittel für den typischen Duft zu Weihnachten
Auf Gerüche und Düfte reagiert jeder Mensch anders. Nicht umsonst sagt man: „Der hat eine empfindliche Nase!“ Vielleicht aber ist genau das das Besondere am Weihnachtsduft: dass er im Grunde immer als angenehm empfunden wird. Wenn aber nun jemand allergisch reagiert auf Kardamom und Ingwer? Dann gibt es Ersatzstoffe, mit deren Hilfe sich das „Weihnachts-Feeling“ ebenso schön in der Nase ausbreitet.
Räucherkerzen oder auch Räucherkegel zum Beispiel gehören zu den intensivsten Dufterzeugern. Sie ähneln im Duft dem Weihrauch, und wenn sie aus dem Mund eines Räuchermännchens aus dem Erzgebirge treten, ist so manches Herz gerührt – und so manche Nase verführt …
Weihrauch lässt sich natürlich genauso verbrennen. Man benötigt nur Räucherkohle (die es erstaunlicherweise mittlerweile in vielen Buchhandlungen zu kaufen gibt mitsamt den verschiedensten Duftmischungen – und auf jedem Weihnachtsmarkt!) und streut dann das Duftgut auf die glimmende Kohle.
Essensduft zur Weihnachtszeit
Die Tradition will es so: Im Advent, besonders aber an Weihnachten, wird gekocht, gebraten und gebacken, was das Zeug hält! Und spätestens, wenn dann der warme Geruch einer gebratenen und mit Äpfeln gefüllten Gans durchs Haus zieht, ahnt die ganze Familie: „Das Christkind kommt sehr, sehr bald!“ (Hoffen wir nur, dass dann die richtigen Weihnachtsgeschenke parat stehen …)
Rund um Weihnachten: hilfreiche Links
Als Weihnachten einmal beinahe nicht stattfand. Eine wirklich wahre Weihnachtsgeschichte
Informativer Artikel über die Anwendung von Gewürzen, auch für die „Weihnachtsküche“
