Weihnachtliche Gewürze verführen und sind gesund

Köstlich saftige Lebkuchen, Spekulatius, Vanillekipferl und mehr

Weihnachtliche Gewürze schmecken und sind gesund - Elvira Lauscher
Weihnachtliche Gewürze schmecken und sind gesund - Elvira Lauscher
Jetzt kommt sie wieder, die Zeit der süßen Leckereien. Und wer kann ihm schon widerstehen, dem weihnachtlichen Gebäck mit seinen herrlichen und verlockenden Düften?

Was wäre die Weihnachtszeit ohne Düfte? Ohne den aromatischen Geruch von Glühwein, wenn man über den Weihnachtsmarkt bummelt, ohne saftige Lebkuchen, aromatische Spekulatius, nach Zimt und Marzipan riechende Bratäpfel und nach den selbstgebackenen Plätzchen von Oma oder aus dem eigenen Backofen. Weihnachten ist die Zeit der Sinne, der lieb gewonnenen und vertrauten Düfte. Nach Kerzenwachs und Tannennadeln, Holz im Ofen und auch nach dem Geruch vom frisch gefallenem Schnee an einem kalten Wintermorgen. Doch eine ganz besondere Wirkung haben die typischen weihnachtlichen Gewürze.

Weihnachtliche Gewürze verführen die Sinne und machen Appetit

Ohne diese würde uns etwas fehlen. Erst durch den Duft nach frischer Vanille haben wir Lust auf die Vanilleplätzchen. Und die Gewürze entwickeln ihren ganz eigenen olifaktorischen Zauber. Sie verführen nicht nur die Sinne, die sind dazu anregend und manchmal sogar aphrodisierend, schmecken lecker und hinterlassen einen langanhaltenden Geschmack auf unserer Zunge. Und obwohl die Weihnachtszeit mit den vielen Süßigkeiten meist auch auf der Waage seine Spuren hinterlässt – ein Trost bleibt: Die weihnachtlichen Gewürze sind gesund. Sie fördern nicht nur die Verdauung und lindern Völlegefühl, sie bieten ein ganzes Potpourri an positiven Wirkungen. Nicht umsonst waren sie früher einst so wertvoll wie Gold.

Zehn wichtige Gewürze und ihre positiven gesundheitlichen Wirkungen

  • Zimt ist wohl eines der bekanntesten süßen Gewürze, das meist aus Sri Lanka zu uns kommt. Dieses sogenannte Ceylon-Zimt ist auch mehr zu empfehlen als das billigere Cassia-Zimt aus China oder anderen Regionen. Die zehn bis fünfzehn Meter hohen Zimtbäume werden ständig geschält, um an die innere, wertvolle Rinde zu kommen, die mit Messingwerkzeugen abgelöst wird. Diese Rinde gibt es als gerollte Stangen oder als gemahlenen Zimt. Das in dieser Rinde enthaltene Öl Euganol regt die Durchblutung und den Appetit an, fördert die Fettverdauung und stoppt Bakterien und Hefepilze bereits im Mund. Selbst bei Magengeschwüren und um Blutzucker zu senken, findet Zimt Verwendung.
  • Die Muskatnuss kam ursprünglich von dem Muskatbaum auf der Insel Banda im Indischen Ozean, heute ein Teil von Indonesien. Es wird zwischen der Muskatnuss und der Blüte unterschieden, wobei die Nuss immer frisch gerieben werden sollte. Als Blüte nennt man das Gewürz Macis oder Muskatblüte und es ist meist im Glühwein oder in Lebkuchen zu finden. Aus der Macis wird übrigens das ätherische Öl, das Oleum Macidis, der Apotheker gewonnen. Beide, Blüte und Nuss, fördern die Galleproduktion in der Leber und helfen damit bei der Verdauung. Die Muskatnuss hat auch in Suppen oder zu Kartoffelgerichten und Käse seinen Einzug in die deutsche Küche gehalten.
  • Als Ursprungsland des Anis wird der Nahe Osten vermutet. Heute wird das Doldengewächs in vielen Ländern und sogar in Südeuropa angebaut. Die gesundheitsfördernde Wirkung ist schon seit der Bronzezeit bekannt. Anis findet seinen Einsatz sowohl in Form von Samenkörnern, als auch als gemahlenes Gewürz. Aufgrund des starken herb-süßlichen Aromas sollte man Anis sparsam dosieren. Er ist ein gutes Mittel gegen Husten, hilft bei Blähungen und Rheuma, entkrampft Magen und Darmwände und unterstützt damit die Verdauung. In Mittelmeerländern gibt es daher verdauungsanregende Anis-Alkoholika wie Raki, Ouzo oder Pernod. Eine Messerspitze Anis in warmer Milch mit Honig hilft übrigens beim Einschlafen.
  • Der Sternanis besticht durch sein schönes Aussehen und wird oft für Dekorationszwecke verwendet. Er kommt aus China und anderen Ländern Südostasiens und wird dort als fester Bestandteil des Fünf-Gewürz-Pulvers für viele Gerichte verwendet. Sternanis enthält das ätherische Öl Anethol und wird gegen Bauchweh, Husten und Rheuma eingesetzt. Er ist im Geschmack etwas bitterer als der normale Anis und findet daher zur Geschmacksabrundung in Keksen, Früchtebrot oder aber im herben, selbstgemachten Pflaumenmus seinen Einsatz.
  • Koriander ist ein liebliches und anisartiges Gewürz. Er findet sich, wie die meisten Weihnachtsgewürze gemahlen in Lebkuchen und Spekulatius wieder und darf auch nicht beim Ansetzen zum Anislikör fehlen. Er ist ein guter Helfer bei Völlegefühl und Durchfall. Das Gewürz enthält Korianderöl, das als echter Muntermacher und Geheimtipp gegen Migräne gilt. Er wird sowohl in Russland und Mitteleuropa angebaut, als auch von Nordafrika bis China und unterscheidet sich dabei in Größe und Gehalt des ätherischen Öls.
  • Die echte Vanille ist, im Gegensatz zum künstlich hergestellten und billigeren Vanillin-Aroma, an den braun-schwarzen Punkten zu erkennen. Diese Pünktchen stammen aus der Vanillestange und die echte Vanille gilt als Königin der Gewürze. Denn nicht nur die Herkunft ist einzigartig, auch Geschmack, Vielseitigkeit und die aphrodisierende und nervenstärkende Wirkung dieser schwarzen Aroma-Inseln machen die Vanille so beliebt. Angebaut wird die lianenhaft wachsende Kletterorchidee in Mexiko, Puerto Rico und Madagaskar. Ihre Samenschoten werden an der Längsseite aufgeschlitzt und das Mark wird zur Verwendung herausgeschabt.
  • Ingwer hilft bei der Fettverdauung. Es erwärmt und entspannt den Körper von innen und gilt als Geheimwaffe gegen Übelkeit. Doch nicht jeder kann sich für den Geschmack dieses Gewürzes begeistern, denn es enthält die Scharfstoffe Gingerle und Shoagole, die zwar den Speichelfluss und die Verdauungssäfte anregen, aber auch gewöhnungsbedürftig sind. Wenn man seinen Geschmack mag, mischt man Ingwer nicht nur ins Früchtebrot, sondern isst auch Ingwerkuchen oder ganze in Sirup eingelegte oder kandierte Ingwerstücke.
  • Kardamom kommt heute aus Indien, Sri Lanka, Vietnam und Guatemala und zählt zu der Ingwer-Familie. Dort werden die weißen, braunen oder edel grünen Körner im Mörser zerkleinert. Bei uns erhält man das Gewürz meist fertig gemahlen. Es unterstützt die Verdauung, entkrampft und wirkt leicht antibiotisch. Es vertreibt Mundgeruch und ist ein gutes Mittel gegen Völlegefühl. Ein wenig Kardamompulver macht Kaffee magenverträglicher.
  • Nelken wachsen in Indonesien auf Bäumen, die über zehn Meter hoch und viele hundert Jahre alt werden. Noch bevor sich die Blüte öffnet und der Samen schießt, müssen sie gepflückt werden. Die Gewürznelken, die durch ihre Form oft als gesunde Nägelein bezeichnet werden, helfen durch ihre beruhigende Wirkung bei Magen- und Darmproblemen und wirken desinfizierend. So hilft beispielsweise bei Zahnschmerzen ein in Nelkenöl getauchtes Wattestäbchen, mit dem das Zahnfleisch massiert wird. Die starke Würzkraft ist sowohl im Pulver, als auch in den Knospen enthalten, die gerne für Geruchs- und Dekorationszwecke in Südfrüchte gedrückt werden.
Elvira Lauscher, Elvira Lauscher

Elvira Lauscher - Schreiben ist meine Leidenschaft, mein Beruf und meine Berufung. Ich war 28 Ausgaben für ein Ulmer Magazin Chefredakteurin und habe ...

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