Wer's an Weihnachten romantisch, festlich und feierlich haben möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder die eingelagerten Weihnachtsbaumutensilien vom Dachboden holen. Oder sich nach dem neuesten Trend umzuschauen. Beides hat so seine Tücken. Für beides gilt aber: Der Weihnachtsbaum sollte erst kurz vor dem Fest geschlagen und in die Wohnung geholt werden, so etwa zwischen dem dritten und vierten Advent. "Dann hält er am längsten, hat aber auch Zeit, sich an die Wohnungstemperaturen zu gewöhnen", sagt Bernd Oelkers vom Bundesverband der Weihnachtsbaumproduzenten. Vorausgesetzt natürlich, er wird regelmäßig, viel und ausreichend gegossen. Denn die Bäume brauchen eine Menge Flüssigkeit, sonst trocknen sie sehr schnell aus. Das sieht nicht nur sehr unromantisch aus, weil die Nadeln ihre Farbe verlieren. Es ist auch gefährlich. "Denn ein trockener Baum brennt wie Zunder", warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschafts in seinen "zehn goldenen Regeln", die er für ein sicheres Weihnachtsfest zusammengestellt hat.
Wasser pur reicht zum Frischhalten
Beim Gießen muss dann auch kein Geld für unnötige Zusatzstoffe ausgegeben werden wie Zucker oder Schnittblumen-Frischhaltemittel. Sie wirken sowieso nicht, hat die Forschungsabteilung der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftskammer in Münster herausgefunden. Mehrwöchige Versuche mit Blau- und Stechfichten ergaben: Die Pflanze bleibt gleich lang frisch, ob mit oder ohne Zusatzbehandlung. Von Frostschutzmittel wie Glyzerin rät die Landwirtschaftskammer ganz ab: Das verfärbt den Baum, zudem bilden sich Schimmelpilze.
Wichtig für die Frische ist alleine das Wasser. Doch wo soll das hinein, wo soll der Baum hinein? Wer bereits mit entsprechender Technik ausgestattet ist, wird auf den Weihnachtsbaumständer der vergangenen Jahre zurückgreifen - und muss mit den Tücken der vielleicht schon längst überholten Technik leben und mühsam die drei oder vier Schrauben an den Seiten justieren, um den Stamm des Baumes gerade zu stellen. Einfacher sind da die modernen Weihnachtsbaumständer mit Klemmmechanismus oder Seilzugtechnik. Wer viel Geld ausgeben will, kriegt da tatsächlich auch die beste Qualität, hat die Stiftung Warentest herausgefunden: Stolze 180 Euro kostet der Testsieger, allerdings gibt es auch schon für 25 bis 30 Euro Weihnachtsbaumständer mit einer guten Bewertung.
Alten Schmuck gründlich säubern
Steht der Baum erst einmal fest und gerade, ist genügend Wasser im Tank, fehlt nur noch der Schmuck. "Wer den gewohnten, auf dem Dachboden oder im Keller eingelagerten Schmuck anbringen will, sollte ihn erst gründlich reinigen, um Staub und Schimmelpilzsporen zu entfernen", sagt Prof. Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung. Das hilft nicht nur Allergikern, die es sowieso schwer haben zu Weihnachten. Ganz verzichtet werden sollte auch auf bleihaltiges Lametta, das "Staniol-Papier", das möglicherweise seit Jahrzehnten jedes Jahr zu Weihnachten wieder hervorgeholt wird. "Vor allem für Asthmatiker und Allergie-Patienten sind Chemikalien zur Innenraumdekoration gefärhlich", warnt Prof. Morr vor künstlicher Dekoration. Dazu gehören Gold- und Silberspray, Lackspray, Metallpasten, aber auch Duftlampen. Kerzen sollten nicht aus Paraffin sein. Das setze beim Abbrennen Substanzen frei, die Reizungen der Atemwege und Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen könnten. Unbedenklich sind nach Einschätzung der Lungenärzte dagegen Kerzen aus Bienen- und Sojawachs. Für alle Kerzen gilt: Niemals ohne Auffsicht brennen lassen - auch dies ist eine der goldenen Regeln des Informationszentrums der deutschen Versicherer.
Baumlichter prüfen
Elektrische Kerzen können eine Alternative sein. "Bevor man die alten Lichterketten wieder in Betrieb nimmt, sollte man aber erst sämtliche Kontakte prüfen", sagt Lothar Beckmann von der Stifitung Warentest. Die Kunststoffummantelungen können nämlich mit der Zeit spröde werden. Doch auch bei Neuware ist Vorsicht angebracht. "Billige Palettenware kann bereits ab Werk gefährlich sein", so Beckmann. Wenn nicht an einem Ausstellungsmuster die Steckverbindungen überprüft werden kann, solle man die Finger davon lassen, rät er. "Auf jeden Fall sollte die Packung nicht nur ein GS-Prüfzeichen haben, es sollte auch das Prüfinstitut genannt werden, dass dieses Zeichen vergeben hat", sagt Beckmann. Eine Alternative zu den traditionellen Lichterketten sind mittlerweile LED-Ketten. Sie verbrauchen weniger Strom, haben aber auch eine andere Lichtcharakteristik. "Die punktförmige Wahrnehmung ist nicht jedermanns Sache", sagt Beckmann. Wer es dann wirklich romantisch haben möchte, dem bleibt dann nur wieder die offene Flamme des flackernden Kerzenlichts. Ganz unromantisch mit einem schnell erreichbaren gefüllten Wassereimer - falls doch mal gelöscht werden muss.
