Auch wenn Weihnachten kein Festtag ist, ist es in China sehr beliebt. In Deutschland bekannte Bräuche wie Nikoläuse, Weihnachtsbäume, Geschenke und Weihnachtslieder sind vor allem in den chinesischen Großstädten längst zur guten Tradition geworden. Offiziell gilt Weihnachten als Kulturgut des Auslandes oder als religiöses Fest der christlichen Kirchen.
Weihnachten in China
Auch wenn nur ein kleiner Teil der Chinesen Christen sind, ist die Weihnachtsmesse in den vergangenen Jahren bei der Bevölkerung äußerst beliebt geworden. Öffentliche Plätze, große Straßen und Geschäfte sind mit Lichterketten, echten und künstlichen Tannenbäumen dekoriert. Manchmal schweben Riesenballons in Form eines Weihnachtsmanns über große Einkaufszentren. In Geschäften sind die Verkäufer als Weihnachtsmänner verkleidet. Der Weihnachtsmann steckt die Geschenke in Socken, die die Kinder zuvor aufgehängt haben.
Weihnachten in Japan
Auch in Japan, wo nur weniger als zwei Prozent der Einwohner dem christlichen Glauben angehören, ist Weihnachten kein offizieller Feiertag. Trotzdem ist die Popularität des christlichen Weihnachtsfestes in den letzten Jahren stetig gestiegen. Schließlich kommt die Idee, sich zu Weihnachten zu beschenken, der japanischen Lebensweise entgegen. Santa Claus bringt am Morgen des 25. Dezembers die Geschenke. Viele Weihnachts-Traditionen wurden aus den USA übernommen. So erklingen schon einige Wochen vor Weihnachten überall Weihnachtslieder und man sieht bereits erste aufwendige Dekorationen. Viele Japaner treffen sich zu Christmas-Parties oder zum gemeinsamen Essen im Restaurant. Sie zünden Knallfrösche, tragen Faschingshüte oder werfen Luftschlangen. Viele japanische Familien schmücken ihr Haus in der Adventszeit komplett mit großen Lichterketten und Mistelzweigen. Außerdem werden Weihnachtskuchen aus Biskuit-Teig gebacken. Auch ein Truthahnbraten am Weihnachtstag und ein Weihnachtsbaum sind in den japanischen Wohnstuben nicht selten. Die Geschenke werden in Japan vom „Hoteiosho“, dem Weihnachtsmann, gebracht.
Weihnachten in Indien
Indienhat mit über 950 Millionen Menschen die zweitgrößte Bevölkerungszahl der Erde. Davon sind etwa sieben Prozent Christen. Bei den indischen Christen ist Weihnachten ein Mix aus eigenen Traditionen und solchen aus anderen Ländern. Als Weihnachtsbaum dient meist ein Mangobaum oder eine Bananenstaude, die mit Weihnachtsschmuck aus Kaschmir geschmückt werden. In manchen Teilen Indiens wird dem Haushalts-Oberhaupt am Weihnachtsmorgen eine Zitrone als Symbol der „Verehrung“ überreicht. Nachts feiert man in der Kirche eine fröhliche Mitternachtsmesse, in der viel gesungen wird. Geschenke bekommen die Kinder, aber auch die Angestellten.
Weihnachten im Iran
Im Iran wird zu Beginn des Frühlings das Norouz-Fest gefeiert, das eine ähnliche Bedeutung hat, wie in anderen Ländern Weihnachten. Es dauert insgesamt 13 Tage und erlebt seinen Höhepunkt zum Frühlingsanfang am 20. und 21. März. Norouz symbolisiert den Triumph des Guten und den Sieg über die dunklen dämonischen Kräfte, die durch den vergangenen Winter verkörpert werden. Norouz ist das größte nichtreligiöse iranische Fest.
Es wird als Frühlingsfest nicht nur im Iran, sondern auch in den umliegenden Staaten und den Zentralasiatischen Republiken begangen. In der Vorbereitungsphase des Norouz-Festes werden verstorbene Verwandte auf den Friedhöfen besucht. Ein großer Tisch wird für den Brauch „Haft Sin" geschmückt. Wörtlich übersetzt bedeutet Haft Sin die „sieben S“. Dabei werden sieben verschiedene Samen zum Keimen gebracht, von denen jeder eine besondere Symbolkraft besitzt. Auf dem Höhepunkt des Festes tauscht man Geschenke aus und gratuliert sich zum Neuen Jahr. In den Städten zieht eine in grün gekleidete Figur namens Ammu Norouz („Onkel Norouz“) von Haus zu Haus und beschenkt die Kinder. Auf den Straßen werden kleine Feuer entzündet, über die Jung und Alt hinüberspringen. Für die Iraner ist dieser Tag wie Weihnachten und Silvester auf einmal. Er wird mit iranischen Spezialitäten auch kulinarisch besonders gefeiert, unter anderem mit phantasievollen Lamm-, Huhn-, Schaf- oder Fisch-Gerichten.
Weihnachten in Sri Lanka
Während der Weihnachtszeit steht in den Kirchen von Sri Lanka meist eine weihnachtslich geschmückte Zypresse als Weihnachtsbaum, die im Gebirge der Insel gewachsen ist. Das Festessen findet im Freien statt. Die Tische sind mit Decken aus kunstvollgeflochtenen Palmblättern belegt. Auf ihnen wird ein erlesenes Festessen angerichtet: Tontöpfe, gefüllt mit Curryreis, Schüsseln mit verschiedenem Gemüse und große Pfannen mit gewürztem Fleisch. Nach dem Essen wird gesungen, getanzt und anschließend ein Freudenfeuer entzündet. Am nächsten Morgen finden die Kinder in den Bambusbäumen kleine Geschenke. Das Fest endet mit einem großen Feuerwerk.
Weihnachten auf den Philippinen
Die Bevölkerung auf den Philippinen besteht zu 83 Prozent aus Katholiken. Hier wird vier Monate lang Weihnachten gefeiert. Bereits ab September ertönt überall Weihnachtsmusik gespielt. Spätestens ab Anfang Dezember steht in jedem Haushalt ein Plastik-Weihnachtsbaum. Nur in den großen Einkaufszentren und Hotels gibt es echte Tannenbäume. Die Familien feiern am 25. Dezember. Traditionell werden dabei die Kinder von ihren Großeltern beschenkt. Das traditionelle Festessen sind Schweinebraten oder ein reichhaltiges Buffet. Zu Weihnachten trägt man ausschließlich neu gekaufte Kleidung.
Weihnachten im Libanon
Wie fast überall im Nahen Osten fangen auch die Menschen im Libanon bereits zwei Wochen vor Weihnachten mit den Fest-Vorbereitungen an. Sie pflanzen Erbsen-, Weizen-, Bohnen- oder Linsensamen in Wattebäuschchen. Bis zum Fest werden diese bis zu 15 Zentimeter groß. Damit werden dann die selbstgebastelten Krippen geschmückt. An den letzten neun Abenden vor Heiligabend werden in allen Kirchen ganz besondere Predigten gehalten. Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Familie, sondern vor allem eines der gesamten Gemeinde. Traditionell besuchen die Menschen im Nahen Osten am 25. Dezember morgens ihre Freunde. Dort gibt es Kaffee, Likör, Gebäck und gesüßte Mandeln. Das wichtigste Festmahl findet am Mittag des 25. Dezember statt. Dann kommt die Familie im Haus ihres ältesten Familienmitglieds zusammen.
