
- Spekulatius in ihrer traditionellen Form - Dieter Schütz / pixelio.de
Es duftet wieder nach Weihnachten. Wenn die Aromen von Zimt, Nelken, Vanille und anderen Gewürzen die Luft erfüllen, ist der Heilige Abend nur noch wenige Wochen entfernt. Zu den Gebäcksorten, die den Duft von Weihnachten ganz sicher verströmen, zählen Spekulatius. Sie dürfen auf dem Plätzchenteller nicht fehlen. Seit Jahrhunderten gehören sie traditionell zur Adventszeit dazu.
Spekulatius zur Weihnachtszeit backen: eine alte Tradition
Die Spekulatius-Figuren entstammen ursprünglich der Geschichte um den Heiligen Nikolaus, zu dessen Ehren sie damals gebacken wurden. Sie sollten daran erinnern, dass der Bischof Nikolaus den Hungernden und Bedürftigen Brot gegeben und ihnen geholfen hat. Der Name Spekulatius stammt daher von dem lateinischen Begriff speculator – Aufseher – ab, wie Bischöfe zu dieser Zeit bezeichnet wurden. Da das Gebäck zuerst in Belgien und den Niederlanden verbreitet war, wurde daraus Spekulaas, wovon sich auch der deutsche Name Spekulatius ableitet. In Luxemburg, dem Rheinland und Westfalen war das Gebäck ebenfalls schon früh verbreitet. Und auf den ersten Blick vielleicht erstaunlich: Die Indonesier lieben das Mürbeteiggebäck ebenfalls, sogar das ganze Jahr über. Die Erklärung: Indonesien war eine niederländische Kolonie, die Spekulatius sind ein Überbleibsel.
Eine Frage des Geschmacks: Gewürz-, Butter- oder Mandelspekulatius
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Spekulatius-Varianten herausgebildet, wobei die Gewürzspekulatius die wohl verbreitetste Form sind. Daneben gibt es noch die kalorienhaltigere Version, die Butterspekulatius, in denen der Butteranteil deutlich erhöht ist. Dadurch sind sie auch wesentlich weicher. Eine dritte Variante stellen die Mandelspekulatius dar. Bei ihnen werden an der Unterseite Mandelblättchen eingebacken. Außerdem können sie Mandelmehl enthalten.
Backrezept für Spekulatius
Das folgende Rezept ist eines für Gewürzspekulatius. Es handelt sich um ein altes Familienrezept aus Westfalen und ist vielfach erprobt. Es ist allerdings für eine recht große Anzahl von Plätzchen gedacht. Wer sich erstmal am Spekulatiusbacken versuchen will, kann die Mengen entsprechend reduzieren.
Zutaten für Gewürzspekulatius
625 g Butter
2 Päckchen Vanillezucker
1250 g Zucker
5 Eier
2250-2500 g Mehl Type 550
1 Msp. Nelken, gemahlen
1 Msp. Zimt, gemahlen
1/4 TL Muskatnuss, gemahlen
1 Päckchen Spekulatiusgewürz
200 ml Milch
1 Päckchen Backpulver
Außerdem
mindestens ein Spekulatiusbrett, alternativ Ausstechförmchen
Zubereitung der Spekulatius
1. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und in eine große Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken.
2. Die Eier in die Mulde geben, die restlichen Zutaten außer der Milch rundherum verteilen. Alles gut vermengen, dabei nach und nach die Milch hinzugießen. Anschließend gut verkneten und einige Stunden – am besten über Nacht – kalt stellen.
3. Traditionell wird das Gebäck mit Spekulatiusbrettern geformt. Diese werden zunächst mit Mehl bestäubt. In die einzelnen Formen wird etwas Teig hineingedrückt. Den überstehenden Teig mit einem Kuchendraht abschneiden. Dann das Brett umdrehen und die Spekulatius herausklopfen, eventuell mit einem Messer nachhelfen. Die Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und etwa 10 Minuten bei 175 °C backen. Fertig sind die selbstgebackenen Spekulatius!
Die einfache Variante
Ist kein Spekulatiusbrett vorhanden oder soll das Backen vereinfacht werden, können die Plätzchen auch ausgestochen werden. Wer keine Gewürze in Plätzchen mag oder mal etwas backen will, das nicht jeder macht, kann beispielsweise gefüllte Mandelstangen oder Saure Sahne-Kringel ausprobieren. Also, auf geht's, die Weihnachtsbäckerei kann starten.
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