
- Weihnachten mit humorigen Gedichten - Ruth Weitz
Witzige Weihnachtsgrüße mit Pfiff kommen beim Adressaten gut an, wenn der Inhalt auch ein entsprechendes Niveau hat. Wer seine Freunde, Verwandten und Geschäftspartner mit Weihnachtswünschen erfreuen will, tut gut daran, einen persönlichen Text zu formulieren und ihn mit einem lustigen Weihnachtsgedicht zu ergänzen. Feinsinniger Humor trifft oft eher ins Schwarze als ein allzu lyrischer und pathetischer Text.
Weihnachtsgrüße kurz und knapp für Geschäftspartner, Freunde und Verwandte
Der persönliche Weihnachtsgruß sollte kurz und knapp gefasst werden. Für Geschäftspartner eignet sich die Formulierung:
"Ein besinnliches Weihnachtsfest und alle guten Wünsche für das neue Jahr, verbunden mit einem herzlichen Dankeschön für die vertrauensvolle Zusammenarbeit wünscht Ihnen Otto Mustermann und das Team der Mustermann GmbH“.
Bei Freunden und Verwandten kann der Text durchaus flapsiger und persönlicher ausfallen. Maßgeblich ist, wie gut man den Adressaten kennt. Beim Versenden von privaten, elektronischen Weihnachtsgrüßen an eine Gruppe aus dem E-Mail-Adressbuch sollte die Wortwahl allerdings allgemeiner gefasst werden, so wie
"Frohe Weihnachten und alles Gute im neuen Jahr wünschen Hubert, Elli, Carsten und Vanessa Meier".
Dazu kann dann ein Foto angehängt oder als Bild-Datei direkt in den Text der E-Mail eingefügt werden.
Lustige Weihnachtsgedichte von Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz
Es gibt eine ganze Reihe von bekannten deutschen Dichtern, die Ereignisse rund um das Weihnachtsfest in Verse gefasst haben. Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz sind für ihre spitzfindigen Reime bekannt. Es ist nicht nur Humor, der vordergründig zu entdecken ist. Eine gehörige Portion Gesellschaftskritik und Ironie sind in den Reimen zur Weihnachtszeit verborgen. Die Gedichte erheitern und regen gleichzeitig zum Nachdenken an. Die Philosophie, die hinter den lustigen Weihnachtsgedichten steckt, hat auch heute ihre Gültigkeit noch nicht verloren.
Der Stern
Wilhelm Busch
Hätt einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
Des Wundersternes von dazumal.
Ein "wonniglich scheinendes Lichtlein" und ein "freundlicher Strahl" sind Wortschöpfungen, die genau das treffen, was Weihnachten ausmacht. Wilhelm Busch zeigt sich hier von seiner gefühlsbetonten Seite, mal ganz anders als seine Reime über Max und Moritz, die beiden hinterlistigen Lausbuben. Es ist ein Gedicht, das sowohl anrührend als auch erheiternd ist.
Einsiedlers heiliger Abend
Joachim Ringelnatz
Ich hab’ in den Wehnachtstagen -
Ich weiß auch, warum -
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrüppelt und krumm.
Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.
Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abend noch spät
Mit Löffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Gerät.
Ich kochte zur heiligen Stunde
Mir Erbsenuppe und Speck
Und gab meinem fröhlichen Hunde
Gulasch und litt seinen Dreck.
Und sang aus burgundernder Kehle
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.
Es glimmte petroleumbetrunken
Später der Lampendocht.
Ich saß in Gedanken versunken.
Da hat’s an der Tür gepocht.
Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang’s nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: “Herein!”
Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.
Wer sich das Gedicht von Ringelnatz zu Gemüte führt, wird bei der darin enthaltenen Ironie auch viel Traurigkeit entdecken. Es geht um Einsamkeit in der Weihnachtszeit und regt dazu an auch an die Menschen zu denken, die in Armut und verlassen den Heiligabend verbringen müssen.
