Weihnachtsgeschichten aus der ganzen Welt

Unglaubliche Weihnachten mit Helge - Deutscher Taschenbuch Verlag
Unglaubliche Weihnachten mit Helge - Deutscher Taschenbuch Verlag
Wie feiert man eigentlich in anderen Ländern Weihnachten? Für viele Kinder ist das eine spannende Frage. Einige Bücher geben da Auskunft.

Weihnachten ist für viele Kinder eine feine Sache: Es gibt einen geschmückten Tannenbaum, die Großeltern kommen, man sitzt gemeinsam um den Tisch aber vor allem gibt es Geschenke. Eine Barbie, ein Computerspiel, singstar, alles tolle Sachen, aber auch Bücher rufen nach wie vor Freude hervor − wenn sie weihnachtliche Geschichten enthalten sowieso. Aber wie ist das eigentlich in anderen Ländern? Bekommt man dort an Weihnachten auch Geschenke und wer bringt sie? Gibt es dort ebenfalls ein Christkind, einen Weihnachtsbaum und eine Krippe? Gibt es denn in anderen Ländern überhaupt Weihnachten? Auch solche Kinderfragen können Bücher beantworten. Neben Büchern mit altbekannten und neuen Weihnachtsgeschichten, erscheinen auch immer wieder welche, die sich mit Weihnachtsbräuchen in aller Herren Länder befassen.

Ein Stern strahlt um die Welt

In Indien feiert ein dort schon langer ansässiger alter Engländer mit Kindern, die er in sein Haus aufnahm Weihnachten und bekommt von seinem jüngsten Pflegekind ein Lachen geschenkt. Wenn die Geschichte zu Ende ist, weiß der junge Leser, dass der alte Mann das Lachen für das tollste Geschenk hält, aber auch, dass man in Indien eigentlich nicht Weihnachten sondern andere Feste feiert. In Pers Geschichte, der so gerne mit Opa Soeren einen Ausflug mit dessen Fischerboot machen möchte, erfährt er, dass der Heiligabend in Dänemark Juleaften heißt und Rosina aus Mexico, die sich so sehnlich wünscht, dass am Heiligen Abend mal Schnee fällt, singt an Weihnachten das Lied „Feliz Navidad“.

24 Geschichten aus 24 Ländern der Welt enthält das Buch Ein Stern strahlt um die Welt − Kinder feiern Weihnachten hier bei uns und anderswo. Im Mittelpunkt aller Geschichten stehen Kinder und ihre Weihnachtserlebnisse und ganz nebenbei erfahren die Leser, dass es in einigen Ländern die Weihnachtsgeschenke am Dreikönigstag gibt, in England der Wunschzettel an Father Christmas geschickt wird, in Spanien die Heilige Nacht Noche Buena heißt, in Russland Weihnachten zwei Wochen später gefeiert wird und einiges mehr. Anette Bley hat die Geschichten, jede stammt von einem anderen Autor, illustriert.

Mit Illustrationen von Anette Bley, für Kinder ab 6 Jahren, 222 Seiten, erschienen im Loewe Verlag im September 2006, Preis: 5,95 Euro.

Ein Stern strahlt um die Welt – Weihnachten hier bei uns und anderswo.

Unglaubliche Weihnachten

Dem Weihnachtsmann ist etwas wirklich Dummes passiert, er hat nämlich auf irgendeinem seiner rasanten Schlittenflüge um die Weltkugel seinen Terminkalender verloren, in dem seine Informationen über das Weihnachtsfest in den unterschiedlichsten Ländern der Welt stehen. Nun weiß er nicht welcher Brauch in welchem Land gilt und schickt das Rentier Helge los, um die Informationen zusammenzutragen und an die Weihnachtsmannzentrale zu melden. Nur kann man sich auf Helge nicht wirklich verlassen, denn ob das was er erzählt immer stimmt, weiß man nicht. So muss der Leser überlegen, ob es in Argentinien an Heiligabend wirklich mehr als 30 Grad hat und ob man dort ein Feuerwerk abbrennt, ob manche Tschechen an Weihnachten tatsächlich die Zukunft aus abgenagten Äpfeln und Nussschalen lesen und was es mit weiteren eigenartigen Berichten Helges auf sich hat.

24 Berichte über Weihnachtsbräuche in Grönland und Australien, in den USA und Singapur, in Kenia und anderswo auf der Welt liefert Helge ab und nie kann man sich sicher sein, ob es stimmt. Helge Rentier hat Sprüche drauf wie „Heilige Schlittenkufe“, „Hasta la vista, Leute“ oder „Ahoi Zentrale, hier ist Helge Rentier“. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Verwaltungsengel an seinen Übermittlungen zweifeln, aber diese, meint der erzählende Esel, hätten ja keinen Schimmer und ihn und den Ochsen frage ja keiner. Da des Esels Art zu erzählen auch noch an die Erzählerfigur aus Wolf Haas‘ Brennerkrimis erinnert, wäre es falsch zu sagen, dieses Buch sei weihnachtlich betulich – schön schräg trifft es besser.

Renus Berbig: Unglaubliche Weihnachten – 24 Rätselreisen um die Welt. Mit Illustrationen von Anke Kuhl, für Kinder ab 8 Jahren, 152 Seiten, erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag im Oktober 2009, Preis: 9,90 Euro.

Santa, Sinter, Joulupukki

Weihnachtsgeschichten werden in Santa, Sinter, Joulupukki von Pit Budde und Josephine Kronfli nicht erzählt, vielmehr handelt es sich um ein Sachbuch. Was man in den anderen beiden Büchern in Form von Geschichten erfährt, nämlich, dass es in anderen Ländern die Geschenke nicht immer an Heiligabend gibt, Weihnachten in jedem Land anders heißt, die Geschenke meist nicht vom Christkind kommen und vieles mehr, erfährt man hier in knapp gehaltenen sachlichen Erläuterungen. Ein trockenes Sachbuch ist das Buch, zu dem Anne Meusser Illustrationen in schwarz/weiß beisteuerte, dennoch nicht, denn es enthält Bastelanleitungen, etwa für eine japanische Temari Weihnachtsbaumkugel, die man mit Kindern ab 4 Jahren basteln kann, internationale Weihnachtslieder und -Tänze und weihnachtliche Rezepte aus verschiedenen Ländern, außerdem einen Anhang mit den internationalen Postadressen von Santa Claus.

Neben dem Buch gibt es auch die CD Santa, Sinter Joulupukki – So klingt Weihnachten hier und anderswo, auf der man Weihnachtslieder aus Tansania, Mexiko, Frankreich, Finnland und vielen anderen Ländern anhören kann.

Pit Budde/Josephine Kronfli: Santa, Sinter, Joulupukki – Weihnachten hier und anderswo. Mit Illustrationen von Anne Meusser, für Kinder ab 3 Jahren, 144 Seiten, 4. Auflage, erschienen im Ökotopia Verlag im Januar 2002, Preis: 18,90 Euro.

Pit Budde/Josephine Kronfli: Santa, Sintaer, Joulupukki – So klingt Weihnachten hier und anderswo. Erschienen im Ökotopia Verlag im August 2004, Preis: 14,90 Euro.

Angela Fehr - Geboren und aufgewachsen im "Ländle", zog ich später nach München, wo ich eine schöne Zeit verbrachte und an der LMU ...

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