
- Wein aus Israel - M. Allgaier
Der Schritt zu einem qualitativ hochwertigen Weinbau hat sich in Israel in den 90er Jahren vollzogen. Damals wurde viel Geld in die Modernisierung des Weinbaus gesteckt und der Großteil der derzeit bestehenden Weingüter gegründet. Heute gibt es in Israel rund 300 Erzeugerbetriebe, nur 12 von ihnen produzieren 94% der gesamten Menge des exportierten Weines. Hauptabnehmerländer sind die USA, Großbritannien und Frankreich, Deutschland folgt an sechster Stelle.
Wein wird auch in der Wüste produziert
Israel gehört eindeutig zu den kleineren Weinbaunationen. Der Weinbau verteilt sich auf eine Fläche von 5000 Hektar, die sich nicht, wie beispielsweise in Europa, auf große zusammenhängende Flächen konzentrieren. Dennoch lassen sich bestimmte Anbaugebiete benennen: Im Norden an der Grenze zum Libanon liegt das Obere Galiläa, im Nordwesten die Golanhöhen, in der Mitte das Judäische Bergland und im Süden die Wüste Negev. Dass in der Wüste überhaupt erfolgreich Wein angebaut werden kann, liegt an den dortigen speziellen Bedingungen. Die Trockenheit und der starke Wechsel von heißen Tages- und kalten Nachttemperaturen schützen die Trauben vor Pilzbefall. Die nächtliche Kälte fördert außerdem die Bildung von Säure, die für charaktervolle Weine unabdingbar ist. Ohne Bewässerung geht in der Wüste aber natürlich nichts.
5000 Jahre Weinkultur in Israel
Doch der Weinbau in Israel ist kein Phänomen der jüngsten Vergangenheit. Nicht nur Noah als der erste namentlich erwähnte Weinbauer der Welt (1. Buch Moses) gibt einen Hinweis auf eine viel ältere Weinkultur. Archäologische Funde von alten Kelteranlagen datieren auf das 3. Jahrtausend vor Christi. Dennoch gab es keine durchgängige Weintradition in Israel. Unter den 1000 Jahren islamischer Herrschaft war der Anbau von Trauben verboten und erst in neuerer Zeit entstand eine Weinkultur, die Wein nicht nur zu sakralen Anlässen schätzte.
Der Rebsortenspiegel ist heutzutage international: Cabernet Sauvignon, Merlot und Chardonnay herrschen vor. Eine Besonderheit hingegen ist, dass die Weine zu 95% koscher sind, also unter der Aufsicht eines Rabbi produziert werden.
Internationale Anerkennung für israelische Weine
Wer die Weine zum ersten Mal probiert, wird vielleicht überrascht sein. Trotz eines hohen Maßes an Sonneneinstrahlung wirken die Weine oft schlank, eher streng und würzig. Das liegt sicher auch daran, dass viele Weine bis in Höhen auf 800 Meter angebaut werden.
Robert Parker jedenfalls, der vielleicht einflussreichste Weinkritiker der Welt, hat die israelischen Weine mit zahlreichen Bewertungen über 90 Punkten bedacht. Die Qualitätsoffensive der israelischen Weinmacher trägt also mittlerweile international Früchte und auch das Lob, das diese Winzer alljährlich auf Leitmessen wie der ProWein bekommen, zeigt, dass Wein aus Israel mittlerweile längst mehr als nur ein Geheimtipp ist.
Quellen:
- Israel Export & International Cooperation Institute
- Zag Wines Ltd.
