
- Seit Jahrtausenden ein beliebtes Genussmittel - Daniela Karner
Wann die erste Weinerzeugung begann, ist nicht genau festzuhalten und kann nur vermutet werden, denn man ist nicht sicher, dass an Stellen wo Wildreben wuchsen auch bereits Wein erzeugt wurde.
Jedoch gibt es klare Hinweise das bereits um 6000 v. Chr. in Georgien das Genussmittel Wein produziert wurde. Reste von Tonkrügen, verziert mit Traubenreliefs liefern hierzu wichtige Beweise. Auch im Euphrat und Tigrisgebiet, in der südlichen Kaukasusregion, im Nil-Gebiet sowie im heutigen Palästina wurde zu dieser Zeit bereits das Rauschmittel hergestellt. Rauschmittel darum, da zu dieser Zeit das Getränk wohl alles andere als wohlschmeckend war, somit wurde es mit Honig und Kräutern stark gewürzt.
Der Weinanbau während der griechischen Zivilisation
Bereits in der Zeit der Griechen um 1600 v. Chr. wurden Rebstöcke im Gebiet des Mittelmeers systematisch kultiviert und angebaut. Damals galt Wein mehr als Kulturgetränk, mit welchem Siege gefeiert, sowie die damals verehrten Götter gefeiert wurden. Zur Zeiten der griechischen Zivilisation waren die Methoden der Weinbereitung schon sehr ausgeklügelt, denn bereits damals mengten sie dem gärenden Wein Salz zu, was ihn geschmeidiger machen sollte. Später, um 600 - 500 v. Chr., brachten die griechischen Kolonien den Wein und auch die Anbaumethoden schließlich weiter nach Syrien, Ägypten, Cádiz, Marseille und schließlich nach Sizilien. Trotz des regen Anbaus und Genusses, sahen die Griechen ihren Weingott Dionysos nicht nur als Helfer an, sondern auch als jemanden der ihre Untertanen und Mitmenschen in Rausch versetzt.
Wein bei den Römern
Durch den Untergang der griechischen Dynastie verbreitete sich der Kult des Weines auch bei den Römern. Bereits zu dieser Zeit verfügte man über das Wissen der verschiedenen Erziehungsformen, verschiedener Aufbewahrungsarten und man begann zum ersten Mal die unterschiedlichen Rebsorten voneinander zu unterscheiden. Unter der römischen Herrschaft galt Wein nicht nur als Genussmittel, sondern fungierte zugleich als Statussymbol, Währung und Medizin. Das angereicherte Wissen über das Genussmittel und den richtigen Umgang damit gelangte schließlich bis nach Südfrankreich, an die Mosel, den Rhein und Teile Spaniens.
Weinanbau während des Mittelalters
Nicht nur aufgrund der Erstreckung des römischen Imperiums, hatte sich in den Jahrhunderten nach Christus der Weinbau über ganz Europa erstreckt. Besonders das Mönchtum leistete im Bezug auf den Weinanbau Pionierarbeit. Später in der Renaissance leisteten vor allem Monarchen ihren Teil, diese hatten zu dieser Zeit auch den größten Besitze an Weinbaugebieten. Die goldene Weinära wurde jedoch durch Kriege und Krankheiten sowie durch die Abkühlung des Klimas beendet und die damals entstandenen Kerngebiete beschränken sich auf die Weinbaugebiete die auch heute noch bestehend sind.
Die Reblauskatastrophe
Durch die Reblaus, welche amerikanische Händler aus Übersee mitbrachten, wurde in vielen europäischen Weinbaubieten ein großer Schaden angerichtet. Von Frankreich aus kommend fraß sich der Schädling 1863 durch die Weinberge Europas und zerstörte somit jahrzehntelang ganze Rebenbestände. Erst 1910 konnte ein Gegenmittel gefunden werden, da waren aber bereits unzählige Rebsorten verschwunden.
Quellen
PRIEWE Jens, Wein - Die neue große Schule, Zabert Sandmann Verlag
