Mit diesem Artikel startet eine Serie monatlicher Weintests. Das Bewertungssystem ist an Robert Parkers Skala von 50-100 Punkte angelehnt. Jeder Wein wird von mindestens zwei Testern probiert und über mehrere Tage geprüft, sodass die Wertung sowohl die kurzfristige als auch die langfristige Qualität des Weins widerspiegelt.

Sasseto Brunello di Montalcino 2006 (Italien)

Der aus Sangiovese gekelterte Wein erscheint zunächst in dunklem violett im Glas und bietet einen fruchtigen Duft. Jedoch kann der Geschmack nicht den ersten Eindruck bestätigen. Ihm fehlt eine charakteristische Note. Es schmeckt, als wäre die Flasche bereits den zweiten Tag geöffnet. Außerdem ist er zu sauer. Auch die Konsistenz ist für den Preis von etwa 10 Euro viel zu dünn. Der Sasseto Brunello di Montalcino sollte noch im Jahr 2012 verzehrt werden.  Er passt gut zu Wild und gereiftem Käse.

WineInspector-Wertung: 76

Coteaux du Layon Domaine des Petits Quarts Faye d'Anjou 2009 (Frankreich)

Dieser Süßwein besteht vollständig aus Chenin Blanc. Im Glas zeigt er sich in einer goldgelben Farbe und duftet äußerst fruchtig. Diesen Eindruck kann er im Mund bestätigen. Verschiedene Fruchtnoten, Honigaroma und ein voller Körper umschmeicheln den Gaumen. Er erinnert dabei an Eisweine. Der Abgang ist äußerst lang, sodass die Geschmacksnoten noch lange Freude bereiten. Die Temperatur des Weins kann sehr flexibel gehandhabt werden. Zwischen 8 und 16°C dürfte alles möglich sein. Für nur etwa 9 Euro bietet der Coteaux du Layon eisweinähnliche Qualitäten, womit er uneingeschränkt weiterzuempfehlen ist. Allerdings sollte er innerhalb von fünf Jahren verzehrt werden. Hierfür eignen sich leichte Käsesorten, Fisch und Sellerieauflauf.

WineInspector-Wertung: 86*

Boseltröpchen®

Nach dem Einschenken strömt sofort ein starker Holzgeruch in die Nase. Auch im Mund finden sich intensive Holznoten wieder. Der Wein ist süßlich und bietet einen mittleren Körper. Es fiel zudem auf, dass der Alkohol schnell in den Kopf steigt. Der Gesamteindruck konnte die Investition von etwa 11 Euro nicht ganz rechtfertigen. Das Boseltröpfchen ist weniger für Liebhaber trockener Weine geeignet, sondern ist für den "Genuss für zwischendurch" konzipiert. Es eignet sich für größere Runden, in denen die Weingeschmäcker unterschiedlich sind. Das Boseltröpfchen dürfte etwa vier Jahre trinkbar sein.

WineInspector-Wertung: 79

Dunkelfelder Meißner Klausenberg 2009 (Deutschland)

Der vollständig aus der eher seltenen Rebsorte Dunkelfelder bestehende Wein hinterlässt im Gegensatz zum Boseltröpfchen einen positiven Eindruck. Im Glas zeigt er sich in einem schönen Violett und verströmt sofort Aromen von Holz, Waldfrüchten und dunklen Beeren. Die Lagerzeit im Fass schlägt sich auch im Geschmack nieder, da der Dunkelfelder Meißner Klausenberg nicht nur nach Holz duftet, sondern auch schmeckt. Hinzu kommen Noten von Waldfrüchten, dunklen Beeren und Jasmin. Im Mund zeigt sich eine leichte Adstringenz, die ein 30-minütiges Dekantieren des Weins vor der Flaschenöffnung durchaus rechtfertigt und sein Reifepotenzial verdeutlicht. Der Wein hat einen mittleren Körper und einen hohen Glycerinanteil. Die Flaschen sollten innerhalb von sechs Jahren bei einer Temperatur von 18°C getrunken werden. Der Preis von 15 Euro ist durchaus gerechtfertigt. Der Dunkelfelder Meißner Klausenberg ist uneingeschränkt zum sofortigen Trinken und für spätere Jahre - in denen er erst sein volles Potenzial ausschöpfen wird - weiterzuempfehlen. Ein toller Wein aus einer viel zu wenig verwendeten Rebsorte! Der Sieger des Monats Januar.

WineInspector-Wertung: 86*

Fazit:

Der Dunkelfelder Meißner Klausenberg machte diesen Monat den besten Gesamteindruck und ist Sieger des Monats Januar. Ein Wein für besondere Anlässe.

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