Leben, Liebe und Tod im Zentrum des menschlichen Lebens
Der Autor
Khalil Gibrain wurde am 6. Januar 1883 im Libanon geboren und starb am 10. April 1931 in New York. Er wirkte als Maler, Dichter und Philosoph. So verfasste er in seiner Schaffenszeit verschiedene Werke, die das Leben, die Liebe und den To in den Mittelpunkt des menschlichen Lebens rücken. Die Besonderheit in seinen Weisheiten sind die treffenden und sprachlich malerischen Bilder, die stets das Herz der Leser berühren sollen.
Liebe
- Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit,alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe.
- Bevor ich die Liebe kannte, besang ich sie in meinen Liedern; als ich sie kennengelernt hatte, lösten sich die Melodien in Luft auf und die Worte verstummten.
- Das Leben besteht aus zwei Hälften:einer gefrorenen und einer entflammten;die Liebe ist die entflammte Hälfte.
- Das Leben ist schwächer als der Tod, und der Tod ist schwächer als die Liebe!
- Das Leben ohne Liebe ist wie ein Baum ohne Blüten und Früchte. Die Liebe ohne Schönheit ist wie Blumen ohne Duft.
- Denn unsere Herzen erzeugen nicht die Liebe, sondern die Liebe zeugt unsere Herzen.
- Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,Sind ihre Wege auch schwer und steil.Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
- Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.
- Und seit jeher war es so, daß die Liebe erst in der Stunde der Trennung ihre eigene Tiefe erkennt.
- Säe ein Samenkorn in die Erde, und sie wird dir eine Blume hervorbringen. Träume deinen Traum zum Himmel, und er wird dir deine Geliebte bringen.
- Liebe, die nicht immer wieder neu entsteht, stirbt ständig.
Leben
- Alle Häuser würden nur Gräber sein, wären sie nicht für Gäste.
- Alles, was der Mensch insgeheim im Schutz der nächtlichen Finsternis tut, wird einmal ans Tageslicht gelangen.
- Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe.Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Unlust arbeiten könnt, dann ist es besser, eure Arbeit zu verlassen und euch ans Tor des Tempels zu setzen, um Almosen zu erbitten von denen, die mit Freude arbeiten.
- Auch wenn unreine Hände dich berührten, so bleibt dein Herz rein. Der Schmutz des Körpers kann einer reinen Seele nichts anhaben.
- Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere darauf auszudrücken.
- Besser ist es, ein Opfer menschlicher Schwäche zu werden, als zu den Starken und Unterdrückern zu gehören, welche die Blumen des Lebens mit ihren Füßen zertreten.
- Betrachtet das Erwachen des Frühlings und das Erscheinen der Morgenröte! Die Schönheit offenbart sich denjenigen, die betrachten.
- Wer die Tage seines Lebens nicht auf der Bühne der Träume verbringt, wird ein Sklave der Zeit sein.
- Nur ein Idiot und ein Genie brechen die von Menschen geschaffenen Gesetze; sie sind dem Herzen Gottes am nächsten.
- Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt, desto mehr Freude könnt ihr fassen.
- Ihr sagt oft: "Ich würde geben, aber nur dem, der es verdient."Die Bäume in eurem Obstgarten reden nicht so,und auch nicht die Herden auf euren Weiden.Sie geben, damit sie leben dürfen,denn zurückhalten heißt zugrundegehen.
- Gott hat Euren Seelen Flügel verliehen, auf dass sie sich damit in den Himmel der Freiheit und Liebe erheben. Warum schneidet Ihr sie ab und kriecht wie Insekten auf der Erdoberfläche?
Tod
- Der Mensch weiß nicht, auf welche Weise die Seele aus der Knechtschaft der Materie befreit wird, außer nach ihrer Befreiung.
- Der Tod gleicht dem Meer,der Leichte durchquert es mühelos,während der Schwere untergeht.
- Wenn ihr wirklich den Geist des Todes schauen wollt, öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens. Denn Leben und Tod sind eins, so wie der Fluß und das Meer eins sind.
- Tötet jemand den Körper, wird er zum Tode verurteilt;wer aber die Seele tötet, entkommt unerkannt.
- Ich sagte zum Leben: «Ich möchte den Tod sprechen hören.» Und das Leben redete ein wenig lauter und sagte: «Jetzt hörst du ihn.»
Urheberrecht: Patricia Kutsch. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.
