
- Weißer Schäferhund - Claudia Stein
1894 wurden diese Hunde als Schäferhunde bezeichnet und in denselben Zuchtbüchern eingetragen wie ihre farbigen Kollegen. Die weiße Farbe war zur damaligen Zeit ideal, weil diese Hunde als Hütehunde im Einsatz waren und durch das weiße Fell sehr leicht von Angreifern wie Wölfen, unterschieden werden konnten.
Der beste Spürhund „Schimmel“ machte 1920 von sich reden, da er mit seinem Diensthundeführer bei sechs Morden die entscheidenden Hinweise „erschnüffelte“.
Fast zur gleichen Zeit, änderte sich die Einstellung der Züchter, was die Farbschläge des Deutschen Schäferhundes betraf. Die Farbe Weiß war nicht mehr gewünscht und dieser Farbschlag verschwand aus Deutschland.
Bis zum heutigen Tag werden die Weißen in Amerika und Kanada unter dem Namen German White Shepherd gezüchtet. In den 80er Jahren wurden Hunde aus Amerika wieder nach Europa importiert und bekamen in der Schweiz einen neuen Namen, da sie als Deutsche Schäferhunde nicht anerkannt wurden. So wurde der neue Rassename Amerikanisch/Canadischer Weißer Schäferhund kurz AC geprägt, der sich bis Anfang 2003 gehalten hat.
Dann wurde die internationale Anerkennung durch den FCI angestrebt und wieder wurden Kompromisse geschlossen. Es durfte keine Verbindung mit Deutschland und mit Schäferhund im neuen Namen zu finden sein, also einigten sich die Beteiligten, der internationalen Anerkennung willen, im Jahre 2003 auf den neuen Rassenamen "Berger Blanc Suisse" (Weißer Schweizer Schäferhund)!
Wesen
Diese Hunde sind anhänglich, liebenswert, wachsam und sehr nervenstark, was vor allem das Zusammensein mit Kindern belegt. Selbst etwas rüde Behandlungen lassen sie über sich ergehen und wenn es ihnen zuviel wird, räumen sie einfach das Feld. Neben einem sehr guten Geruchssinn zeichnen sich die Weißen vor allem durch ihre Aufmerksamkeit, Ausgeglichenheit und Spielfreude aus.
Als Familienhund sind sie ebenso geeignet wie als Blindenführhund, Rettungshund oder Hütehund. Weiße Schäferhunde suchen sich die Menschen aus und lassen sich nicht von jedem sofort anfassen, sondern brauchen etwas Zeit, was leider immer wieder zu Missverständnissen führt, da diese Zurückhaltung als Angst interpretiert wird. Jeder Interessent muss sich vorher überlegen, ob er einen Hund will, der sich von jedem anfassen und füttern lässt, oder ob er einen Hund will, der sich aus freien Stücken für eine Person oder Familie entscheidet.
Dieses Wesensmerkmal bindet die Hunde sehr eng an die jeweiligen Besitzer, denn wenn ein Weißer sich einmal für einen Menschen oder eine Familie entschieden hat, dann für den Rest des Lebens. Es sind überaus treue und freundliche Hunde, die durch ihr sanftes Wesen bestechen. Da die „Hütehundgene“ noch vorhanden sind, sorgen diese Hunde bei Spaziergängen immer dafür, dass die „Herde“ zusammen bleibt und umkreisen im Freilauf immer alle Menschen um sicherzustellen, dass keiner verloren geht. Dieses Verhalten, wenn es nicht auf einem gesunden Maß gehalten wird, kann für den Besitzer sehr lästig werden, weil der Hund ihm wie ein weißer Schatten überall hin folgt. Auf der anderen Seite werden die Weißen bei Gefahr immer ihr „Rudel“ verteidigen.
Aussehen
Die Größe liegt bei den Hündinnen zwischen 55 cm bis 60 cm Schulterhöhe und bei den Rüden zwischen 60 und 65 cm Schulterhöhe. Gewicht zwischen 25 und 35 kg, je nach Größe, wobei die Rüden schwerer sein sollten als die Hündinnen.
Schneeweißes Fell ohne Farbstich, sowie schwarze mandelförmige Augen und Nase sind das Idealbild eines Weißen Deutschen Schäferhundes. Es gibt zwei Haararten: Stockhaar (Kurzhaar) und Langstockhaar. Vergleichbar mit der Haarlänge beim Deutschen Schäferhund und Altdeutschen Schäferhund.
Die Hunde haben kräftige, gut bemuskelte Gliedmaßen, Stehohren, leicht abfallende Kruppe und schwebende Gangarten. Aufgrund ihrer ursprünglichen Züchtung als Hütehunde sind sie ausdauernde Läufer, können aber bei Bedarf sehr schnelle Sprints einlegen.
Tipps zum Kauf eines Weissen Deutschen Schäferhundes
Jeder, der sich für einen solchen Hund interessiert, muss mit Preisunterschieden von mehreren hundert Euro rechnen. Die Preise schwanken zwischen 800 und 1200 Euro, selten darüber. Da es sich um einen Rassehund handelt, wäre ein Kauf ohne Papiere nicht ratsam.
