
- Aston Martin DB5 - Aston Martin Ltd.
Die Macher der wirtschaftlich erfolgreichsten und zeitlich am längsten andauernden Kinofilmreihe wußten von Anfang an, mit welchen Mitteln sie ihr Publikum fesseln: Ein knackiger Titelheld, spannende Agentenstories, faszinierend schön aussehende Frauen und eine Actionhandlung, die den Kinosaal zum Epizentrum eines Erdbebengebietes werden läßt. Die Rechnung geht auf – auch heute noch, 46 Jahre nach dem ersten Streifen der Reihe. Seitdem stehen auch die Fahrzeuge des James Bond im Fokus zahlreicher Stammtischrunden.
Mit den "Sunbeam Alpine Series 5“ startete 007 seine Verbrecherjagd: "James Bond jagt Dr. No“
Das Placement in der James-Bond-Reihe führte dazu, dass 1962 ein weltweites Publikum auf Typ und Marke aufmerksam wurde. Bis 1968 wurden etwa 70.000 der auch im Motorsport erfolgreichen Roadster hergestellt. Im Film "Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) fuhr Bond jedoch einen Bentley Mark IV.
Der erste Aston Martin feierte 1964 in "Goldfinger“ Bondpremiere
Gert Fröbe als Auric Goldfinger – ein unvergessener Gegner von Sean Connery bis zum furiosen Finale in Fort Knox. Im spannenden Actionfilm fuhr James Bond erstmalig einen Aston Martin DB5, der für lange Zeit als typisches Bondmobil galt und von "Q“ wie seine Nachfolger auch mit vielen Extras ausgestattet wurde: Maschinengewehre hinter den vorderen Blinkern, rotierende Klingen aus den Radmuttern, eine ausfahrbare, schusssichere Rückwand, ein Funktelefon, eine Radaranlage, ein Schleudersitz, Ölsprayer hinter den Rücklichteinheiten, eine Sternnägelkanone, eine Vorrichtung zur Herstellung einer Rauchwand aus den Endrohren der Auspuffanlage und Wechselkennzeichen: "BMT 216A“ (UK), "4711-EA-62“ (F) und "LU 6789“ (CH). Rammaufsätze vorne und hinten sowie ein praktischer Waffenschrank unter dem Beifahrersitz fehlten ebenso wenig wie eine schusssichere Verglasung. Die zusätzliche Wasserkanone gab es nur 1965 im Film "Feuerball“: Emilio Largo (Adolfo Celi) hat im Auftrag seiner Organisation Phantom zwei Atomraketen gestohlen, um die Welt um 100 Millionen Pfund in Form lupenreiner Diamanten zu erpressen.
1966 flüchtete James Bond in "Man lebt nur zweimal“ im weißen Toyota 2000 GT
Toyota hat mit dem 2000 GT erfolgreich demonstriert, dass man mehr konnte als Brot-und-Butter-Autos zu bauen. George Lazenby steuert dagegen 1969 "Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ einen Ford Cougar Convertible (Cabriolet) und einen frühen Aston Martin DBS.
Ford war auch 1971 die bevorzugte Marke Bonds in "Diamantenfieber“. "Leben und Sterben lassen“ lag 1973 in der Hand von Roger Moore als 007, der zur Abwechslung einen Doppeldeckerbus nutzte und um ein Stockwerk "tieferlegte“. 1974 fuhr Roger Moore in "Der Mann mit dem goldenen Colt“ einen AMC Hornet. In "Der Spion, der mich liebte“ – 1976 / 1977 produziert – feierte der Lotus Esprit seine Bondpremiere.
Ein Citroen 2CV in knallgelb bewies "In tödlicher Mission“ 1980 / 1981 eindrucksvoll, dass "die Ente“ auch für Gebirgsverfolgungsjagden das geeignete Auto ist. Die geheimnisvolle "Octopussy“ war eine ebenbürtige Gegnerin für Roger Moore, der sich 1982 / 1983 eines Alfa Romeo GTV bediente.
Ein Frontantriebler zieht auch einen Geheimagenten durch alle gefährlichen Situationen: Renault 11
"Im Angesichts des Todes“ steigt James Bond 1985 – nunmehr von Timothy Dalton gespielt – auf einen Renault um, den er seines Daches beraubte und sogar zweiteilte. 1987 in "Der Hauch des Todes“ fuhr Dalton Aston Martin Volante V8.
Pierce Brosnan übernimmt 1995 die Rolle von 007 und fährt nicht nur Aston Martin DB5 und einen Panzer durch St. Petersburg, sondern bietet auch dem damals brandneuen BMW Z3 eine große Bühne für dessen Weltpremiere. BMW setzt das Placement in der James-Bond-Reihe 1997 mit einem Siebener der Baureihe E38 fort: Der Flug vom Parkhaus in die Avis-Autovermietung zeigt, wie perfektes Placement funktioniert.
In "Die Welt ist nicht genug“ kämpft Bond / Brosnan 1999 gegen die schöne Elektra King (Sophie Marceau). Fans leiden noch heute unter der Zweiteilung des neuen BMW Z8 durch ein an einem Hubschrauber befestigtes Sägewerk.
2002 ist es soweit: Bond kehrt zu den Wurzeln zurück und Aston Martin feiert Comeback
Im Typ V12 Vanquish rast Bond durch einen beeindruckenden Eispalast seines Gegners. Brosnan geht danach zwar in Pension, aber Ford zahlt nach unbestätigten Angaben der Medien 20 Millionen Dollar, um Aston Martin die extrem werbewirksame Bühne der James-Bond-Filme zu erhalten. In "Casino Royale“ fährt der neue James Bond – Daniel Craig – einen Aston Martin DB5 und einen DBS. Auch der neue Ford Mondeo hat daneben ein kurzes Gastspiel, bevor der Wagen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde: Er wurde ein Erfolg; ebenso, wie der Film mit dem neuen Bond. Dieser bleibt Aston Martin mit dem DBS neben einem Volvo S40R auch in "Ein Quantum Trost“ treu: Zu sehen ab dem 06. November 2008 in deutschen Kinos.
Innerhalb eines James-Bond-Filmes ein Produkt platzieren zu können ist ein Volltreffer für die werbetreibende Industrie, weil die Aufmerksamkeit beim Publikum dort höher ist, als bei allen anderen Filmprodukten. Ein Jubiläum in Sachen James Bond steht für das Jahr 2012 an: 50 Jahre James Bond! Wird dieser Film dann alles zuvor Dagewesene an Handlung, Frauen und Auto toppen? Viel Gesprächsstoff für die Freunde Bonds am Stammtisch.
