
- Auswandern ist ein Haufen Papierkram - Daniel Spuhler / pixelio.de
Endlich ist es soweit: Nach langem Nachdenken, vielen Zweifeln und abermaliger Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile hat man sich entschlossen, auszuwandern. Die Freude ist groß, die Aufregung auch, und allzu leicht vergisst man dabei, wichtige Dokumente von zu Hause mitzunehmen. Hier finden Sie eine grundlegende Checkliste, welche Papiere Sie auf jeden Fall vorsorglich ins Ausland mitnehmen sollten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Bürokratie je nach Land sehr unterschiedlich ausfällt, auch innerhalb der EU, und dass daher hier nur eine grobe Allgemeinorientierung geboten werden kann.
Liste aller wichtigen Dokumente
- Personalausweis und Reisepass
- Beglaubigte Geburtsurkunde, mittlerweile auch mehrsprachig für zehn Euro erhältlich bei der Stadtverwaltung des Geburtsortes
- Falls vorhanden Familienbuch
- Sämtliche Schul- und Arbeitszeugnisse, eventuell bereits übersetzt in die Landessprache des Ziellandes
- Bescheinigung über die bisherige Krankenversicherung und europäische Krankenkassenkarte
- Nachweis über Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere die des Ziellandes
- Bescheinigung über den Verdienst in den vergangenen Monaten
- Bankinformationen über eine eventuell noch bestehende Bankverbindung im Heimatland
- Gegebenenfalls Arbeitsvertrag der künftigen Arbeit im Zielland
- Gegebenenfalls internationaler Führerschein
- Gegebenenfalls Bescheinigung über eine Abmeldung des Wohnsitzes im Heimatland
Komplexe Bürokratie im Ausland
Viele von den oben genannten Dokumenten mögen auf den ersten Blick absurd erscheinen, und doch findet man sich auch im europäischen Ausland oft mit komplexer Bürokratie und strengen Kontrollen konfrontiert. In Frankreich beispielsweise wird bereits bei der Anmeldung zur staatlichen Krankenkasse eine große Zahl von Dokumenten gefordert, die von einer beglaubigten und übersetzten Geburtsurkunde bis zu Nachweisen über die letzte Krankenversicherung reichen.
Es empfiehlt sich, bei verschiedenen Besuchen der entsprechenden Einrichtung jeweils so viele Dokumente wie möglich bereitzuhalten. So kann man auf Dauer viel Frustration, lange Wartezeiten und immer wieder aufgeschobene Abwicklungen bürokratischer Vorgänge vermeiden.
Übersetzungen
Übersetzungen, vor allem beglaubigte Übersetzungen, sind teuer, und oftmals muss man eine oder mehrere Wochen darauf warten. Um diese Wartezeiten im Ausland zu umgehen, sollte man unbedingt alle wichtigen Dokumente bereits im Heimatland übersetzen lassen oder - wenn möglich - mehrsprachige Dokumente erwerben, wie im Falle der Geburtsurkunde.
Anmeldungspflicht des Wohnsitzes im Ausland und Abmeldungspflicht im Heimatland
In vielen Ländern besteht im Gegensatz zu Deutschland keine Anmeldungspflicht. Das heißt, wer weiterhin im Heimatland mit einem Wohnsitz gemeldet bleiben möchte, da er eine Rückkehr in naher Zukunft nicht ausschließt, kann dies zunächst problemlos tun. Entschließt man sich jedoch, freiwillig einen Wohnsitz im neuen Land anzumelden, sollte man sich genau erkundigen, ob eine Abmeldung im Heimatland nicht zwingend zu erfolgen hat. In manchen Fällen kann auch ein Nachweis über die Abmeldung im Heimatland gefordert werden!
Auskunft hierüber erteilt oftmals auch die deutsche Botschaft beziehungsweise das deutsche Konsulat in der neuen Stadt im Ausland.
