
- Spiegel - Scully van Funkel
Oftmals sind Spiegel mit allerlei Mystik, Magie, Aberglauben und Legenden behaftet. Für den einen sind sie ein Werkzeug des Teufels, für den anderen eine Reflexion der Seele oder sogar das Portal in eine andere Dimension.
Im Buch Genesis steht geschrieben, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde erschuf. Schauen wir in den Spiegel so sehen wir unser eigenes Abbild. Vielleicht erhoffen sich einige, in dem Doppelgänger, der uns entgegenschaut, ein Stück von Gott wiederzufinden.
Riten im Todesfall
In etlichen Ländern der Welt muss der Spiegel mit schwarzen Tüchern abgehängt werden, sofern sich ein Todesfall im Haus ereignet hat. Versäume man dieses Ritual, dann würde die Seele des Verstorbenen für ewig im Spiegel gefangen sein, heißt es in Überlieferungen. Erst nachdem der tote Körper das Haus verlassen hat, könne man unbedenklich die Tücher entfernen.
Diverse Legenden berichten, dass man das grausige Antlitz des Teufels erblickt, sofern sich der Verstorbene in einem Spiegel reflektiere. Weiterführende Folgen hätte das jedoch nicht, wenn man davon absieht, dass es zu erheblichen psychischen Schäden kommen könne, wenn ein Mensch dem Satan direkt ins Gesicht schauen muss.
Untote haben kein Spiegelbild
Vampire gelten als eine eigene Spezies. Sie sind lichtscheu, ernähren sich von Blut und werden als unsterbliche Untote bezeichnet. Ihre Seele hätte sich schon längst vom Körper abgespalten, deswegen sei es unmöglich, dass man sie in einem Spiegel sehen könne, sind sich Abergläubische sicher.
Wenn der Spiegel zu Bruch geht
Zerbrochene Spiegel lösen bei vielen Menschen Ängste aus. Manche glauben, dass nun ein längerer Zeitabschnitt des Pechs folgen, andere sind davon überzeugt, dass die Seele in den Splittern gefangen sei. Sieben Jahre brauche es, um die Seelenteile wieder ein Ganzes werden zu lassen. Bis dahin läge ein unangenehmer Lebensweg, voller Krankheit, Entbehrungen und Mühsal, vor den unglückseligen Spiegldemolanten.
Seelenbefreiung
Der siebenjährige Fluch scheint nicht abwendbar zu sein, doch zur Befreiung der Seele wird angeboten, die Bruchstücke zu feinem Staub zu mahlen und diesen sicher aufzubewahren. Das feine Pulver müsse dem Toten in den Sarg gestreut werden, damit die einzelnen Seelenteile wieder zueinanderfinden, empfehlen Esoteriker.
In Afrika genügt es, die einzelnen Spiegelteile in ein fließendes Gewässer zu werfen. Durch dieses Ritual würde die Seele gereinigt und alles Pech abgewaschen, glauben viele Einheimische.
Schwarze Spiegel
Schwarze Spiegel, die aus einem dunklen Gefäß bestehen können, das mit Wasser gefüllt ist, sind für sogenannte Hexen und Magier ein Hilfsmittel, um sich verborgenes Wissen anzueignen. Neben den hellseherischen Fähigkeiten, die dadurch erlangt würden, könne man sie als Portal in andere Dimensionen nutzen, heißt es in einigen Büchern, die sich der Hexenkunst widmen. Kontakte zu Geistern, Dämonen oder zum Satan wären durchaus möglich, sofern man das nötige Wissen über die traditionellen, rituellen Techniken hätte.
Auch natürliche schwarze Spiegel, wie etwa Torfmoore, deren dunkle Oberfläche reflektierend wirkt und den Himmel widerspiegelt, wurden lange Zeit als Tor zur Unterwelt angesehen. Die Menschen nutzten dieses Portal, um ihren heidnischen Göttern zu huldigen und opferten neben Schmuck, Werkzeugen und Münzen auch öfter lebende Tiere oder Jungfrauen.
Spiegelmethode: Reflexion es eigenen Verhaltens
Im spirituellen Sinne wird die Spiegelmethode gerne angewandt, um sich spirituell weiterzuentwickeln. Dabei wird weniger auf die Reflexion des äußeren Erscheinungsbildes geachtet, sondern eher auf die Rückstrahlung der inneren geistigen Grundhaltung und der daraus resultierenden Aktionen und Reaktionen.
"Andere Personen reflektieren nur ein Verhalten, das von jedem selbst verursacht werde. Unangenehme, negative Charaktereigenschaften abzulegen verändere nicht nur das Spiegelbild der Seele sondern verschönere auch das Äußere“, heißt es in esoterischen Kreisen.
Sprüche 27,19
Vielleicht findet sich die Wahrheit über Spiegel in einem der biblischen Sinnsprüche:
"Im Spiegel des Wasser erkennt man sein Gesicht, und im Spiegel seiner Gedanken erkennt der Mensch sich selbst“.
