
- MBA und Master - RaBe Fotolia.com
Das Bachelor-Studium ist absolviert, doch wie geht es weiter? Die Karriere gestartet, doch wie werde ich Führungskraft? Wie wäre es mit einer neuen Karriererichtung nach mehreren Jahren im Job? Für eine akademische Weiterbildung im Management gibt es viele Anlässe und das Studienangebot ist vielfältig – so sehr, dass man schnell den Überblick verliert. Die drei Buchstaben MBA geben wöchentlich in Zeitungsanzeigen und auf Hunderten von Internetseiten vor, die Wunderwaffe beim Thema Gehaltsentwicklung und Sprung in die Chefetagen zu sein. Zunehmend gewinnen Masters in Management oder Business Zulauf, die wie der MBA eine Weiterbildung im allgemeinen Management bieten. Dazu kommen fokussierte Master-Programme, die einen besonderen Management-Schwerpunkt wie Finanzen oder Marketing haben – das Ganze noch als Vollzeit- oder Teilzeitstudium absolvierbar. Viel Auswahl also für alle, die nach der geeigneten Management-Weiterbildung suchen. Klarheit in diesem Titel- und Programmwirrwarr bieten folgende Fragen:
- Möchte ich meine Management-Kompetenzen im Allgemeinen weiterentwickeln oder ist mein Ziel, Experte in einem Fachgebiet zu werden?
- Möchte ich meinen Karrierestart vorbereiten oder eine bereits begonnene Karriere weiterentwickeln?
- Wieviel Berufserfahrung habe ich?
- Professional oder Executive?
General Management oder Spezialisierung?
MBAs und Masters in Management oder Business sind Programme im „General Management“. Ihr Ziel ist es nicht, aus ihren Teilnehmern Experten in einer Management-Disziplin wie Marketing oder Finance zu machen, sondern einen Überblick über alle Management-Richtungen zu geben und so für Führungspositionen zu qualifizieren. Dagegen bieten spezialisierte Management-Masters wie der Master in Finance, Marketing, Human Resources Management oder Accounting Tiefenkompetenz in einem einzigen Fachbereich. Viele General-Management-Programme bieten selbstverständlich auch Spezialisierungen an und viele spezialisierte Management-Master informieren auch über die jeweilige Fachrichtung hinaus. Die Kernunterscheidung zwischen „allgemein“ und „spezialisiert“ aber bleibt und sollte bei der Frage nach der geeigneten Management-Weiterbildung als Erstes geklärt werden.
Karrierestart oder Karriere-Entwicklung?
Master-Programme setzen einen ersten akademischen Abschluss voraus, etwa den Bachelor, das Staatsexamen, das alte Diplom oder einen weiteren Master. Damit ergeben sich verschiedene Zeitpunkte, an denen man seinem ersten Abschluss einen Master draufsetzen kann. Der Master in Management ist dabei das geeignete Studium im allgemeinen Management, wenn man direkt von der Uni kommt oder noch sehr wenig Berufserfahrung hat. Der MBA dagegen setzt in der Regel drei Jahre Berufserfahrung voraus, auch wenn manche Business School ihre Eingangsvoraussetzungen schon auf zwei Jahre Berufserfahrung runtersetzt. Der Master in Management ist damit geeignet, um den eigenen Karrierestart besser vorzubereiten und sein Profil für den Berufseinstieg zu stärken. Der MBA dagegen richtet sich am Berufstätige, die schon ihre ersten Erfahrungen im Job gemacht, die ersten Projekte durchgeführt und die ersten Konflikte durchlebt haben. Spezialisierte Master schließlich bieten sich sowohl für Absolventen als auch für Berufstätige an.
Wie viel Berufserfahrung habe ich?
Ein Master-Studium im Management kann wie die meisten Postgraduierten-Programme als Vollzeit- oder Teilzeitstudium absolviert werden. Das Vollzeitstudium dauert ein bis zwei Jahre und das Teilzeit-Studium in der Regel drei Jahre. Das MBA-Studium bekommt man in Europa schon in zehn Monaten, wenn man an die französischen Kaderschmiede INSEAD geht, während ein US-amerikanischer MBA meist zwei Jahre erfordert. Teilzeitprogramme dagegen können berufsbegleitend studiert werden, etwa in Wochenend-Workshops, in mehrtägigen Präsenzphasen (Modulen) oder über ein Fernstudium. Die Studienlänge ist teils individuell gestaltbar, zieht sich meist aber auf zwei bis drei Jahre hin. Als Grundregel kann man ansetzen: Je näher man noch am ersten Studienabschluss ist, desto eher neigt man zu einem Vollzeitstudium. Dann gibt man noch kein mühsam erarbeitetes Gehalt oder eine gute Jobposition auf und kann den Karriereservice der jeweiligen Business School in Anspruch nehmen. Je weiter man dagegen im Beruf steht, desto eher neigt man zu einem Teilzeitprogramm, bei dem man seine aktuelle Karrierestufe nicht unterbricht.
Professional oder Executive?
Im Gegensatz zu den Masters in Management und den spezialisierten Masters gibt es MBA-Programme nicht nur als Vollzeit- und Teilzeit-Studium (Part-Time MBA), sondern auch explizit auf Führungskräfte ausgerichtet. Der so genannte Executive MBA ist also auch ein Teilzeit-Studium und kann berufsbegleitend studiert werden. Er setzt neben den üblichen Kriterien wie GMAT, erster akademischer Abschluss und Berufserfahrung aber noch mehrere Jahre Management- und Führungserfahrung voraus und richtet sich meist an Personen zwischen 35 und 45. EMBA-Programme sprechen also eine bestimmte Klientel an und sind deshalb meist auch teurer als Vollzeit- und Part-Time MBAs.
Für welche Studium man sich auch immer entscheidet: Die richtige Vorüberlegung und Planung ist sehr wichtig, da ein Postgraduierten-Studium, vor allem im Management, eine große Investition ist – an finanziellen Resourcen, aber auch an Energie und Zeit. Die Abwägung der Kriterien ist nicht immer einfach, zahlt sich am Ende aber meist aus.
Quellen: eigene Recherche
