
- Wichtig fürs Leben - die richtige Berufswahl - Dieter Schütz / Pixelio.de
Die Arbeitswelt, so wie wir sie heute kennen, wird sich in den kommenden Jahren weiter stark verändern. Dabei ist die Hoffnung auf eine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt nicht gegeben. Die Frage, die sich hieraus ergibt, lautet: Was können Arbeitnehmer tun, um sich besser in der Arbeitswelt aufzustellen? Eine der Antworten könnte lauten, dass die Wahl der Branche eine große Rolle spielt, wenn man in Zukunft erfolgreich – oder zumindest nicht arbeitslos – sein möchte.
Jobkiller technologischer Fortschritt: Maschinen ersetzen menschliche Arbeitskraft
Der technologische Fortschritt ist laut Jeremy Rifkin, amerikanischer Sozialforscher, Universitätsprofessor und Berater zahlreicher Großunternehmen, Regierungen und der EU-Kommission, der wichtigste Grund für den Abbau von Arbeitsplätzen. Eine der Kernthesen in seinem Buch „Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft“ lautet: „Industriejobs werden weitestgehend verschwinden, weil Maschinen billiger und oft bereits besser produzieren als Menschen.“ Weiterhin meint Rifkin, dass die Superreichen – die Global Players – in Zukunft die Herrscher über die Arbeit sein werden – und nicht etwa die Politiker.
Ein junger Mensch, der sich überlegt, welchen Beruf er wählen soll oder ein Arbeitsloser, der in seiner Branche keine Festanstellung mehr findet und über eine Umschulung nachdenkt, muss sich also genau überlegen, wo auf dem Arbeitsmarkt noch ein gewisses Maß an Sicherheit herrscht.
Harvard Professor Robert Reich: die fünf „C’s“ – die sicheren Branchen der Zukunft
Bereits seit Mitte der 1990er Jahre warnt der Ökonom Prof. Dr. Winfried Panse von der Universität Köln vor dem tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt. In einer Befragung von 1.200 Arbeitnehmern stellte er unter anderem fest, dass 92,8 Prozent der Befragten um ihren Arbeitsplatz fürchten. Das ist eine erschreckende Zahl.
Auf der anderen Seite gibt es neben den Experten, die die unangenehmen Wahrheiten über die Arbeitswelt der Zukunft aussprechen, jedoch auch Fachleute, die Lösungen anbieten und einen Weg aufzeichnen. Zu ihnen gehört Robert Reich, ehemaliger Arbeitsminister unter Bill Clinton und Harvard-Professor. Er ist der Meinung, dass es Branchen gibt, die Arbeitnehmern in der Zukunft Sicherheit geben können. Dabei führt er fünf Gebiete auf: Computing, Caring, Catering, Counseling und Coaching – die sogenannten fünf C‘s.
Computing – die IT-Branche wird weiter boomen
Privat- als auch Berufsleben sind ohne Computer nicht mehr vorstellbar. Immer mehr Vorgänge laufen über den Personal Computer. Immer mehr Abläufe werden so angelegt, dass der PC sie vereinfacht. Wir kaufen übers Internet ein, wie kommunizieren via E-Mail, für die Jugend ist das alles bereits eine Selbstverständlichkeit. Die IT-Branche wird weiter boomen und Arbeitsplätze sowohl in Entwicklung, Nutzung und Instandhaltung anbieten können.
Caring – freie Arbeitsplätze in Pflege, Betreuung, Fürsorge
Menschen werden immer älter, Mütter möchten wieder arbeiten gehen. Das sind nur zwei der vielen Tatsachen, die uns umgeben und die aufzeigen, dass der Betreuungssektor sich mit Mitarbeitern ausstatten muss.
Pflegeheime, Kindergärten, Einrichtungen der Fürsorge, Tagesstätten für Behinderte, Rehabilitationszentren. Dies alles sind potentielle Arbeitgeber für jene, die einen Arbeitsplatz in der Betreuungsbranche suchen.
Catering – die Zubereitung hochwertiger Speisen für Events
Früher bat der Gastgeber seine Gäste darum, einen Salat oder ein Baguette zur Party beizusteuern. Heutzutage beauftragt er ein Cateringunternehmen. Dies ist nur ein Beispiel, wie und wo ein Cateringservice, der viele helfende Hände braucht, tätig wird.
Hochwertig zubereitete Speisen und Lebensmittel werden sowohl nach Hause als auch zu Event Locations geliefert. Der Hochzeitsplaner bestellt hier genauso wie der Organisator eines Kongresses.
Counseling – Berater für Fachthemen sind gefragt
Nicht jeder kann alles wissen, aber er kann einen Experten fragen – wobei Experten nicht nur Mediziner, Rechtsanwälte, Unternehmens- oder Steuerberater sind. Auch zu den Themen Wohnen, Karriere, Hochzeit und vielen anderen sind Fachleute unterwegs und bieten ihre Beratungsleistungen an. Für den Kunden bedeutet das auf der einen Seite, dass er Tipps bekommt, aber auch dass er ausführen lassen kann und nicht selbst tätig werden muss.
Coaching – Hilfe zu Veränderung durch zuhören
In mancher Hinsicht ist das Coaching dem Counseling nicht unähnlich. Denn auch hier geht es um Beratung. Jedoch drehen sich die Gespräche im Bereich Coaching eher um weiche Themen wie Partnerfindung, Erziehung, Konflikte und Neuorientierung. Es geht dabei eher um das Zuhören, um Wege und Möglichkeiten zu finden, Situationen zu verändern.
Viele möchten in einer schwierigen Lebenslage gern mit einer neutralen Person sprechen oder finden in ihrem Umkreis niemanden, der zuhört. So hat sich diese noch recht neue Branche entwickelt.
Der eigenen Chef sein – lieber selbständig als arbeitslos
In ihrem Buch „Raus aus der Komfortzone – rein in den Erfolg“ schreibt die bekannte Buchautorin und Trainerin Sabine Asgodom, dass sich in Deutschland immer mehr Menschen selbständig machen. In Vollzeit, im Nebenerwerb oder in Teilzeitselbständigkeit. In diesem Zusammenhang, aber auch in zahlreichen Interviews und Zeitungsartikeln, greift Asgodom die fünf C’s von Reich auf und zeigt, wie man sich in diesen – aber auch anderen – Bereichen selbständig machen kann. Denn wenn man sich die fünf C‘s ansieht, wird deutlich, dass es Alternativen zur Festanstellung gibt und man unter Umständen gar keinen Arbeitgeber braucht, weil man sein eigener Chef sein kann.
