Wellenreiten in der Bretange

Der Strand von La Torche ist ein Geheimtip für Könner.

Atlantik-Surfer - Peter Steinhauer
Atlantik-Surfer - Peter Steinhauer
Surfer finden an der französischen Atlantikküste optimale Bedingungen. La Torche ist ein Spot abseits überfüllter Szenetreffs, der dem Surfer einiges abverlangt

Der Strand von La Torche liegt im Westen der Bretagne in der Bucht von Audierne. La Torche ist eigentlich eine Landzunge, die seitlich von weitläufigen Stränden eingefasst ist. Auf der Landzunge türmen sich imposante Felsformationen, die teilweise verbaut sind mit Bunkern aus dem 2. Weltkrieg. Man erreicht den Strand über eine unasphaltierte Straße durch die Dünen. Am Ende der Piste befindet sich ein Parkplatz mit Durchgangsspeere für Wohnmobile. Dort angekommen überrascht die gewaltige Geräuschkulisse. Der Atlantik meldet sich mit einem majestätischen Dröhnen. Sobald man es den sandigen Weg die Düne hinauf geschafft hat, tut sich ein imposanter Anblick auf. Der Strand hat eine ungeheuere Weite. Bei Ebbe muss man endlos lange zum Wasser laufen. Die heranrollenden Atlantikbrecher verursachen eine Gicht, die sich wie ein dichter Nebel über dem Sand legt. Die Menschen am Strand erscheinen nur schemenhaft wie auf einem maritimen Gemälde von William Turner.

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La Torche ist eine der bekanntesten Surferstrände in der Bretange. Klettert man durch die Felsen der Landzunge hat man einen perfekten seitlichen Blick auf die von den Wellen herangetragenen Surfer. Man sitzt in der ersten Reihe und erlebt ein großartiges Action-Spektakel.

Die Gewalt, mit der die Brecher heranrollen, flößt Respekt ein vor der Naturgewalt und der sportlichen Leistung der Surfer. Draußen, wo das Meer spiegelglatt ist, warten die Helden der Brandung auf die perfekte Welle. Rollt diese heran, legt sich der Surfer flach auf sein Brett und fängt an mit den Armen zu paddeln. Das muss schnell und kraftvoll geschehen, denn sonst läuft die Welle einfach davon. Hat der Surfer es geschafft, bevor die Welle bricht, deren Kamm zu überschreiten, gerät er in deren Sog. Er springt in den Stand und lässt sich von der Welle zum Strand tragen. Es gibt kaum einen Sport, der solch spektakuläre Bilder liefert.

In der Bretange hat das Surfen nur wenig mit dem Klischee des langhaarigen Aussteigers zu tun. Schaut man sich am Strand um, stellt man verwundert fest: Surfen ist hier Volkssport. Das Surferpublikum ist bunt gemischt. Junge Athleten mischen sich mit nicht mehr ganz so sportlichen Familienvätern. Selbst Kinder machen ihre ersten Versuche.

Gefährliche Brandung

Dabei gilt La Torche nicht als einfaches Revier. Das Meer verbirgt gefährliche Unterströmungen. Die Atlantik-Brecher sind von einer oft unberechenbaren Kraft, die bedrohlich über die ins Wasser ragenden Felsnasen rollen. Anfänger sollten sich deshalb nur bei kleineren bis mittleren Wellen hinaus aufs Meer wagen.

Am Strand von La Torche hat der Surfsport noch ein wenig von seiner Ursprünglichkeit bewahrt. Während weiter südlich die Strände um Biarritz vollkommen überfüllt sind, gibt hier schon wegen der Weite des Strandes keine Platzprobleme. Mit den neusten Quicksilver oder O'Neill-Shorts macht man an dem Betrange-Strand noch lange keinen Eindruck. Die Wellen sind rau, das Wetter oft unberechenbar. Das erfordert Respekt vor der Natur und sportliches Können.

Peter Steinhauer, Christoph Steinhauer

Peter Steinhauer - Ich arbeite als freier Journalist in Berlin für Print und Internet. Studiert habe ich in Bonn und Köln die Fächer ...

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