„Inoffizielle Hallen-Weltmeisterschaft“ wird er genannt, und mit dem Big Slam im Tennis verglichen. In der Disziplin Springen ging der Weltcup bereits 2009 in die 30. Runde. In diesem Jahr feiert er nun auch in der Disziplin Dressur sein 25-jähriges Bestehen. Damit ist der Weltcup im Reitsport eine der ältesten und am besten etablierten Serien.
Serie der Hallensaison
Als der Schweizer Reitsportjournalist Max Amann 1976 den FEI-Funktionären seine Überlegungen zur Gestaltung der Reitsport-Wintersaison unterbreitete und mit deren Einverständnis 1979 den Weltcup ins Leben rief, wollte er vor allem eine Serie schaffen, die den Springsport während der bis dahin kaum genutzten Wintersaison attraktiv machte. Hochdotierte und gut organisierte Hallenturniere sollten einen Anreiz für Reiter, Zuschauer und Medien bieten. Amanns Idee beeinflusste den Sport grundlegend. Das Winterhalbjahr entwickelte sich in kurzer Zeit zu einer zweiten Saison.
Einführung des Punktesystems
Das Engagement des gelernten Speditionskaufmanns reichte dabei weit über die Ideen-Findung hinaus. Amann knüpfte Kontakte, gewann Sponsoren und überzeugte Veranstalter. Das Sponsoring wurde verstärkt in den Sport eingebracht, um mit Hilfe von ansehnlichen Preisgeldern Anreize für die Teilnehmer zu schaffen. Marketingstrategien wurden herangezogen um die reiterlichen Darbietungen der Hallensaison für die Zuschauer reizvoller zu gestalten. Show-Einlagen hielten Einzug in den Reitsport. Das neu eingeführte Punkte-System machte die Serie für die Medien interessanter. Keines dieser Elemente ist heute mehr verzichtbar. Heute kämpfen in mehr als 40 Ländern Reiter aus 16 Ligen um die Qualifikation für das WeltCup Finale.
Weltweite Konkurrenz
Neben den Weltmeisterschaften und den olympischen Spielen hat der Reitsport mit dem Weltcup einen dritten Wettbewerb gewonnen, der zwischen weltweiter Konkurrenz ausgetragen wird. Seit 1986 wird auch in der Dressur der Weltcup ausgetragen. 2001 ging der Weltcup des Fahrsports in die erste Saison, auch die Vielseitigkeit folgte. Seit 2010 wird er auch in der Disziplin Voltigieren ausgetragen.
Namhafte Sieger
So unterschiedlich die Disziplinen sind, so unterschiedlich stellen sich auch die Medaillenspiegel dar. Hugo Simon, der das erste Weltcup-Finale 1979 gewann und zwei weitere Siege (1996 und 1997) für sich ausmachen konnte, ist neben Rodrigo Pessoa einer der wenigen Springreiter, der drei Mal den Cup gewinnen konnte. Unter den deutschen Reitern war Marcus Ehning drei Mal siegreich (2003, 2006 und 2010) ebenso wie Meredith Michaels-Beerbaum (2005, 2008 und 2009). Ludger Beerbaum (1993) und Otto Becker (2002) konnten je ein Mal den Sieg in einem WeltCup Final davon tragen. Bei den Dressurreitern gibt es dagegen gewisse Konstanten. Anky van Grunsven zum Beispiel, die bereits achtmal Siegerin des WeltCup Finals war. Auch Isabell Werth gehört zu den Reiterinnen, die immer wieder an der Spitze der WeltCup Teilnehmer zu finden ist. Bislang konnte sie zwei Siege, zwei zweite und drei dritte Plätze für sich ausmachen. Auch Namen wie Monica Theodorescu und Sven Rothenberger tauchen häufig auf der Liste der besten drei des Weltcup-Finals auf.
Finale 2011 in Leipzig
Jahre nachdem Gründungsvater Max Amann sein Amt als Direktor abgegeben hat, präsentiert sich der Weltcup heute als Event, um dass sich Austragungsorte intensiv bemühen. Viele Städte sind daran interessiert Qualifikationen und das WeltCup Finale in ihre Stadt zu holen. Das Spielerparadies Las Vegas in der Wüste Nevadas, bereits 2007 und 2009 Austragungsort eines Finales, würde die Austragung der Finals für die Disziplinen Dressur und Springen gerne für die kommenden Jahre fest buchen. Doch die Konkurrenz ist groß und gut aufgestellt. 2008 wurde das Finale in Göteborg ausgetragen, 2010 wurde der Sieger in Genf gefeiert. Orte mit hervorragenden Bedingungen. 2011 steht ein ganz besonderes Finale auf dem Programm: In Leipzig werden weltweit erstmals die Finals in vier Disziplinen gleichzeitig ausgetragen. Ein sportliches Highlight, das jede Menge Höhepunkte erwarten lässt.
