
- Häufiges Problem: Frühe ungewollte Schwangerschaft - Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Etwa 200 bis 400 Millionen Menschen bevölkerten der internationalen Forschung zufolge im Jahre Null die Erde, 1800 Jahre später waren es etwa eine Milliarde Menschen, in den darauffolgenden 200 Jahren kamen knapp sechs Milliarden dazu, so dass mittlerweile etwa knapp 6,9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Zwar nimmt die Zahl der Erdbewohner mittlerweile nicht mehr so rapide zu, aber das Wachstum hält noch für längere Zeit an. Dabei ist es jedoch nicht gleichmäßig verteilt, während die Bevölkerungszahl in vielen Industrieländern schrumpft, wächst sie in den Entwicklungsländern nach wie vor stark an. Deshalb hielten es die Vereinten Nationen für angemessen, nachdem die Zahl der auf der Welt lebenden Menschen am 11. Juli 1987 die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten hatte, den 11. Juli zum Weltbevölkerungstag auszurufen. Der erste Weltbevölkerungstag wurde 1989 begangen. Dass solche Aktionstage etwas nützen, glaubt allerdings kaum jemand, sie können bestenfalls für kurzfristige Aufmerksamkeit sorgen.
Bevölkerungszahlen und ihre Quellen
Die Zahlen der Bevölkerungsentwicklung der Welt in den vergangenen Jahren beruhen auf jahrzehntelanger internationalen Forschung, für die die verschiedensten historischen und literarischen Quellen herangezogen wurden, denn auch wenn es, etwa im Römischen Reich, schon früh erste Volkszählungen gab, gibt es Volkszählungen im heutigen Sinne erst seit dem 18. Jahrhundert und damals gab es sie auch nur in wenigen Staaten. Heute werden in den meisten Ländern im Zehnjahresrhythmus Zählungen durchgeführt, außerdem werden viele Daten, etwa Sterbefälle und Geburten laufend statistisch erfasst. Dies ist jedoch in vielen Entwicklungsländern nicht der Fall, und auch in den Industrieländern können nicht alle Zahlen zuverlässig erfasst werden. Diesen Schwierigkeiten zum Trotz gelten die Zahlen über die Entwicklung der Weltbevölkerung bis zum heutigen Stand als relativ gut gesichert und bilden auch die Grundlage für Zukunftsprognosen.
Weltbevölkerung 2010: Knapp 7 Milliarden Menschen
Die Annahme dass am 11. Juli 1987 die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten wurde, kam also durch statistische Berechnungen zustande, für den 11. Juli 2010 gaben die Bevölkerungsstatistiker die Zahl von 6.894.270.000 menschlichen Erdbewohnern aus. Den Zahlen der Entwicklungshilfeorganisation Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zufolge lebten 2009 mehr als vier Milliarden Menschen in Asien, 999 Millionen in Afrika, 738 Millionen in Europa, einschließlich Russland, 532 Millionen in Nordamerika, einschließlich Zentralamerikas und der Karibik, 388 Millionen in Südamerika und 36 Millionen in Ozeanien. UN-Daten zufolge lebten in Asien 1950 noch gut 1,4 Milliarden Menschen, in Afrika 224 Millionen, in Europa 549 Millionen, in Nord- und Lateinamerika je 166 Millionen, sowie in Ozeanien 13 Millionen. Hier zeigt sich, dass die Zahlen in den Industrienationen weit weniger anstiegen, da ein zunehmender Wohlstand für eine niedrigere Geburtenrate sorgt.
Weltbevölkerung und Entwicklungsländer
Mittlerweile geht in vielen wohlhabenden Ländern die Bevölkerungszahl zurück, in den Entwicklungsländern wird sie dagegen auch künftig noch ansteigen. Für das Jahr 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit einer voraussichtlichen Bevölkerungszahl von 9,1 Milliarden, in den 49 ärmsten Ländern der Welt soll sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 von 0,8 auf voraussichtlich 1,7 Milliarden Menschen verdoppeln. Dies hat gravierende Auswirkungen, etwa auf die Reduzierung der Zahl der Hungernden. Derzeit leiden etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt Hunger, damit ist die Zahl der Hungernden etwa gleich hoch wie in den 1950er Jahren, als schon einmal nahezu eine Milliarde Menschen hungerten. Damals jedoch lebten etwa 3,3 Milliarden Menschen auf der Welt, mittlerweile sind es mehr als doppelt so viele. Prozentual leiden derzeit also weniger Menschen Hunger, jedoch konnte die absolute Zahl nicht verringert werden und ob sie sich bei ständig wachsender Bevölkerung reduzieren lässt, ist fraglich.
Entwicklungsländer und die Solidarität der Industrieländer
Allerdings ist die Hungerproblematik in erster Linie eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit, denn weltweit wird genügend Nahrung produziert. Wäre auf Seiten der wohlhabenden Länder und zum Teil auch der Regierungen der Entwicklungsländer genügend guter Wille vorhanden, müsste kein Mensch hungern. Ähnliches gilt auch für einige andere mit dem Bevölkerungswachstum in den armen Ländern verbundenen Probleme. In der Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria könnten sich die Industrieländer schon heute stärker engagieren, was auch mithelfen könnte, die Kindersterblichkeit zu senken und die Gesundheit von Müttern zu verbessern. Auch sind es derzeit noch überwiegend die Industriestaaten oder Schwellenländer wie China, die die größten Umweltschäden anrichten, auch wenn das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern Auswirkungen auf die Umwelt hat.
Frauenrechte spielen eine große Rolle
Zu den bedeutendsten Ursachen des Bevölkerungsanstiegs zählen ungewollte Schwangerschaften. Laut DSW werden in den Entwicklungsländern jedes Jahr 76 Millionen Frauen ungewollt schwanger, vor allem weil es an Verhütungsmöglichkeiten fehlt. Nötig ist es deshalb die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln zu verbessern, was auch zur Bekämpfung von HIV/AIDS beitragen würde. Aber vor allem ist es wichtig, den Mädchen eine stärkere Bildung zukommen zu lassen und die Gleichstellung der Frauen zu fördern, damit sie künftig darüber bestimmen können, wie viele Kinder sie wollen.
Eigentlich hatten sich die UN-Mitglieder im Jahr 2000 verpflichtet, all diese Probleme bis 2015 zu reduzieren. Man verpasste dem Ganzen den schönen Namen Millenniumsziele. Wie ernsthaft das die Staaten mit der Umsetzung halten wollen, weiß außer den Verantwortlichen selbst allerdings wohl niemand. Laut DSW gefährdet das Bevölkerungswachstum die Erreichung dieser Ziele, jedoch wird auch umgekehrt ein Schuh daraus. Werden diese Ziele nicht umgesetzt, dürfte es auch nicht gelingen, das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Viel helfen wird da ein Weltbevölkerungstag nicht, jedoch kann er die Problematik zumindest mal wieder in Erinnerung rufen.
