Der Weltgebetstag (WGT) ist die größte ökumenische Laienbewegung von Frauen. Er findet jeweils am ersten Freitag im März statt. Im Jahr 2013 ist es Freitag, der 1. März. Das diesjährige Weltgebetstagsmotto lautet „Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“. Hier berichten die Frauen auch über die Situation von Frauen und Mädchen, die Opfer von Zwangsprostitution geworden sind. Somit hat der Weltgebetstag immer auch eine politische Dimension und weist auf den Missbrauch und Diskriminierung von Frauen hin.

Weltgebetstag in über 170 Ländern

Der Weltgebetstag der Frauen (WGT) findet in über 170 Ländern in ökumenischen Gottesdiensten statt und ist in die internationale Weltgebetstagsbewegung integriert. In Deutschland koordiniert der gemeinnützige Verein "Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V." die Aktivitäten. Die Kollekte jeder Weltgebetstagsfeier wird für die Projektarbeit verwendet. Laut Komitee ist die Unterstützung der Frauen vor Ort das sichtbare Zeichen weltweiter Verbundenheit und Solidarität. Für welches Projekt die Kollekten verwendet werden, entscheidet jedes nationale Weltgebetstagskomitee eigenständig.

Kollekte zur Unterstützung von weltweiten Projekten

Immerhin wurden seit 1975 über den Weltgebetstag der Frauen insgesamt 6.000 Projekte in rund 150 Ländern weltweit mit rund 63 Millionen Euro gefördert. Allein in der Bundesrepublik sind insgesamt 95 Frauenprojekte weltweit unterstützt worden. Für den Weltgebetstag 2012, der von christlichen Frauen aus Malaysia konzipiert wurde, wurden in Deutschland mehr als 2,8 Millionen Euro gespendet. Er stand unter dem Motto „Steht auf für Gerechtigkeit“.

Ökumenischer Gottesdienst für Männer, Frauen und Kinder

Der Weltgebetstag der Frauen ist in einen ökumenischen Gottesdienst eingebettet, der vor Ort von den Frauen vorbereitet wird. Dieser Gottesdienst ist aber nicht geschlechtsspezifisch ausgerichtet. Zum Weltgebetstag der Frauen sind Männer, Frauen und Kinder eingeladen. Es gibt einen strukturierten Ablauf des Gottesdienstes, der in jedem Jahr von christlichen Frauen eines bestimmten Landes erstellt wird. In den jeweiligen Komitees der anderen Länder wird diese Gottesdienstordnung in die Landessprachen übersetzt. Daraus entstehen Texte und Gebete, in denen die Frauen unterschiedlicher Nationalitäten, eigene Hoffnungen und Ängste, Freuden und Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse in den Weltgebetstag einbringen, der eng mit ihrer Kultur zusammenhängt. In diesem Jahr haben französische Frauen den Ablauf und die Texte in die Hand genommen. In Deutschland Jahren organisieren und gestalten Frauen ökumenischer und teils konfessionsübergreifender Gruppen in vielen Gemeinden den Weltgebetstag.

Austausch und Solidarität

Das gemeinsame Anliegen des Weltgebetstages war von Beginn an, sich auszutauschen und die Gemeinschaft aller christlichen Frauen in der Welt sichtbar zu machen und nach außen zu tragen. Aus diesem Grund werden die Gebete und die Texte des Weltgebetstages der Frauen im jährlichen Wechsel immer wieder aus einem anderen Land von den dort lebenden christlichen Frauen vorgeschlagen und verfasst. In den Beiträgen der beteiligten Frauen spiegeln sich die Basis und Kultur ihres Landes wider. So repräsentieren diese Frauen die unterschiedlichen christlichen Konfessionen, aus denen sie kommen. Da der Weltgebetstag kurz vor dem internationalen Frauentag stattfindet, steht er unmittelbar im Kontext zu der rein politischen Veranstaltung, wo es ebenfalls um die Würde von Frauen und Geschlechtergerechtigkeit geht.

Quellen:

Der Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e. V.

Frauenbund Bayern

Evangelische Frauen in Baden-Württemberg