Wie bei jedem Ausdauersport liegt auch beim Schwimmen der Schlüssel zum Erfolg in der Kontinuität der Bewegungen. Auch das Ankommen und Umdrehen am Beckenrand darf also den kontinuierlichen Bewegungsablauf beim Schwimmen nicht unterbrechen, sondern sollte in ihn eingebunden werden. Wenn der Schwimmer alles richtig macht, empfindet er die Wendung nicht als Störung, sondern als Genuss einer dynamischen Bewegung.
Welche Arten der Wende am Beckenrand gibt es für Rückenschwimmer?
Der Rückenschwimmer kann am Beckenrand auf verschiedene Arten die Richtung wechseln, ohne den kontinuierlichen Bewegungsablauf zu unterbrechen. Dazu gehören unter anderem die Schrauben-Wendung, die Umwälz-Wendung und die sogenannte Naber-Wendung.
1. Die Schrauben-Wendung: Hierbei dreht sich der Rücken-Kraulschwimmer einfach um seine eigene Achse, nachdem er den Beckenrand mit den Fingerspitzen berührt hat. Der Kopf bleibt permanent unter Wasser.
2. Die Umwälz-Wendung: Während der Rückenschwimmer mit der Hand den Beckenrand berührt, wälzt er sich mit dem Mund nach unten zeigend um auf den Bauch und dreht sich wieder auf den Rücken, während er sich mit den Füßen abstößst. Der Impuls bei dieser Drehung kommt aus dem Rücken.
3. Die „Naber-Wendung“: Benannt nach ihrem Erfinder, dem Schwimmer John Naber, funktioniert diese Wendung ähnlich wie die Schrauben-Wendung. Allerdings bleibt hierbei das Gesicht permanent außerhalb des Wassers.
Wie wenden Brust-, Kraul- und Schmetterlingsschwimmer am Beckenrand?
Brust-, Kraul- und Schmetterlingsschwimmer wechseln die Richtung im Grunde ähnlich, berühren jedoch den Beckenrand mit beiden Händen gleichzeitig und halten die Schultern auf gleicher Höhe. Die effektivste, aber komplexeste Wende beim Schwimmen im Brust-, Kraul- oder Schmetterlingsstil ist allerdings die Purzelbaum-Wendung unter Wasser.
Wie funktioniert die Purzelbaum-Wendung unter Wasser?
Bei dieser Wendung werden vier Bewegungen in kürzester Zeit ausgeführt. Sie bedarf deshalb besonderer Koordination. Das erste, woran der Schwimmer denken muss, ist es, den Beckenrand zu fokussieren, während er sich ihm nähert. Schon hier beginnt der Koordinationsakt, denn die Drehung wird etwa 1,5 Meter vor dem Beckenrand eingeleitet. Wenn nur noch ein einziger Schwimmzug fehlt bis zum Beckenrand, taucht der Schwimmer „in den Purzelbaum“: mit dem Kopf in Richtung Schwimmbadboden, dann unter seinen Oberschenkeln durch auf den Rücken und mit dem Gesicht unter Wasser parallel zur Wasseroberfläche. Bei dieser Drehung nimmt der Schwimmer seine Arme zur Hilfe. Seine Beine schwingen gleichzeitig in Richtung Beckenrand um. Die Knie werden dabei dicht an den Körper angezogen. Noch bevor die beiden Füße gleichzeitig zum Abstoß an die Wand gesetzt werden, leitet der Schwimmer seine Drehung auf den Bauch ein und streckt die Arme über den Kopf aus – wieder bereit zum Schwimmzug. Erst wenn der Körper in Schwimmrichtung ist, erfolgt der Abstoß mit beiden Beinen gleichzeitig von der Beckenwand.
Achtung bei den ersten Versuchen: Verschlucken gehört zum Lernprozess!
