Arbeitsteilung im Haushalt
Viele junge Eltern müssen nach der Geburt des ersten Kindes erst einmal mit der neuen Situation zurecht kommen. Häufig fallen Eltern in den ersten Wochen nach der Geburt automatisch in die traditionelle Rollenverteilung, auch wenn ihr Rollenverständnis vor der Geburt des Kindes ein äußerst fortschrittliches und partnerschaftliches war. Aufgrund des Umstandes, dass die meisten Frauen doch zumindest für die Dauer des Mutterschutzes und meist darüber hinausgehend auch das erste Lebensjahr des Kindes zu Hause bleiben, rutschen sie häufig zunächst unbemerkt in die Rolle der Hausfrau hinein. Diese Rolle lässt sich aber regelmäßig nicht mit dem Selbstverständnis und Selbstbild moderner Frauen vereinbaren. Die Arbeitsteilung im Haushalt wird damit schnell zu einem Konfliktpunkt innerhalb der Partnerschaft der jungen Eltern.
Verbindliche Regeln treffen
Die Erfahrung zeigt, dass die Frage der Verteilung der Hausarbeit sich in den meisten Fällen nicht von allein regelt, mag dies auch zu Zeiten, als das Paar noch kinderlos und beide vollschichtig berufstätig waren, so gewesen ist. Es ist daher unerlässlich, dass verbindliche Abmachungen zwischen den jungen Eltern getroffen werden, damit eine gleichberechtigte Verteilung der Hausarbeit erzielt wird.
Der Alltag
Studien zeigen immer wieder, dass Mütter in der Regel erheblich mehr Zeit für die Kinderbetreuung und Haushaltsführung aufwenden, als Väter. Hierfür ist regelmäßig ohne Belang, in welchem Umfang die Mütter selbst berufstätig sind. Dies hat für die betroffenen Frauen meist eine ständige Überbelastung zur Folge, die auf lange Sicht unzufrieden macht und damit zu Konflikten mit dem Partner führt.
Lösungsmöglichkeiten
Zunächst ist es für junge Eltern ganz wichtig, dass wechselseitig der Respekt vor der Arbeit des anderen gewahrt wird. Dies mag gerade in den Fällen, in denen es wenig Überschneidungen der Arbeitswelten der Partner gibt, nicht immer leicht sein, ist aber die Basis, um eine für beide Seiten tragfähige und respektable Lösung zu finden. Dabei sollten sich die Partner bewusst machen, dass eine partnerschaftliche und gerechte Aufgabenverteilung entschieden zur Zufriedenheit und damit auch zur Stabilität der Partnerschaft beiträgt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch die beiderseitige wirtschaftliche Unabhängigkeit der Partner voneinander. Gerade junge und moderne Frauen haben heute große Schwierigkeiten damit, komplett vom Einkommen ihres Partners abhängig zu sein. Alles spricht daher für die Berufstätigkeit beider Elternteile bei gleichzeitiger gerechter Verteilung der Hausarbeit und Kinderbetreuung.
Verhaltensstarre der jungen Väter
Unstreitig gehört es zum Selbstbild junger Väter, dass sie eine gleichberechtigte Partnerschaft wünschen und sie sich daher auch zu gleichen Teilen an der Hausarbeit beteiligen wollen. In der Praxis mangelt es dann aber erfahrungsgemäß meist an der konkreten Umsetzung. Diese Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis junger Väter und der tatsächlichen Umsetzung wird schnell zum Konfliktstoff für die Partnerschaft.
Fordernd bleiben
Leider zeigt die Praxis, dass sich die meisten Frauen irgendwann mit der bestehenden klassischen Rollenverteilung abfinden und wie selbstverständlich allein für die Hausarbeit und Betreuung der Kinder die Verantwortlichkeit übernehmen. So sind es in der Regel fast ausschließlich die Frauen, die sich bei beiderseitiger Berufstätigkeit der Partner um die Organisation der Kinderbetreuung kümmern. Auch die Hausarbeit wird von den Frauen, häufig abends oder neben der eigenen Betreuung der Kinder, noch „schnell“ erledigt. Häufig ist leider auch noch in den Köpfen das Bild verfestigt, dass sich Frauen eben besser mit Kindern und Haushalt auskennen. Und der Vergleich mit der Bereitschaft der Männer im Freundes- und Bekanntenkreis, sich an der Kinderbetreuung und Haushaltsführung zu beteiligen, zeigt meist, dass der eigene Mann sogar noch mehr tut, als diese. Viele Frauen sehen es auch als ihre Aufgabe an, dem Hauptverdiener der Familie den Rücken freizuhalten. Meist geht dies, wie die Statistiken zeigen, damit einher, dass die Väter nach der Geburt jedes Kindes ihr Arbeitspensum noch weiter steigern, was sicher auch in dem erhöhten Verantwortungsgefühl als Hauptverdiener der Familie zu tun hat.
All das sollte aber auf keinem Fall dazu führen, dass der Wunsch nach einer partnerschaftlichen und gerechten Aufgabenverteilung aufgegeben wird.
Eigene Wege
Wenn Väter beginnen, Aufgaben im Haushalt zu übernehmen und sich aktiv an der Kinderbetreuung beteiligen, kommt es häufig zu Konflikten zwischen den Partnern, weil die Männer die Dinge anders angehen, als dies die routinierten Mütter tun. Hier gilt es für die jungen Mütter unbedingt Zurückhaltung zu üben. Auch die jungen Väter müssen sich in ihre Rolle finden und eigene Wege entwickeln, wie sie Kinderbetreuung und Hausarbeit angehen wollen. Auch die Kinder profitieren regelmäßig davon, wenn sie erleben, dass Aufgaben auf verschiedene Art und Weise erledigt werden können.
Ansprüche runterschrauben
Zwar wollen die jungen Mütter heute in keinster Weise mehr dem Hausfrauenbild der Mutter- oder Großmuttergeneration entsprechen, hinsichtlich der Haushaltsführung sind die Ansprüche an Ordnung und Sauberkeit jedoch häufig noch an die Maßstäbe der 50er-Jahre gebunden. Hier müssen sich junge Eltern ganz schnell klarmachen, dass die erfüllte Ausübung einer Erwerbstätigkeit und die am Kindeswohl orientierte Kinderbetreuung nicht mit solch hohen Haushaltsmaßstäben einhergehen kann. Hier gilt: „Weniger ist mehr“. Sauberkeit und
Ordnung sind nicht annähernd so wichtig für die Zufriedenheit, wie eine erfüllte Berufstätigkeit und ein glückliches Zusammenleben mit Kindern und Partner. Die Ansprüche an die Haushaltsführung müssen daher den tatsächlichen Begebenheiten angepasst werden.
Tipp:
Bleiben Sie hartnäckig. Rufen Sie sich und Ihrem Partner immer wieder in Erinnerung, wie Sie sich vor der Geburt Ihres Kindes eine partnerschaftliche und gerechte Aufgabenverteilung hinsichtlich der Hausarbeit und der Kinderbetreuung vorgestellt haben. Knüpfen Sie hieran an und versuchen Sie diese Wünsche den tatsächlichen Begebenheiten anzupassen.
