Wenn das Baby nicht schlafen will und schreit

Wie Säuglinge besser schlafen und sich beruhigen lassen

Ihr Baby will nicht schlafen? - Karin Martin
Ihr Baby will nicht schlafen? - Karin Martin
Mit Ritualen finden Babys besser in den Schlaf. Durch sanftes Schaukeln lassen sie sich beruhigen. Auch im Kinderwagen und Kindersitz wollen Säuglinge gut gebettet sein.

So süß ein Baby ist: Im Idealfall (für viele Eltern) schläft es nachts wie ein Murmeltier in seinem Bettchen im Kinderzimmer, während Mama und Papa sich das große Bett teilen. Die Realität sieht freilich meist anders aus! „Der Neuankömmling, der rund alle vier Stunden seine Milch verlangt, kann die Schlafroutine der gesamten Familie ziemlich durcheinander bringen“, weiß Autorin Jenifer Calvi, Autorin des Ratgebers „Das Baby ist da!“ (BLV-Verlag).

Wie Babys besser schlafen

Forschungen bestätigen, dass Säuglinge mit Ritualen besser schlafen, führt Jenifer Calvi weiter aus:

  • Legen Sie Ihr Baby möglichst immer in sein Bettchen nieder – dann weiß es, was von ihm „erwartet“ wird. Schläft Ihr Baby zuerst in Ihren Armen ein, kann es sein, dass es sich beim Aufwachen im Bett beschwert. Oft legen sich Eltern dann mit ihrem Kind ins Ehebett, wo es wohl bleiben wird – wägen Sie ab, ob Sie das wirklich wollen.
  • Schalten Sie nachts das Licht aus und höchstens ein schummriges Nachtlicht ein. So lernt Ihr Baby, Tag und Nacht auseinander zu halten. Wickeln Sie Ihr Kind nachts nur, wenn es nötig ist, und dann zügig, ohne zu spielen … möglichst ohne grelles Licht.
  • Schlafanzug-Anziehen und Spieluhr-Aufziehen zum Beispiel können zu den täglichen Ritualen zählen. Nicht jedoch: Fernsehen, toben (auch mit Papa nicht!) oder laute Musik hören.
  • Schreit Ihr Baby bleiben Sie möglichst cool. Sanfte Worte und Streicheln beruhigen es oft. Ein Schnuller hilft auch – allerdings wird Ihr Baby ihn in der Folge öfter einfordern

Hilfe, Schreibaby!

Ihr Baby ist satt, ausgeschlafen und schreit, und Sie wissen nicht warum? Lassen Sie sich bloß nicht durch Sprüche von anderen noch mehr verunsichern. Egal ob das ein „Wieso beruhigst du es nicht – du bist doch die Mutter und musst wissen, was ihm fehlt“ ist. Oder ein: „Stürz doch nicht immer gleich zum Baby. Das hat dich voll im Griff.“. Manche Menschen erkennen gar nicht, wie fertig eine Mutter mit schreiendem Baby sein kann! Manchmal hilft dann nur professionelle Hilfe aus der Schreiambulanz.

Das Baby beruhigen

„Die oberste Regel, wenn es darum geht, ein Baby zu beruhigen lautet: Versuchen Sie nicht, Ihr Kind abzulenken! Sondern nehmen Sie es in Ihre Arme, atmen Sie ruhig und versuchen Sie ganz bei Ihrem Baby zu sein“, erklärt Autorin Calvi. Nervöse Kinder beruhigen sich oft schnell durch das sanfte Schaukeln in einem Schaukelstuhl oder in einer Hängematte, oder wenn Sie es in einem Tragetuch tragen. Auch das Vorsingen oder Summen eines Liedes wirkt.

Auch wenn immer noch dieser Ratschlag erteilt wird: Wenn Sie Ihr Baby lange schreiend allein lassen, werden nicht seine Lungen gestärkt. Es lernt stattdessen, dass die Menschen, die es braucht nicht da sind. Das heißt aber nicht, dass Sie Ihr schreiendes Baby nicht einmal wem anderen in den Arm drücken dürfen. Wenn Sie für eine gewisse Zeit Luft holen konnten, werden Sie merken, dass sich Ihre Ungeduld, Ihr Zorn in Nichts aufgelöst haben, und Sie wieder mehr Ruhe an ihr Kind ausstrahlen.

Untersuchungen beim Kinderarzt

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie alles richtig machen bzw. ob Ihr Kind gesund ist, fragen Sie besser Ihren Kinderarzt. Ob sich Ihr Schatz gut entwickelt, stellt dieser auch in den so genannten Vorsorgeuntersuchungen fest, derer in den ersten sechs Lebensmonaten vier vorgesehen sind. Dabei hält der Kinderarzt u.a. das Gewicht, die Größe und den Kopfumfang Ihres Kleinen fest, untersucht seine Reflexe und Organe und überprüft die Hüfte auf Fehlstellungen.

Der richtige Kinderwagen fürs Baby

Natürlich soll das Baby auch im Kinderwagen gut gebettet sein. Doch reicht ein No Name Kinderwagen, oder muss es einer der viel gepriesenen „Ferarris unter den Kinderwägen“ (z.B. Bugaboo, Hesba) sein, die selbst von Promis der A-C-Klasse gerne spazieren geführt werden? Hier scheiden sich die Geister. Die einen preisen die enorme Belastbarkeit und Wendigkeit und das leichte Gewicht ihrer Luxuswägen, und haben damit sicher nicht unrecht. Andere finden sie restlos überteuert und meinen, man zahle in erster Linie den Namen. Wichtig ist in jedem Fall: In den Sporteinsatz setzt man das Kind erst, wenn es sicher allein sitzen kann, sonst muss es im Liegen befördert werden, denn eine ständig gebeugte Haltung ist schlecht für die Wirbelsäule der Mäuse.

Der richtige Kindersitz fürs Auto

Für die Sicherheit Ihres Babys sollten Sie auch im Auto Sorge tragen, wo es unbedingt einen Kindersitz benötigt. Egal ob neu oder gebraucht, geschenkt, gekauft oder geliehen: Der Kindersitz sollte von höchster Qualität sein, der aktuellen Prüfnorm entsprechen, hundertprozentig zu Kind und Fahrzeug passen (Babyschale Gruppe 0+), richtig montiert und auf jeder, wirklich jeder Fahrt verwendet werden. Denn an Bord gilt wie im Alltag: Ihr Kind ist das kostbarste Gut!

Karin Martin, Karin Martin

Karin Martin - ... geboren und aufgewachsen in Wien absovierte ich eben dort mein Romanistik- und Publizistik-Studium. Später zog ich mit meiner ...

rss