Durchfall beim Hund ist an sich keine Krankheit. Es ist allerdings ein Symptom, das auf eine Erkrankung hinweist. Die Ursachen können vielfältig sein. Wenn es dem Tier nicht allzu schlecht geht, sollten Sie versuchen, diese selbst herauszufinden. Gerade bei psychischen Störungen können Sie besser als ein Außenstehender die Gründe dafür erkennen.

Hat der Hund eine Temperatur von über 38,5 °C, frisst er kaum noch und magert stark ab, sind dies Anzeichen für eine ernstzunehmende Krankheit, und er muss unverzüglich dem Tierarzt vorgestellt werden. Doch nicht immer ist ein dünner Stuhl gleich ein schlimmer Notfall. Durchfall kann auch aufgrund einer Neurose entstehen. Der Hund ist ein sensibles Tier und verkraftet Veränderungen manchmal nicht.

Durchfall aufgrund von seelischen Störungen

Fängt ein stubenreines Tier plötzlich an, seinen flüssigen Kot auf dem Teppich abzulassen, weist aber ansonsten keine körperlichen Beeinträchtigungen auf, kann man davon ausgehen, dass es etwas bedrückt. Überlegen Sie einmal, woran das liegen könnte. Haben Sie Familienzuwachs bekommen? Haben Sie eventuell die Wohnung umgeräumt und die Schlafstätte des Hundes verrückt? Oder musste das Tier längere Zeit allein bleiben? Verschiedene Gründe kommen in Frage, das Ergebnis ist jedoch immer dasselbe: Der Hund möchte mit dieser Unsauberkeit um mehr Aufmerksamkeit buhlen. Um Abhilfe zu schaffen, sollten Sie ihm diese auch schenken. Schimpfen Sie aber nur mit ihm, wenn er das unerwünschte Geschäft in der Wohnung verrichtet.

Durchfall aufgrund falscher Fütterung

Häufig entsteht Durchfall jedoch aufgrund falscher Fütterung. Manche Hunde vertragen zum Beispiel kein rohes Fleisch, Leber, Milch oder sehr fettreiches Essen. Haben Sie die Ernährung umgestellt, kann es sein, dass das Tier darauf empfindlich reagiert. In diesem Falle sollten Sie wieder auf die gewohnte Fütterung zurückgreifen. Ist der Hund kräftig, wirkt der Durchfall wie eine problemlose Darmspülung. Geschwächte Vierbeiner sollten dagegen wieder aufgepäppelt werden. Das kann beispielsweise mit Fleischbrühe geschehen.

In einigen Fällen kann der Durchfall sehr hartnäckig sein und mehrere Tage andauern. Der Hund wird dadurch ziemlich geschwächt, selbst wenn er ansonsten noch munter wirkt. Deswegen sollte ihm auf jedem Fall geholfen werden, bevor er ganz schlapp macht.

Fastenkur bei Durchfall

Können Sie keinen eindeutigen Grund für den Durchfall finden, kann dennoch eine Fastenkur heilsam sein. Bereiten Sie für Ihren Hund Haferschleim mit Salz zu. Milch und Zucker sollten Sie jedoch weglassen. Stattdessen sollten Sie kräftig mit Fleischextrakten würzen, um den Vierbeiner auf den Geschmack zu bringen. Geben Sie ihm täglich einige Esslöffel (maximal 10) gut aufgewärmten Brei.

Viele Menschen rümpfen bei Haferschleim die Nase. Verlieren Sie nicht die Geduld, wenn es dem Hund genauso geht und er nicht fressen mag. Gewalt anzuwenden, wäre nun völlig verkehrt und würde nur das Vertrauen des Vierbeiners zu Ihnen zerstören.

Halten Sie durch und bieten Sie ihm nichts weiter als dem Haferschleim an. Irgendwann wird der knurrende Magen siegen. Nun können Sie dem Hund auch ab und zu eine Mohrrübe gegen das Hungergefühl geben. Um die Darmreinigung während der Fastenkur noch zu unterstützen, sollten Sie dazu wenig Wasser, aber viel schwarzen Tee reichen.

Ein weiteres gutes Hausmittel gegen Durchfall ist Johannisbrotkernmehl. Dieses beruhigt den Magen. Der Hund sollte ein bis zwei Teelöffel am Tag davon bekommen. In Verbindung mit Keksen schmeckt es ihm noch mehr und wird besser angenommen.

Geeignete Medikamente bei Durchfall

Vertrauen Sie mehr auf die Wirkung von Medikamenten, können Sie dem Hund ein krampflösendes und schmerzstillendes Mittel geben. Achten Sie jedoch darauf, dass es speziell für Tiere entwickelt wurde. Ein Präparat, das gut für Menschen ist, kann für Hunde mitunter giftig sein. Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Sie sich vom Tierarzt entsprechende Dragees holen. In schweren Fällen und bei zunehmenden schlechterem Allgemeinbefinden des Hundes sollten Sie ihn ohnehin aufsuchen, damit er ihm eine Injektion machen kann.

Rückfälle vermeiden

Ist der Durchfall endlich überstanden, dürfen Sie Ihr Tier nur langsam wieder an sein übliches Futter gewöhnen. Um Rückfälle zu vermeiden, sind nur kleine Portionen, mehrmals über den Tag verteilt, erlaubt.

Literaturhinweis

Dr. med.vet. Rolf Spangenberg: Hundekrankheiten erkennen und behandeln. Falken-Verlag, Niedernhausen 1993

Bitte bedenken Sie: Ein Artikel von Suite101 ersetzt keinen Besuch beim Tierarzt.