Wenn der Hund vermisst wird

Rechtzeitige Registrierung erhöht die Chance auf Rückvermittlung

Hunderttausende von Hunden verschwinden jährlich in Deutschland. Wer seinen Vierbeiner kennzeichnen und registrieren lässt, erhöht die Chance auf Rückvermittlung.

Eine ungewohnte Umgebung, vielleicht ein erschreckendes Erlebnis – weg ist der Hund und will trotz allen Rufens und Lockens nicht wiederkommen. Nicht nur an fremden Orten, zum Beispiel auf einer Reise, kann so etwas passieren: Jedes Jahr verschwinden in Deutschland Hunderttausende von Hunden und Katzen, weiß man bei Tasso, dem mit 3,5 Millionen erfassten Tieren größten deutschen Register. Sie erschrecken sich und flüchten, sie folgen einer verlockend riechenden Spur, sie streunen und finden – häufig nach einem Umzug – nicht den Weg zurück; auch Diebstahl ist nicht selten.„Ohne eine zentrale Registrierung ist die Möglichkeit, ein solches Tier wiederzufinden, äußerst gering“, so Tasso-Sprecherin Andrea Thümmel.

Die Polizei als erste Adresse

Wo auch suchen? Meist ist Polizei die erste Adresse für Menschen, die ihren Hund vermissen. Und das ist keinesfalls abwegig, denn tatsächlich unterliegen auch Tiere dem Fundrecht, eine entsprechende Meldung bei Polizei oder Ordnungsamt im Falle eines solchen "Fundes" ist also gute Bürgerpflicht. Die Polizei vermittelt dann meist in das nächstgelegene Tierheim. Aber auch der – vorübergehende – Verbleib beim Finder ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Anders, wenn ein Hund gekennzeichnet und registriert ist. Anhand einer entsprechenden Plakette an Halsband oder Brustgeschirr ist das meist sofort zu erkennen, die Telefonnummer des Haustierregisters gleich mit vermerkt.

Registrierung nicht vergessen!

Immer mehr Halter erfüllen auch tatsächlich die erste der genannten Voraussetzungen, die Kennzeichnung ihres vierbeinigen Lieblings beim Tierarzt durch Tätowierung im Ohr oder unter die Haut eingepflanztem Mikrochip. Kein Wunder, ist sie doch Bedingung für die Ausstellung eines Heimtierausweises, wie er seit 2004 für alle Reisen innerhalb der Europäischen Union vorgeschrieben ist. „Vielen ist aber gar nicht bewusst, dass die Kennzeichnung allein für das Wiederfinden im Verlustfall nichts nutzt, wenn sie nicht auch den zweiten Schritt gehen und ihr Tier registrieren lassen“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Dr. Heidrun Betz.

Bei dem vom Tierschutzbund betriebenen Deutschen Haustierregister kann man Hund, Katze und Co., ebenso wie bei Tasso, kostenlos registrieren lassen; beide finanzieren sich über Spenden. Weitere Anbieter sind die Internationale Zentrale Tierregistrierung ifta sowie einige private Initiativen. Die drei Erstgenannten tauschen sich eigenen Angaben zufolge bei Bedarf über Vermisstenfälle aus. Eine direkte Vernetzung sei allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Rückvermittlung gesichert

Wenn im Fall eines vermissten – und registrierten – Hundes sowohl der Besitzer den Verlust als auch der Finder den zugelaufenen Vierbeiner bei einer dieser Institutionen melden, ist die Rückvermittlung gesichert. 40.000 erfolgreiche Zusammenführungen von Tier (meist Hund) und Mensch verzeichnet allein Tasso eigenen Informationen zufolge pro Jahr.

Heike Wells, Heike Wells

Heike Wells - Heike Wells, geboren 1957 im Rheinland, lebt heute an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und arbeitet als freie Journalistin ...

rss