
- Großer Ball mit kleiner Katze - S.Perkiewicz / pixelio.de
Spielen liegt in der Natur der Katze und das hat einen ganz einfachen Grund: Die motorischen und kognitiven Fähigkeiten, die eine Katze beim Spiel entwickelt, erleichtern ihr das Erlegen der Beute. Im Spiel erlernt eine Katze all das, was sie zum Jagen braucht. Neben Wachsamkeit trainiert sie Reaktion, Schnelligkeit und Präzision.
Katzen spielen zum Spaß und Vergnügen
Aber Spiel wäre nicht Spiel, wenn es keinen Spaß machen würde und Katzen lieben es, sich zu vergnügen. Besonders Wohnungskatzen brauchen die Abwechslung, die ihnen das Spiel mit dem Menschen bereitet. Da sie sich nicht mit echten Mäusen beschäftigen können, muss der Mensch für angemessenen Mausersatz sorgen. Fellimitate und Spielzeugmäuse stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala von Katzen - und wenn der Mensch diese noch an einer Schnur befestigt, dann lässt die Katze sich nicht zweimal bitten.
Spielerische Beutejagd - Gebrauchsgegenstände werden zum Objekt der Begierde
Alles was sich bewegt ist interessant, im Zweifelsfall auch die Hände. Vor allem temperamentvolle Katzen lieben es, wenn sie sich auf Hetzjagd durch die Wohnung begeben dürfen. Dabei werden Bälle, Schnüre oder Papierknäuel zur Beute. Manche Katzen apportieren diese dann sogar. Wenn die Katze mit dem Fang zum Menschen zurückkehrt, dann will sie ausgiebig gelobt und gestreichelt werden. Doch viel wichtiger ist für sie noch, dass der Gegenstand gleich wieder weggeworfen und somit erneut zum Jagdobjekt wird.
Tüftelaufgaben für schlaue Katzen
Doch auch ruhigere Gemüter brauchen spielerische Herausforderungen. Clevere Katzen können Stunden damit verbringen, Pappschachteln zu erkunden, Türen zu öffnen oder Futterverstecke ausfindig zu machen. Katzen, die gerne tüfteln, sind oft auch dazu bereit "Tricks" zu lernen. Hierfür brauchen sowohl Mensch als auch Katze viel Geduld und Ausdauer. Eine Katze kann beispielsweise lernen, Männchen zu machen. Dabei wird sie zuerst mit Futter gelockt. Wichtig ist es, dass das Ganze von einem einfachen Kommando begleitet wird, beispielsweise "und hoch". Zeigt die Katze das gewünschte Verhalten, wird sie mit einem Leckerli belohnt. Später wird sie den Trick mit Sicherheit auch ganz ohne "Bestechung" ausführen. Gelobt will sie dafür aber dennoch werden.
Einige Spielideen für Mensch und Katze
Katzen brauchen Abwechslung. Selbst das schönste Spiel kann auf Dauer langweilig werden, wenn es das einzige bleibt. Bei der Erfindung von Spielen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Oft genügt es auch, die Katze einmal intensiv zu beobachten, denn auch diese besitzen Kreativität. Einige Spiele, die bei den meisten Katzen Anklang finden sind:
- Schnur ziehen - dabei wird eine Schnur vor der Katze weggezogen
- Ball rollen - ein Ball oder ein anderer runder Gegenstand wird langsam an der Katze vorbeigerollt
- Schachtel erkunden - einfach einmal eine Pappschachtel offen stehen lassen und gucken, was passiert
- Maulwurf - ein Stöckchen unter einer Decke bewegen
- Männchen machen - die Katze mit einem Spielzeug auf die Hinterbeine locken
- Apportieren - kleine Gegenstände werfen und zurückbringen lassen
Wer sich intensiv mit seiner Katze beschäftigt und ausgiebig mit ihr spielt, wird schnell feststellen, dass sie ausgeglichener und entspannter wird. Je älter eine Katze wird, desto mehr nimmt ihr Spieltrieb ab; ganz erlischt er aber nie. Eine Katze, die plötzlich keine Lust mehr hat zu spielen, muss unbedingt beobachtet werden, denn sie ist vermutlich krank.
Quellen:
Lauer, Isabell: Meine Katze. Stuttgart: Kosmos. 2004
Ebbert, Andreas: Wie bringt man Katzen Tricks bei?
