Essen gehört als absolute Notwendigkeit zu unserem Leben dazu und in den meisten Fällen genießen wir es und überstehen es auch völlig unbeschadet. In wenigen Ausnahmen können unsere Nahrungsmittel jedoch einige Gefahren in sich tragen, die man weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick entdecken kann.
Krankheitserreger in Lebensmitteln
Vor nicht allzu langer Zeit erregte der Darmkeim EHEC großes Aufsehen und verursachte etwa 1500 Krankheitsfälle. Bei EHEC handelt es sich um Enterohämorrhagische Escherichia coli. Diese besonderen Stämme des Darmbakteriums E.coli, welches wir alle in uns tragen, können beim Menschen blutige Durchfälle verursachen und in einigen Fällen das bis weilen tödlich verlaufende HUS-Syndrom auslösen.
Mitte der 1990er Jahre gab es in Großbritannien den BSE-Skandal, der auch in Deutschland Angst und Schrecken in der Bevölkerung verbreitete. Bei der tödlich verlaufenden Bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE) oder im Volksmund auch Rinderwahn genannt, verändert sich die Struktur bestimmter Proteine im Gehirn, was zu einer Degeneration und einer schwammartig durchlöcherten Struktur des Gehirns führt. Ausgelöst wird dies Krankheit allem Anschein nach durch abnorme Prionen, welche über Futtermittel in den Kreislauf gelangten. Wie der Name Rinderwahn vermuten lässt, handelt es sich eigentlich bei dieser Erkrankung um eine Tierseuche, allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Verzehr von BSE-verseuchtem Fleisch beim Menschen eine ähnlich verlaufende Krankheit, das Creutzfeldt-Jakob-Syndrom auslösen kann.
Ebenfalls immer wieder auftretende Keime in Lebensmitteln sind die Salmonellen. Bei Salmonellen handelt es sich um Bakterien, die sowohl bei Tieren als auch beim Menschen Krankheiten hervorrufen können, wobei es sich meist um starke Durchfälle handelt. Bei den belasteten Lebensmitteln handelt es sich meist um Geflügelfleisch oder Eier, wobei eine Erhitzung der Lebensmittel auf über 75°C einen zuverlässigen Schutz bietet, da die Salmonellen dadurch zerstört werden. Schwierig wird dies nur bei Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet werden und nicht erhitzt werden, hier ist Vorsicht geboten, wenn die Speisen nicht mehr frisch sind.
Bei mangelnder Frische von Lebensmitteln können generelle Belastungen mit Bakterien oder Pilzen nicht ausgeschlossen werden. Solche Keime, die nicht immer zwingend selbst Krankheiten auslösen, können durchaus gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte freisetzen und auf diese Weise den Konsumenten schädigen. Häufig werden diese Formen unter dem Sammelbegriff der Lebensmittelvergiftung oder auch der Fleisch- bzw. Fischvergiftung zusammengefasst.
Chemische Substanzen in der Nahrung
Es sind jedoch nicht immer krankheitsauslösende Keime oder Prionen, die in den Lebensmitteln vorkommen können, sondern auch gesundheitsschädliche chemische Stoffe, die nicht selten durch den Mensch selbst zu verantworten sind. Immer wieder geraten Mastbetriebe unter Verdacht, illegale Impfstoffe, Antibiotika oder Hormone zu verwenden, die den Mastvorgang begünstigen, aber durchaus gesundheitsschädlich auf den Menschen wirken können, der solches Fleisch konsumiert. Auch bei der Zucht von Fischen und Schalentieren wurden in der Vergangenheit immer wieder solche illegalen Substanzen verwendet und in den späteren Produkten nachgewiesen, so fand sich zum Beispiel das EU-weit verbotene Antibiotikum Chloramphenicol in Shrimps aus Asien, welche über die Niederlande den Weg nach Deutschland fanden. Sicher erinnern sich auch einige noch an die Dioxin-Skandale, wobei es zum einen um irisches Schweinefleisch und zum anderen um verseuchte Eier ging. In diesem Fall wurde unwissentlich dioxinbelastetes Futter verfüttert, wodurch etwa 120.000 Dioxin-Eier in den Handel gelangten.
Wer denkt, er könne solche Probleme umgehen, indem er Bioprodukte kauft, liegt leider falsch, auch der Biosektor hatte seine Skandale in der Vergangenheit, so fanden sich enorme Mengen des verbotenen Pflanzenschutzmittels Nitrofen in Bio-Futtermitteln, was zur Folge hatte, dass für eine geraume Zeit viele Bioprodukte von den Händlern aus dem Sortiment genommen wurden.
Gammelfleisch und Co.
In einigen Fällen von „krankmachenden“ Lebensmitteln war die Ursache schlichtweg das weit überschrittene Verfallsdatum und das daraus resultierende gammelige Produkt. Im Rahmen dieser Fälle war das Wort „Gammelfleisch“ in aller Munde und es ging um vergammeltes Fleisch, das zum Teil bereits seit Jahren abgelaufen war und unter anderem auch zur Herstellung von Döner verwendet wurde, wodurch schnell der Name Döner-Skandal entstand. Zwar machte der Verzehr dieser Produkte den Konsumenten nicht zwangsläufig krank, jedoch war der „Ekelfaktor“ enorm hoch. Weniger bekannt, aber dafür nicht weniger unappetitlich war ein Skandal, der durch gammeligen Mozzarella ausgelöst wurde, welcher mit Mäusekot und Abfall verunreinigt war.
Auf Grund von intensiven Kontrollen, aufmerksamen Behörden und Kontrolleuren, gut funktionierenden Kühlketten beim Transport und der Lagerung von Lebensmitteln und nicht zuletzt auch umsichtigen Verbrauchern, halten sich solche Skandale jedoch in Grenzen und man kann relativ gefahrlos in Deutschland Lebensmittel konsumieren. Die häufigsten Probleme entstehen dadurch, dass der Verbraucher selbst die Nahrungsmittel unsachgemäß lagert, zubereitet oder über das angegebene Verfallsdatum hinaus verwendet.
Quellen und weiterführende Informationen
- zeit.de: BSE-Schock
- focus.de: Dioxin - Die Spur des giftigen Fettes
- enius.de: Shrimps - Erhebliche Chloramphenicol-Gehalte in 1/3 der Produkte
- stern.de: Lebensmittelskandal - Gammelfleisch unter der Garage
- spiegel.de: Mäusekot im Mozzarella
- welt.de: Sommer, Sonne, Salmonellen
- bfr.bund.de: Bedeutung der Salmonellen als Krankheitserreger
