
- Handgemachte Pralinenkunst von Fazer - © fazer.com
In Finnland zu leben ist wegen der Lage des Landes nicht immer ein Zuckerschlecken. Die meiste Zeit des Jahres ist es dunkel und bitterkalt, im Sommer gibt es viele Mücken und nur wenige warme und helle Tage. Aus diesen Bedingungen erwachsen manchmal komische Begabungen und Sehnsüchte. So spielen die Finnen in der Holzwirtschaft in der obersten Liga, auch beim Tango sind sie weltweit Spitze, Handys nahmen hier ihren Ursprung, das Land ist zudem ein Pool von verrückten Wettbewerben und Weltmeisterschaften. Wer hier wohnt, hat offenbar einen Hang zum Luftgitarre spielen, Handy weitwerfen, Sumpffußball spielen und, den meisten nicht bekannt, zu Schokolade! Diese wird von Finnen gerne und viel gegessen, was auch nicht verwundert, denn der Suchtfaktor bei Produkten von Fazer ist sehr hoch, geradezu gefährlich hoch.
Ein Schweizer in Finnland begeistert sich für Schokolade
Die Eltern von Karl Fazer wanderten aus Romanshorn in der Schweiz aus und gelangten über Hamburg nach Helsinki. Eduard Fazer war Kürschner, das kalte Land schien ihm ideal, um Felle zu verkaufen. Die Fazers hatten acht Kinder, der jüngste Sohn Karl wurde 1866 in Helsinki geboren. Sein Vater hatte sich vorgestellt, dass seine Söhne achtbare Berufe ergreifen würden, Karls Wahl, Konditor zu werden, begeisterte ihn nicht besonders. Aber Karl hatte Lust zur Arbeit und sah seine Erfüllung in der Konditorei. Seine Ausbildung machte er in St. Petersburg, damals die erste Adresse in Sachen Kuchen, Torten und Schokolade. Nach seiner Gesellenprüfung arbeitete er in St. Petersburg, Berlin und Paris in den besten Häusern am Platze und kehrte anschließend, mit 25 Jahren, nach Helsinki zurück. In Räumen, die seinem Vater gehörten und mitten in der Stadt lagen, eröffnete er 1891 sein erstes Café in französisch-russischem Stil. Hier bot er vorzügliche Schokolade an, aber auch Kaffee, Kuchen, Kekse und Torten. Für die Finnen waren all das Produkte, von denen sie bislang nur geträumt hatten und sie erstanden hier für wenig Geld unglaublich leckere Schlemmereien. Das damalige Credo von Karl Fazer ist auch heute noch aktuell - die Erwartungen der Kunden sollten immer übertroffen werden.
Guter Geschmack kommt nie aus der Mode
Fazer entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem großen Unternehmen mit einer immensen Produktpalette. Als Sohn Sven 1939 das Ruder übernahm, erweiterte auch er das Unternehmen konsequent, baute an anderen Standorten neue Fabriken, sorgte für Wohnraum, Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Bustransferdienste für die Arbeiter. Peter Fazer, das nächste Familienmitglied, führte den Genussriesen in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts auf den internationalen Markt, beginnend in Skandinavien, sich von dort ausweitend auf die gesamte Ostseeregion. Oberstes Ziel blieb immer, besondere Geschmackserlebnisse zu schaffen. Heutzutage wird Fazer in der vierten Familiengeneration geführt. Diese beschreibt die Kerngeschäfte des Unternehmens vom Urgroßvater mit: Schokolade, Süßigkeiten, Brot, Lebensmittel und Genuss, und - seit Karl Fazer hat sich nichts daran geändert - unvergessliche Geschmackserlebnisse zu schaffen und die Erwartungen der Kunden zu übertreffen.
Die Liebe zur Schokolade schmeckt man bei Fazer
Unter dem Namen Fazer gibt es heute diverse Cafés und Restaurants, einen Catering-Service, Brot, Kuchen, Torten, Süßigkeiten, Kaugummi und - Schokolade. In Finnland haben die Schokoladenerzeugnisse von Fazer Kultstatus, was nicht weiter wundert, denn sie schmecken wunderbar. Da ist es ganz egal, ob man die widrigen finnischen Umweltbedingungen als Grund für erhöhten Schokoladenkonsum angibt oder nicht, jeder Finne versteht diese Schwäche für Fazer. Auch im Ostseeraum ist Fazer weit verbreitet, in Deutschland allerdings nur in Feinkostläden. Was sehr schade ist, denn es lohnt sich, davon zu probieren. Die meisten der erfolgreichen Schokoladenprodukte wurden schon zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erfunden, sind aber immer noch eine Geschmackssensation und werden nach gleichem Rezept auch heute noch hergestellt, der berühmteste Vertreter ist hier wohl die blau eingepackte Milchschokolade - Maitosuklaa. Andere Klassiker sind Geisha, Wiener Nougat, Kiss-Kiss und Mignon.
Sollte Sie ihr Lebensweg mal nach Helsinki führen, dann ist ein Halt bei Fazer unbedingt erforderlich. In der Innenstadt befindet sich in der Kluuvikatu, genau an dem Ort, wo die Geschichte von Fazer 1891 startete, das Karl Fazer Café - bringen Sie aber viel Zeit und einen leeren Magen mit. In Fußnähe kann man auch das Flaggschiff der Fazer-Restaurants besuchen, im Stockmann, dem größten und bedeutendsten Kaufhaus der Stadt.
Und wenn Sie die leckeren und unaufgeregt verpackten Produkte von Fazer in Ihrer Nähe entdecken, dann greifen Sie zu, denn die Finnen haben Geschmack, das ist sicher. Eine große Auswahl von Fazer gibt es zum Beispiel jedes Jahr auf dem Weihnachtsbasar der Finnischen Seemannskirche im November in Hamburg.
Quelle: fazer.com
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