Nachruf auf Supermax: Wer war dieser Kurt Hauenstein?

Gitarre - Uwe Duwald/pixelio.de
Gitarre - Uwe Duwald/pixelio.de
Kurt Hauenstein, besser bekannt als "Supermax", verstarb in der Nacht von 20. auf 21. März 2011. Österreich trauert um einen einzigartigen Musiker.

Er war nicht nur beliebt und bekannt in Österreich. Der in Wien geborene Musiker, der seine Karriere eigentlich in Deutschland startete, war ein Weltmusiker. Er war der Gründer des Musikprojekts "Supermax" und von da an selbst mehr bekannt unter diesem Künstlernamen. Kurt Hauenstein starb im Alter von 62 Jahren in der Nacht von 20. auf 21. März 2011 in Wien, wie sein Manager Herbert Gruber bekannt gab. Als Todesursache wurden Herzprobleme angegeben und Ärzte hätten noch eine halbe Stunde lang versucht den Musiker zu reanimieren. Über Hauensteins Privatleben als Familienvater war nur wenig bekannt, dennoch machte ihn nicht nur seine Musik, sondern auch seine unkonventionelle Lebensart und sein Engagement für andere zu einem einzigartigen und besonderen Menschen.

Die Musik von Supermax

Sein bekanntester Song war "Love Machine", der auch 1979 in den USA erschien. "Love Machine" ist immer noch ein bekannter Disco-Hit. Der Disco-Funk-Song zeichnet sich aus durch einen sehr minimalistischen Groove, der lakonisch monotone Bass ist vorherrschend und gemischt mit flirrenden Moog-Synthies und quengelnden Gitarren. Der Titel wurde auch als "Hymne der Rotlichtmilieus und Schwulenclubs" bezeichnet. "Love Machine" war auf dem zweiten Album von Supermax, dem "World of Today"-Album (1977), welches Goldstatus erreichte. Supermax war bekannt für den entspannten Dancefloor-Groove und seine Genremischungen, bei denen er gerne Rockelemente mit Elementen aus afrikanischer Musik verband. Kurt Hauenstein hatte neben "Supermax" auch einige andere Projekte, bei denen er Musiker aus Entwicklungsländern unterstützte. So produzierte er zum Beispiel die Mädchengruppe Bamboo aus Surinam und rief das Projekt "Yaku" ins Leben, bei dem er mit bulgarischen Künstlern eine Mischung aus bulgarischer Folklore und Dancemusic produzierte.Mit "Supermax" veröffentlichte Kurt Hauenstein etwa 20 Alben (siehe Diskografie).

Reisen und Tourneen von Supermax

Kurt Hauenstein startete seine Karriere in Frankfurt am Main, Ende der 1960er Jahre. Sein Musikerleben führte ihn durch viele Länder und in sein Geburtsland Österreich kam er endgültig erst 2004 zurück. 2008 wurde er dort mit dem Silbernen Verdienstzeichen Wiens und dem "Amadeus" für sein Lebenswerk ausgezeichnet und meinte nur: "Die jungen Leute hier wissen gar nicht, dass es mich gibt." Schon seine allererste Tournee 1978 war ein riesiger Erfolg. Er gab 160 Konzerte in Deutschland, Holland, Italien und Spanien. Dennoch war seine legendärste Tour 1981 durch Südafrika, wo er sich allen Gesetzen zu Trotz auf der Bühne mit einer gemischten Band und schwarzen Hintergrundtänzerinnen präsentierte. Er gab 21 Konzerte, bei denen Chaos herrschte und Morddrohungen ausgesprochen wurden. Durch sein Ignorieren der Apartheidgesetze bekam er sogar Einreiseverbot in einigen Ländern. 1983 kam ihm die größte Ehre zu Teil, als er als erster weißer Musiker eingeladen wurde, am großen "Summer Splash Raggae Festival" in Jamaica aufzutreten. Auch später führten ihn seine Reisen oftmals zurück nach Jamaica, wo er weitere Konzerte gab. Sehr bekannt war seine Musik im Osten. Bereits 1980 spielten Supermax als erste westliche Popgruppe in Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Tschechoslowakei. Noch vor wenigen Jahren füllte er riesige Konzerthallen in der Ukraine und Sibirien, aber auch in Bulgarien (zum Beispiel 2007 Open Air vor 60 000 Zuschauern), wo er auch einige Zeit lebte. 7 Jahre verbrachte Kurt Hauenstein auch in Gran Canaria, bevor er nach Östereich zurückkam, wo er 1949 als Sohn eines Wiener Schrammelsängers geboren wurde. Die letzten Jahre gab er Konzerte im Wiener Gasometer, hatte einen Auftritt am Life Ball 2008 und spielte auf mehreren Harley Davidson Treffen. Kurt Hauenstein bezeichnete Österreich immer als ein "an sich schönes Land", aber die Menschen als "etwas gewöhnungsbedürftig". 2006 spielte er vor 2,5 Millionen Fernsehzuschauern am UNESCO-Friedenskonzert in Sri Lanka.

Rest in Peace, Kurt "Kurtl" "The Max" "Supermax" Hauenstein

Kurt Hauenstein war ein grandioser Musiker und ein Vorläufer, der sich politisch engagierte und es sich zum Ziel gesetzt hatte, Andere zu unterstützen. Eigentlich arbeitete er gerade an einem Film, einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilm, bei dem es darum ging, zu untersuchen, inwiefern das Engagement von Musikern die Politik beeinflussen kann. Ob der Film jetzt nach seinem Tod noch in dieser Form gedreht wird, ist noch unklar. Es soll aber ein "In Memoriam"-Projekt geben, bei dem auch bis jetzt unveröffentlichtes Musikmaterial von seinem geplanten neuen Album gezeigt werden soll.Mit dem Tod von Kurt Hauenstein endete die Ära eines Weltstars, aber seine Musik wird weiter gespielt werden, so wie er es in seinem ersten Album verlangt hatte: "Don´t stop the Music".

"What ever happens in life and what it may bring, don´t ever loose your dreams and your fantasy." Kurt Hauenstein

Die Diskografie von Supermax

  • 1977: Don’t Stop the Music
  • 1977: World of Today
  • 1979: Fly with Me
  • 1980: Types of Skin
  • 1981: Meets the Almighty
  • 1983: Electricity
  • 1986: Something in My Heart
  • 1990: World of Tomorrow – Hansa
  • 1992: Tha Max Is Gonna Kick Ya
  • 1993: One and All
  • 1993: Best of Supermax
  • 1995: 3 Club-CDs: Spirits of Love, Living in a World, Magnetic Rhythm
  • 1997: Supermax – 20th Anniversary
  • 2001: Terminal 2002
  • 2007: Remaxed Vol. 1
  • 2007: Remaxed Vol. 2
  • 2008: Best Of
  • 2009: I love my Harley
Barbara Lechner, Barbara Lechner

Barbara Lechner - Aufgewachsen in Klosterneuburg bei Wien habe ich schon als Kind immer gerne Geschichten und ganze Bücher geschrieben. Nach meiner ...

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