
- Werner-Filmplakat - Rötger Feldmann
Werner darf man durchaus zu einer der Kultfiguren der deutschen Zeichentrick-Geschichte zählen. Auf 12 Comicbände und 4 Filme hat es das Werk des Norddeutschen Zeichners Rötger Feldmann alias Brösel in seiner nun über 30 Jahren andauernden Existenz gebracht. Der 5. Film, ein Mix aus Real- und Trickfilm ähnlich wie beim ersten Film, ist nun seit dem 23.06 in den Kinos, jedoch fällt die Bilanz ernüchtern aus. Der Film will einfach nicht zünden, oder es in bröselscher Manier zu sagen: Dat kesselt nicht.
Die Story von Werner - Eiskalt
Die Story hört sich eigentlich sehr vielversprechend an: Der abgehalfterte Brösel macht Urlaub in Korsika nachdem sein Verleger sich geweigert hatte sein 13. Werk zu veröffentlichen. Beim Flachköpper machen stößt sich der Zeichner den Kopf und wird daraufhin für tot erklärt. Die Nachricht geht wie ein Lauffeuer durch alle Medien und erreicht schließlich auch Brösels Motorradclub, den FC Klappstuhl, der daraufhin beschließt Brösel nach Deutschland zu überführen, wobei die Gang natürlich auf alle möglichen Hindernisse trifft und ganz nebenbei Brösels bzw. Werners Leben Revue passieren lässt.
Recycling, oder was?
Kommt's bekannt vor? Jupp, der Film erinnert stellenweise sehr stark an Immer Ärger mit Harry oder andere Filme die sich rund um widerspenstige Leichen drehen. Aber nicht nur aus fremden Nestern wurde geklaut, nein auch aus dem eigenen Ideenpool wurde der eine oder andere Einfall recycelt. So ist die Rückreise von Korsika in den Norden nichts anderes als ein Gekotzt wird später 2.0 nur andersrum oder das Polizeifest als größere Variante von Röhrichs Grillabend, sogar mit selben Ausgang. Zugegeben, der Humor der Werner-Filme zeichnete sich nie durch Innovationen aus, nein er setzte immer schon auf die Slapstick- und Charakterkarte, ging dabei durchaus auch mal unter die Gürtellinie und das nicht nur bildlich gesprochen.
Die Pointen sitzen nicht
Von dem her wäre es ein Leichtes dem Film das Aufwärmen alter Gags zu verzeihen, wenn wenigsten die Pointen sitzen würde. Genau das tun sie aber nicht. Der Film hat seine lichten Momente, gerade Röttgen selbst ist immer ein Garant für einen Lacher, selbst als Scheintoter, ansonsten dümpelt der Film so vor sich her, immer in der Erwartung eines großen Knalls, der aber ausbleibt. Hinzu kommt noch eine Liebesgeschichte, die auf Biegen und Brechen ins Skript mit rein musste und den sowieso schon recht mageren Film noch weiter verwässert. Dass das auch anders geht, wurde in Werner – Beinhart bewiesen, der zwar auch eine romantische Komponente beinhaltete, diese aber immer mit der richtigen Prise Humor rüberbrachte.
Am meisten schmerzt jedoch der Verschleiß der Kultcharakterköpfe der beiden Polizisten Helmut und Bruno, die ebenfalls mit aller Gewalt in eine neues Gewand gesteckt wurden (als Werner- und Andi-Duplikate), was ihnen einfach nicht stehen will. Einzig Rörhrich erfüllt seinen Part voll und ganz, jedoch kann sein Auftritt den Film auch nicht mehr retten.
Fazit: Eine Egosprize für Herrn Feldmann
Zu Beginn des Abspanns kommt man als Zuschauer nicht umhin sich zu fragen, ob dieser Film nicht eher als Egospritze für den Zeichner gedacht ist. So wurde sein fiktiver Tod mehr als reichlich betrauert, selbst ausländische Medien berichteten im Film davon. Ein wenig mehr Konzentration aufs Wesentliche hätte dem Film gut getan.
