
- WERNER eiskalt - Constantin Film
Wer liebt es nicht, wenn sich Meister Röhrich mit seiner hohen Fisselstimme erregt: „Wärnä, Du bist der größte Drückeberger des Univerzums – und da bist Du auch noch stolz auf!“ Und wenn Werner darauf erwidert: „Jetzt wird der Lehrling mal Öl in die Höhle des Löwen gießen!“ Ja, es ist wieder soweit. Werner kommt. Diesmal eiskalt. Denn eiskalt rechnet er ab. Mit seinem größten Herausforderer – Holgi. Seinem ewigen Rivalen...
Die Geschichte von „Werner eiskalt“
Der fünfte Teil der Werner-Reihe geht ganz auf Anfang. Er erzählt die Wahrheit über Werner-Erfinder Brösel (Rötger Feldmann) bzw. seine Comic-Figur. Im Mittelpunkt des Films steht die ewige Rivalität zweier Freunde, die sich sogar über die Spanne ihres Lebens hinaus Rennen liefern. Das filmische Geschehen geht munter einher mit der Geschichte der Bundesrepublik. Ein Jahr nach deren Gründung, also 1950, liefern sich Holgi und Werner – kampferprobt in ihren Kinderwagen, das erste, beinharte Rennen. Chaos inklusive. Und so geht es weiter. Die Republik wächst und mit ihr die beiden Rennfreund – äh -feinde Werner und Holgi. Die Rennmaschinen wechseln, vom Roller über das Moped bis hin zum legendären – und realistischen – Rennen auf dem Flughafen Hartenholm 1988. Hier standen sich vor großer Publikumskulisse Brösel und Holgi (Holger Henze) mit einer selbstgebauten vierzylindrigen Horex und einem roten Porsche gegenüber. Doch Holgi hatte, wie immer, die Nase vorn.
Die biographische Aufarbeitung Werners verdeutlicht die enormen Widerstände, die der junge Werner in seinem Leben zu meistern hatte. Die Polizei (Werner würde Bullen sagen!) griff immer wieder und zumeist unglücklich für Werner ein. So wird Werners extra für ein Rennen aufgemotztes Moped „konsifiziert“, ein anderes Mal endet eine behördliche Ehrung auf einem eigens für ihn ausgerichteten Polizeifest (Werner hatte mit der stattlichen Anzahl von Punkten in Flensburg die Arbeitsplätze zahlloser Beamter gesichert!) in Chaos und Zerstörung.
Als Brösel diese Erinnerungen an sein Leben zu Papier bringt und damit seinem Verleger zu einer neuen Publikation ermuntern will, muss er feststellen, dass sich „keine Sau“ mehr für sein Werk interessiert. Die Manga-Manie hat den Werner Comic abgelöst. Der frustrierte Zeichner fährt nach Korsika um sich mit seinem berühmten „Flachköpper“ – ein fachmännisch in knietiefes Wasser ausgeführter Hechtsprung – zu motivieren und neue Lebensgeister zu wecken. Das Gegenteil ist der Fall. Brösel zerbröselt im seichten Wasser. Die Nachricht vom Tod des beliebten Künstlers löst schließlich ein grandioses Revival aus, welches Werner-Verleger Herman Seidel (Richard Sammel) schamlos ausnutzt. Aber so leicht ist Brösel nicht totzukriegen...
Das Fazit von „Werner Eiskalt“
Der fünfte Brösel ist authentischer und realer als alle zuvor. Kein Wunder, steht doch nun Brösels Leben im Mittelpunkt. Doch der Mix aus Comic, Spielfilmszenerie und Realmaterial (das Hartenholm-Rennen 1988) wirkt etwas zusammengekleistert. Überhaupt fehlt „Werner eiskalt“ eine wirkliche Geschichte. Es ist allenfalls eine Aneinanderreihung von realen und fiktiven Ereignissen und Erlebnissen des genialen Brösel-Zeichners. Schade. Allerdings sind die Comics wieder in altem Stil sehr komisch. Fans des ewigen Klempnerlehrlings werden ihre Freude haben.
