
- Dressur: auch mit Westernsattel - FRIVB
Ein Westernsattel gehört auf ein Quarter Horse. Oder auf ein Paint Horse. Und das alles zusammen unter das Hinterteil eines Cowboys, der mit seinem Pferd dynamische „Sliding Stops“ und „Spins“ vorführt, vielleicht mal ein Rind oder – zu Übungszwecken - einen Hund oder auch einen Menschen „cuttet“. Dass Westernsättel aber durchaus auch auf die Rücken anderer Pferderassen, wie beispielsweise Warmblüter, passen, dabei auch noch gut aussehen und den Pferden gefallen – das finden viele Reiter durchaus absurd. Doch wussten Sie, dass man auch durchaus eine Traversale auf einem Dressurviereck mit diesen Sätteln reiten kann? Eine gelungene Piaffe? Eine eindrucksvolle Passage? Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase seitens des Reiters ist auch mit diesen Sätteln vieles möglich. Voraussetzung: der Westernsattel passt aufs Pferd und ist auch für den Reiter bequem.
Westernsättel können Druck optimal auf dem Pferderücken verteilen
Für viele Reiter gewöhnungsbedürftig, für Pferde sofort angenehm: Ist ein Westernsattel von einem Fachmann perfekt angepasst, verteilt ein solcher Sattel das Gewicht des Reiters und damit den Druck optimal. Nur: Der Sattelbaum muss passgenau sein. Denn: Die Bauweise eines solchen Sattels sieht keinerlei Kissung vor, der Sattel ist, wie er ist und lässt sich weder auf- noch abpolstern. Die Bäume der Sättel – sie bestehen zumeist entweder aus Holz oder Kunststoff – müssen also perfekt auf den Rücken eines Pferdes passen. Das gilt sowohl für den Widerrist als auch für den Schwung der Oberlinie und die Breite der seitlichen Rippen. Nur bei wenigen Sätteln lassen sich die Bäume noch ein bisschen in der Kammerweite verändern – beispielsweise bei Kunststoffbäumen. Hier gelten die gleichen Regeln wie bei einem herkömmlichen Englischen Sattel, also einem so genannten Pritschsattel. Die Kammerweite muss exakt stimmen. Ansonsten kann es zu Atrophien in der Trapezmuskulatur, zu Verknöcherungen am Schulterblatt kommen. Letzteres vor allem dann, wenn der Westernsattel zu weit vorn liegt. Vorsicht ist also ebenfalls bei Pferden mit einer sehr kurzen Rückenlinie geboten.
Ob Reining Show oder Dressurreiten – auf ein kurzes Sattel-Horn achten
Auch unter den Westernsätteln gibt es für die unterschiedlichen Disziplinen unterschiedlich gebaute Sättel. Für die Arbeit mit Rindern beispielsweise ist das Sattelhorn um einiges länger, Reining-Sättel haben ein kürzeres Horn und eignen sich deswegen mehr für das Dressurreiten. Die Annahme, man könne auf Westernsätteln nicht leichttraben, ist nicht richtig. Sicherlich bedarf es einiger Umgewöhnung, doch hat man sich erstmal an das Horn und die Fender – also die speziellen Bügel dieser Sättel gewöhnt – ist es durchaus möglich. Viele argumentieren für einen Westernsattel, da er sicherer sei als ein Englischer Sattel. Aber auch diese Argumentation gilt nicht für jeden – vor allem gilt sie nicht für Umsteiger, die bisher auf einem Pritschsattel gesessen haben. Ihnen fehlen die Pauschen, um sich mittels Knieschluss bei Buckelattacken seitens des Pferdes festzuhalten.
Eines gilt aber sicher: Ist ein Westernsattel dem Pferderücken angepasst – und hier ist es unerheblich, ob es sich um ein Shettie oder ein Shire handelt, ein Welsh oder Warmblut - stimmt auch die Sitzgröße für den Reiter, so kann jede Lektion auf einem Westernsattel geritten werden. Nur das Springen sei hier ausgenommen.
