
- Wetterhahn - Katharina Wieland Müller / pixelio.de
Auf dem höchsten Punkt hoher Gebäude zeigten schon bei den Griechen Wetterfahnen an, aus welcher Richtung der Wind weht. Da man schon früher wusste, dass es einen Zusammenhang zwischen Windrichtung, Windwechsel und Witterung gibt, verließ man sich auf die Wetterfahnen, um Saat und Ernte zu schützen, rechtzeitig auszubringen und wieder einzufahren. Und auch, wenn der Wetterbericht heutzutage über das Radio oder das Fernsehen zu uns gelangt - Wetterfahnen zieren noch immer Dächer, Giebel und Gärten oder dienen dem ein oder anderen sogar als dekorative Raumelemente.
Modelle und Befestigungsarten
Wetterfahnen bestehen meist aus Edelstahl, Schmiedeeisen oder Kupfer. Die Farben, in denen sie erhältlich sind, sind vielfältig. Sie geben der Wetterfahne nicht nur ihren individuellen Anstrich, sondern schützen sie auch vor Rost. Wetterfahnen aus Kupfer, die nicht lackiert werden, patinieren im Laufe der Zeit und setzen Grünspan an. Es gibt außerdem die Möglichkeit, sie gleich patinieren zu lassen, so dass sie sehr alt wirken. Gab es die Wetterfahnen früher meist als Scherenschnitt-Modelle, so werden sie heute in allen möglichen Ausführungen, beispielsweise als Plastiken, auf dem Markt angeboten. Zusätzlich zu den eigentlichen Windrichtungsgebern, sind Himmelsrichtungsanzeiger oder anderes Zubehör, wie Kugeln oder Kreuze, erhältlich, die am Fuße der Figur angebracht werden.
Früher wurden die Wetterfahnen auf den Giebelspitzen, den Mittelbalken der Helme oder der Dachfenster befestigt. Heute gibt es verschiedene Befestigungsmethoden. So werden sie etwa mit Hilfe von Stahlrohren auf dem Dach angebracht, werden mit besonderen Halterungen auf der Schornsteinabdeckung befestigt oder mit Firsthalterungen am Firstbalken montiert.
Funktionsweise
Das Fahnenblech der Windrichtungsgeber bildet eine Angriffsfläche für den Wind. Durch den Druck, den er aussübt, dreht sich die Wetterfahne in Windrichtung, wenn sie nicht bereits nach ihr ausgerichtet ist. Das Kugellager, welches das Drehen der Figur je nach Windrichtung ermöglicht, sollte möglichst leichtgängig und geräuscharm sein. Ein Gegengewicht ermöglicht eine lotrechte Ausrichtung.
Der Wetterhahn als Kirchturmschmuck
Etwa seit dem neunten Jahrhundert schmückt ein Hahn viele Wetterfahnen. Er wurde auf Kirchtürmen angebracht und war bald so beliebt, dass er alltagssprachlich die Bezeichnung Wetterfahne ersetzte. Sein Einsatz als Wetterbote ist biblischen Ursprungs. Nach dem Markusevangelium saß Jesus mit seinen Jüngern einmal beim Abendmahl zusammen, als er zu Petrus sagte, er werde von ihm in dieser Nacht dreimal verleugnet werden, noch ehe der Hahn zweimal krähe. Papst Nikolaus I. befahl dann, dass ein Hahn auf dem höchsten Turm einer jeden Kathedrale anzubringen sei, um an das denkwürdige Ereignis zu erinnern.
Quelle: Dennis Wallis, Dr. Anton Notz, Dr. Jutta Schneider, Peter Sylver u. a.: Alltäglich und doch rätselhaft. Verlag Das Beste 1994
