
- Aus Wetterbeobachtung wurde Wettervorhersage - Joujou/pixelio.de
Von Mark Twain, dem berühmten amerikanischen Schriftsteller, stammt der Ausspruch “Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Das trifft nach Meinung vieler Menschen besonders auf das Wetter und die Wettervorhersagen zu. Heute geschieht die verlässliche Wettervorhersage mit Hilfe einer ausgefeilten Technik mit genauesten globalen Informationen. Wie sind früher Wettervorsagen entstanden und wie wurden die Wetterdaten verfeinert?
Die Entwicklung der Wetterkunde
Die heutige Wetterkunde geht auf Aristoteles zurück. Er lebte von 384 bis 322 vor Christi Geburt. Um 350 schrieb er sein Buch „Meteorologica“ und schilderte darin Beobachtungen des Wetters und der Kometen. Dieses fundamentale Werk diente rund 2000 Jahre lang als Standardwerk für Wetter und Meteorologie.
Bis zum Mittelalter bestand die Wetterkunde aus reinen Beschreibungen und der Anwendung von überlieferten Kenntnissen als Bauernregeln. Dieser wissenschaftliche Stand war auch die Basis für die Entstehung des 100-jährigen Kalenders mit der Wetterbeobachtung eines Zeitraums von sieben Jahren. Durch die Seefahrt konnten zwar auch andere, den europäischen Klimaverhältnissen nicht entsprechende Erkenntnisse der Wetterkunde gewonnen werden, sie konnten aber nur berichtet und beschrieben werden, waren aber nicht greifbar und deshalb unpräzise und nicht messbar.
Die ersten Erfindungen zur Wetterkunde
Die Erfindung des Thermometers 1592 durch Galileo Galilei und des Barometers durch seinen Schülers Evangelista Torricelli im Jahr 1643 brachten dann einen entscheidenden Schritt nach vorn für die Wetterkunde. Schnell wuchs die Erkenntnis, dass das Wetter von globalen Einflüssen abhängt, die sich nicht nur am Boden, sondern vor allen Dingen großräumig oben in der Erdatmosphäre abspielen. So konnte Blaise Pascal, der bekannte französische Physiker, nachweisen, dass der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Um das herauszufinden, hatte er seinen Schwager mit einem Barometer auf den 1465 Meter hohen Puy de Dome in der Nähe von Clermont-Ferrand/Frankreich geschickt. Diese Erkenntnis rief die Einführung von Wetterballons zur Wetterbeobachtung in großen Höhen hervor.
Bald wurde weltweit ein Netz von Beobachtungsstationen aufgebaut, um an verschiedenen Orten weltweit mit den gleichen wenigen Messgeräten und zur gleichen Zeit Messungen vornehmen zu können. Das Zusammenfügen der einzelnen Werte und Messergebnisse dauerte aber Wochen und sogar Monate, weil man damals zur Übermittlung auf Boten oder Schiffe zurückgreifen musste. So konnten die Werte lediglich zusammengetragen und als Archiv aufgebaut werden, Prognosen für die Zukunft konnten aber nicht gewonnen und Wettervorhersagen gar nicht gewagt werden.
Der Morsetelegraph im Dienste der Wetterkunde
Der Durchbruch hin zu Prognosen hing von einer möglichst schnellen Kommunikation und Datenübermittlung ab: Die Erfindung des Morsetelegraphen im Jahr 1832 ermöglichte es, aktuelle Wetterdaten aus aller Welt am gleichen Tag zusammenzutragen und durch den täglichen Vergleich „echte“ Wettervorhersagen zu treffen. Es entstanden die ersten tagesaktuellen „Wetterkarten“. Nur war die Quote der richtigen Vorhersagen so gering, dass das Preußische Meteorologische Institut in Berlin noch bis nach 1920 ein Verbot Otto von Bismarcks befolgte, Wetterprophezeiungen herauszugeben.
Quelle:
- Deutscher Wetterdienst
- Allgemeine Klimaauskunft
- „Wetter und Klima aus einer Hand“
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