
- Jacob - TNT
Die erste Folge von „Into the West“ beginnt mit einem eindrucksvollen Naturszenario in der wilden Prärie. Sie zeigt den Westen als weites, unberührtes Land, durch das noch riesige Büffelherden wandern. Für die amerikanische Bevölkerung galt der Westen damals als Tor zur Freiheit und viele Menschen zog es dorthin, um einen Neuanfang zu machen. Gleichzeitig begann man damit, den Westen zu „zivilisieren“ – um ihn zum Teil der wachsenden Nation zu machen.
Jacob Wheeler und sein Aufbruch in den Westen
Den jungen Jacob (Mathew Settle) zieht es fort von seiner Familie aus Virginia, wo er als Stellmacher sein Geld verdient. Stattdessen sehnt er sich nach Abenteuern und der unendlichen Weite des Westens. Als er dem Mountain Man James Fletcher (Will Patton) begegnet, beschließt er, ihm nach St. Louis zu folgen. Dort sucht der legendäre Jedediah Smith (Josh Brolin) gerade nach Männern, die mit ihm den ersten Landweg nach Kalifornien erkunden.
Das Leben als Trapper
Jedediah Smith ist eine der historischen Persönlichkeiten des Films. Als erster amerikanischer Trapper, der sich über die Rocky Mountains einen Weg nach Kalifornien bahnt, wurde er in der USA berühmt. Der junge Jacob schließt sich seinem Treck an und erlebt so eine abenteuerliche Zeit. Er wird nicht nur Zeuge von der Gewalt der Grizzlybären sondern muss auch gegen Mexikaner und Mohawe-Indianer kämpfen.
Eine entscheidende Wende nimmt sein Leben, als er in ein Duell mit Johnny Fox (Gary Busey) tritt, um die indianische Frau mit dem Donnerherz (Tonantzin Carmelo) zu befreien. In sie verliebt er sich und kommt so in Berührung mit dem Volk der Lakota-Indianer. Diese nehmen ihn herzlich als Verwandten in ihre Familie auf. Jacob entwickelt so einen tiefen Respekt für die indianische Lebensweise und es gelingt ihm, eine Brücke zwischen den beiden Kulturen zu schlagen.
Das Volk des Büffels - die Lakota und ihr Weltverständnis
Gleich zu Anfang des Films wird deutlich, dass die Büffel für die Lakota eine essentielle Rolle spielen. Das gilt sowohl für ihre Mythen als auch für ihr tägliches Leben. Aus ihm gewinnen sie ihre Nahrung und Werkzeuge; für das Überleben des Stammes ist er unentbehrlich. Er verkörpert für sie den Geist „Wakan Tankas“, der aus der Unterwelt aufstieg, um die Menschen zu ernähren. Mit dem Kommen der weißen Siedler werden die großen Büffelherden jedoch beinahe ausgerottet. "Seine Geschichte ist die Geschichte unseres Volkes", heißt es zu Anfang.
Visionen vom Verlust der alten Lebensweise
Während die amerikanische Nation unter der Führung George Washingtons einen Aufschwung erlebt, gibt es bei den Indianern beunruhigende Visionen vom Untergang ihrer Lebensweise. Der Medizinmann Heulender Bär (Gordon Tootoosis) prophezeit, dass die Büffel unter der Erde verschwinden und die Lakota in eckigen Hütten leben werden.
Diese Vision wird sowohl gefürchtet als auch verspottet, doch die Anzeichen dafür nehmen immer mehr zu. Als die junge Nation der Weißen beginnt, nach Westen zu expandieren, werden dadurch neue Dinge in das Land der Lakota gebracht. Die Indianer werden nicht nur mit neuen Waffen konfrontiert sondern auch mit einer anderen Denkweisen, die ihr Stammesleben tiefgreifend verändern.
Räder des Fortschritts? – eine Vision vom Verlust der alten Lebensweise
Das Rad bekommt in dem Film eine starke Symbolkraft, die sich durch die ganze Geschichte der Serie zieht. Es verkörpert die beiden unterschiedlichen Kulturen, die im Westen nun aufeinandertreffen. Eine Vision von „Den die Büffel lieben“ sieht ein Rad aus Holz, das ein Rad aus Stein zerstört. Aus Stein legen sich die Lakota-Indianer ihr Medizinrad. Dieses bildet die Grundlage ihrer Spiritualität und offenbart ihnen die verborgenen Kräfte des Universums. Das hölzerne Planwagenrad dagegen verweist auf die Zivilisation der Weißen, die sich als Bringer des Fortschritts sehen. Schade ist, dass diese Einstellung oft zu Überheblichkeit führte - denn sicher hätten beide Kulturen viel voneinander lernen können.
Weiterführende Links:
Offizielle Webseite zum Film (Englisch)
