Wickie-Regisseur Bully Herbig

Münchener Pro7-Star ist Deutschlands Comedy-Experte

Bully Herbig wurde mit der Bullyparade bekannt, mit "Der Schuh des Manitu" berühmt und castet jetzt Schauspieler für „Wickie und die starken Männer".

Michael „Bully“ Herbig kam am 29. April 1968 in München zur Welt. In seiner Heimatstadt stehen die Bavaria Filmstudios, in denen „Die unendliche Geschichte“ gedreht wurde. Als Junge nahm Herbig oft an Führungen durch das Gelände teil. Höhepunkt war die Besichtigung des Drachen Fujur aus der unendlichen Geschichte. Ein Kind pro Tour durfte auf ihm reiten. Bully stand immer vorne und hoffte gefragt zu werden – vergebens. Um sich zu melden, war er zu schüchtern.

Die Liebe zum Film ist Bully Herbig geblieben, die Schüchternheit hat sich gelegt – zumindest hat er sie im Griff. Denn Herbig gehört zu den wenigen im deutschen Showgeschäft, die mit dem Theaterbegriff „Rampensau“ richtig getroffen sind. Seine Filme „Der Schuh des Manitu“ und „(T)Raumschiff Surprise“ gehören zu den größten Kassenerfolgen des deutschen Kinos. Die Studioszenen wurden auf dem Bavaria-Gelände gedreht, wo der kleine Bully mittlerweile vom kleinen Fan zum großen Star aufgestiegen ist.

Freunde Rick Kavanian und Christian Tramitz

In seiner Karriere hat Bully lange mit seinen Freunden Rick Kavanian und Christian Tramitz zusammen gearbeitet. Sie bildeten schon in den frühen 1990er Jahren ein Team, als Herbig nur im lokalen Radio auf Sendung ging. Die gemeinsame Fernsehlaufbahn begann 1997 auf Pro7. In der „Bullyparade“ zeigte das Team Sketchs; manche Figuren daraus wie die schwule Raumschiff-Besatzung oder der Wort verdrehende Grieche wurden zu Kult und später zu Filmfiguren.

1999 spielte Herbig in dem eher peinlichen Film „Die Bademeister“ mit. Ein Jahr später führte er erstmals Regie, als die deutsche Ali-G-Variante „Erkan und Stefan“ ihren Fernsehruhm im Kino versilberte. 2001 und 2004 landete Bully schließlich gemeinsam mit seinen Freunden die großen Kinoerfolge. In beiden Produktionen war er nicht nur als Schauspieler und Regisseur sondern auch als Produzent und Drehbuchautor tätig.

Asterix bei den Olympischen Spielen

Die Bullyparade ist seit 2002 Geschichte. Auch wenn sie sich in ihren Projekten immer wieder begegnen, geht jeder aus dem Team jetzt eigene Wege. Herbig wird dieses Jahr als Nebendarsteller in dem Film „Asterix bei den Olympischen Spielen“ zu sehen sein, Tramitz lief mit der Pro7-Produktion „H3“ bereits im Fernsehen.

Genau dort bereitet Bully Herbig sein aktuelles Projekt vor: Er castet im Fernsehen Schauspieler für eine Verfilmung von „Wickie und die starken Männer“. Die Serie um den schlauen Wikinger-Jungen lief in den 70er Jahren auf dem Fernseher, davor saß der Film- und Fernsehenfreak Bully und war Fan. Im Sommer dreht er in Schottland seine eigene Variante des Stoffes.

Spitzname vom Lehrer erhalten

Seinen Spitznamen verdankt er seiner Anhängerschaft zum FC Bayern München. In der Schule trug er ein T-Shirt seines Lieblingsvereins, Trikotsponsor war damals Magirus Deutz mit dem Claim: „Die Bullen kommen“. Weil es so viele Michaels auf der Schule gab, taufte ihn ein Lehrer in Bully um.