Google macht Werbung für seinen Dienst Google Street View, unter anderem mit ganzseitigen Anzeigen in der Tageszeitung "Die Welt". So möchte der Internetdienstleister die Vorteile seines Dienstes Street View bekannt machen und auf die Nützlichkeit hinweisen, die die Möglichkeit der Onlinedarstellung von Häusern und Straßenzügen, zum Beispiel für Reisende oder Wohnungssuchende hat. Diese Image-Kampagne mag angesichts der kontroversen Diskussion in der Presse und Politik sinnvoll sein.
Test von Google Street View
Jeder kann sich ein Bild von Google Street View machen. Dazu ruft man einfach Google Maps auf und zieht auf der Zoomleiste das orange markierte Männchen auf den Teil der Karte, für den man einen Blick auf die Straßenzüge und Häuser werfen möchte. Google bietet dann Archivbilder (keine Live-Aufnahmen) an, sofern die Stadt beziehungsweise die Straße bereits durch Street View erfasst wurde.
Das ist sehr praktisch, wenn man sich zum Beispiel die Umgebung eines Studentenwohnheimes anschauen möchte, das für ein Auslandsstudium in Frage kommt oder als Tourist einen Blick auf die Hotelumgebung werfen möchte. Natürlich sind auch wichtige Sehenswürdigkeiten erfasst. So kann man sich vor einem Besuch ein Bild der lokalen Gegebenheiten machen.
Datenschutz bei Google Street View
Doch nicht jeder Immobilienbesitzer möchte sein Haus oder seine Wohnung in Google Street View sehen. Viele Deutsche empfinden dies an Einschnitt in ihre Privatsphäre. Google will dem Datenschutz durch verschiedene Zusagen an betroffene Bürger Rechnung tragen und hat gegenüber den Datenschutzbehörden Zusagen zur Verschleierung von Personenfotos und Autos gemacht. Diese stehen zum Abruf auf der Webseite des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit bereit. Um den rechtlichen Bedenken deutscher Datenschützer zu entsprechen, bietet Google darüber hinaus nun Widerspruchsmöglichkeiten an.
Widerspruch gegen die Veröffentlichung bei Google Street View
Wenn man sich selbst oder sein Auto und seine Wohnung auf Street View findet, kann man bei Google Widerspruch einlegen. Dies ist sowohl per Email an streetview-deutschland@google.de als auch postalisch an Google Germany, Street View, ABC-Strasse 19, 20354 Hamburg möglich.
Wer eine Immobilie in einer der zwanzig Städte besitzt oder gemietet hat, in denen Google seinen Street View Dienst bis zum Ende 2010 anbieten möchte, kann auch vorab Widerspruch einlegen. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das Ministerium bietet ein Musterschreiben zum Widerspruch in verschiedenen Datenformaten an.
Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sein Haus bei Google Street View sehen möchte oder ob die eigene Privatsphäre über dem öffentlichen Informationsbedarf steht. Gegebenenfalls gibt es auch bestimmte, persönliche Gründe sein Haus verschleiern zu lassen, zum Beispiel bei Prominenten oder wohlhabenden Menschen.
