Gerade Anfänger auf der Gitarre stehen oft vor der Frage, wie sie die Akkorde eines Songs durch andere ersetzen können. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Wer aber ein paar einfache Regeln kennt, dem fällt es leicht, Tonarten und damit Akkorde gegen andere auszutauschen.
Verschiedene Sänger oder Gitarristen – verschiedene Tonarten
Wohl jeder, der irgendwann Gitarrespielen gelernt hat, kennt diese Situation: Man hat sich den Text und die Akkorde eines Songs besorgt, den man nachspielen möchte – vielleicht von einem Freund, aus einem Songbook oder aus dem Internet. Aber dann wirft man einen Blick darauf und stellt fest, dass man die Hälfte der Akkorde gar nicht kennt.
Möglicherweise kennt man die Akkorde auch, möchte sie aber ungern spielen – etwa weil man dafür Barré-Griffe benötigt, die für Anfänger schwer zu greifen sind. Oder man fängt an zu spielen, singt dazu – und stellt fest, dass das Ganze für die eigene Stimme zu hoch oder zu tief ist.
Das Übertragen von einer Tonart in die andere heißt Transponieren
Die Lösung für diese Probleme ist das Transponieren, das Übertragen eines Musikstückes von einer Tonart in eine andere. Dabei werden einfach alle Töne gleichmäßig nach oben oder nach unten verschoben – und damit auch jeder einzelne Akkord.
Anfänger sollten hierfür zumindest die einfachste Tonleiter kennen, die C-Dur-Tonleiter. Bei ihr folgen die einzelnen Töne fast in der Reihenfolge des Alphabets aufeinander, nur dass man mit dem C beginnt, mit dem H aufhört und das A an vorletzter Stelle einschiebt:
C-D-E-F-G-A-H
Von links nach rechts werden die Töne immer höher. Braucht man noch höhere Töne, gehen die Bezeichnungen wieder von vorne los:
C-D-E-F-G-A-H-C-D-E-F-G-A-H
Aus C-Dur wird D-Dur – oder auch A-Dur
Nehmen wir nun als Beispiel einmal an, die Begleitung eines Liedes besteht aus den Akkorden C, F und G. Dieses ist eine Kurzschreibweise, eigentlich heißen die Akkorde C-Dur, F-Dur und G-Dur. Das Problem könnte nun sein, dass der F-Dur-Griff für Anfänger ziemlich schwierig ist.
Wir entscheiden uns dafür, das Lied um einen Ton nach oben zu verschieben. Das bedeutet, dass wir einfach in der obigen Tonleiter jeweils um einen Buchstaben nach rechts gehen müssen. Aus C wird D, aus F wird G und aus G wird A. Damit haben wir nun die Akkorde D-Dur, G-Dur und A-Dur.
Wollen wir stattdessen den Song um zwei Töne nach unten verschieben, müssen wir in der Tonleiter um zwei Töne nach links gehen – aus C wird A, aus F wird D und aus G wird E. Unsere neuen Akkorde sind also: A-Dur, D-Dur und E-Dur.
Die Tonart heißt so wie ihr erster Akkord, die Tonika
Dieses sind übrigens immer die drei Grundakkorde der zugehörigen Tonart – die Tonart heißt jeweils so wie der erste dieser Akkorde, den man auch als „Tonika“ bezeichnet. Mit den drei Grundakkorden kann man schon viele Blues- oder Rock’n’Roll-Stücke spielen, zum Beispiel Lieder von Elvis Presley, Buddy Holly oder Chuck Berry.
Die Grundakkorde der wichtigsten Tonarten im Überblick
Allerdings gibt es zwei Ausnahmen, die man zunächst einfach auswendig lernen sollte: In der Tonart F-Dur ersetzt man den Akkord H-Dur durch B-Dur (abgekürzt meist Bb), in der Tonart H-Dur ersetzt man den Akkord F-Dur durch Fis-Dur. Damit lauten die Grundakkorde je nach Tonart:
C, F, G – Tonart C-Dur
D, G, A – Tonart D-Dur
E, A, H – Tonart E-Dur
F, Bb, C – Tonart F-Dur
G, C, D – Tonart G-Dur
A, D, E – Tonart A-Dur
H, E, Fis – Tonart H-Dur
Dur bleibt Dur, Moll bleibt Moll
Genauso wie die Dur-Akkorde überträgt man auch die Moll-Akkorde. Man erkennt sie – je nach verwendeter Schreibweise – daran, dass hinter dem großen Buchstaben noch ein kleines „m“ steht, oder daran, dass anstelle des großen Buchstaben ein kleiner verwendet wird. „A“ steht also immer für A-Dur, für A-Moll schreibt man entweder „Am“ oder „a“.
Wenn wir aus C-Dur also D-Dur machen (alles einen Ton nach oben verschieben), wird aus A-Moll H-Moll, aus D-Moll wird E-Moll und so weiter.
Zwischen den Tönen der C-Dur-Tonleiter gibt es natürlich noch weitere Töne. So liegt zwischen F und G der Ton Fis, zwischen A und H liegt der Ton B. Auch darauf sind Akkorde aufgebaut – zwei Beispiele haben wir oben schon kennen gelernt. Aber für viele Zwecke reicht das hier Gelernte schon aus.
