Wie ansteckend sind Kinderkrankheiten wirklich?

Masern, Röteln, Scharlach, Windpocken, Drei-Tage-Fieber

Ist mein Kind noch ansteckend? Viele Eltern sind unsicher, ab wann sie ihr Kind wieder in die Kinderkrippe oder den Kindergarten schicken können.

Spätestens, wenn ein Kind in die Kinderkrippe oder den Kindergarten kommt, sind Kinderkrankheiten vorprogrammiert. Auch, wenn ein Kind gegen eine bestimmte Kinderkrankheit geimpft ist, heißt das nicht, dass es völlig immun ist. Nur ist der Verlauf dann um einiges abgeschwächt. Kinderkrankheiten dauern oft lange. Meist muss das Kind einige Tage, manchmal auch Wochen im Bett beziehungsweise zu Hause bleiben. Nicht nur die Kinder sind froh, wenn wieder grünes Licht für die Außenwelt besteht. Aber wie lange dauern die jeweiligen Kinderkrankheiten?

Masern

Masern beginnen oft wie eine normale Erkältung mit Schnupfen, Husten und Fieber. Im Unterschied zur Erkältung folgt dann aber ein Hautausschlag mit hellroten Flecken, die sich über das Gesicht und den ganzen Körper ausbreiten. Die Übertragung der Viren erfolgt über Speicheltröpfchen und infizierte Gegenstände (meist Spielzeug oder Trinkflaschen, Schnuller). Wie viele Kinderkrankheiten sind auch Masern bereits vor dem Aufreten der Symptome ansteckend. Die Ansteckungsgefahr besteht bis vier Tage nach Ausbruch des Ausschlags.

Röteln

Der typische Ausschlag bei Röteln (kleine, hellrote gut abgerenzte Flecken) beginnt hinter den Ohren und verteilt sich von dort über den ganzen Körper. Röteln werden beim Sprechen, Niesen oder Husten via Speicheltröpfchen übertragen. Da Röteln bereits eine Woche vor Auftreten des Ausschlags ansteckend sind, ist eine Ansteckung von anderen Kindern oft nicht zu vermeiden. Die Ansteckungsgefahr endet eine Woche nach Auftreten des Ausschlags.

Achtung: Röteln stellen eine Gefährdung für Babys im Mutterleib da. Ein Kontakt zu schwangeren Frauen sollte daher unbedingt vermieden werden.

Scharlach

Scharlach wird mittels Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen) übertragen und tritt mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen und meist auch Fieber (nicht zwingend) auf. Als besonderes Erkennungszeichen gilt die auffallend rote Zunge und der rote Mundinnenraum. Scharlach ist gut behandelbar. Dank Antibiotikum erlischt die Infektionsgefahr bereits nach 24 Stunden. Ohne Behandlung dauert die Inkubationszeit zwei bis vier Tage. Die Kinder müssen so lange zu Hause bleiben, bis die Ansteckungsgefahr vorüber ist. Das Problem bei Scharlach ist, dass diese Kinderkrankheit oft nicht gleich erkannt und mit einer einfachen Halsentzündung verwechselt wird. Dadurch werden oft andere Kinder angesteckt. Hände waschen hilft einer Ansteckung vorzubeugen.

Achtung: Eine Erkrankung schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung!

Windpocken

Bei Windpocken breitet sich ein juckender Hautausschlag vom Kopf über den Oberkörper aus. Es entstehen Bläschen, die sich mit einem Sekret füllen und nach einigen Tagen aufplatzen. Die größte Ansteckungsgefahr ist der Kontakt mit dem Sekret der Bläschen. Windpocken sind sehr lange ansteckend. Ein bis zwei Tage vor Auftreten des Ausschlags bis zur völligen Abheilung (Verkrustung) der Bläschen. Danach müssen Eltern noch fünf Tage warten, bis sie ihr Kind wieder in den Kindergarten schicken dürfen.

Drei-Tage-Fieber

Auslöser dieser Kinderkrankheit ist ein Herpesvirus, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Bezüglich des Ansteckungsrisikos existieren viele unterschiedliche Meinungen in der Fachwelt. Während die einen das Drei-Tage-Fieber als hoch ansteckende Krankheit beschreiben und den Kontakt zu infizierten Kindern und Erwachsenen absolut verbieten, sehen dies andere Ärzte nicht so streng. Grundsätzlich besteht eine Möglichkeit der Ansteckung drei Tage vor Fieberbeginn bis zum Auftreten des Ausschlags.

Tanja Guserl, Tanja Guserl

Tanja Guserl - Nach meinem Psychologiestudium an der Hauptuniversität Wien, absolvierte ich Zusatzausbildungen zur Klinischen Psychologin und ...

rss