Wie der Herr, so's G'scherr - Tiergeschichten zum Schmunzeln

Gabriele Hefele hat mit ihrem Buch eine liebevoll-witzige Reihe von Anekdoten, die sie mit ihren Tieren erlebte, erzählt. Lesen, genießen, lachen.

Tiergeschichten gab und gibt es viele. Die meisten nähern sich mehr oder minder nah an die Märchen an, denn sie schildern Tiere jenseits ihres natürlichen Verhaltens. Daneben gibt es eine feine und kleine Klasse von Geschichten und Erzählungen, die auf der Realität fußen. Nur wenige schaffen es dann auch noch, herzerfrischend alles so zu erzählen, dass es wie eine Plauderei am Kaffeetisch wirkt. Gabriele Hefele hat genau das mit ihrem Buch geschafft.

Wie der Herr, so's G'scherr - Die Streiche meiner Tiere

Der Name ist Programm: Gabriele Hefele erzählt munter von ihren Pferden und Hunden, die alle rundweg ihren eigenen Kopf haben. Es liest sich unterhaltsam und ist kurzweilig gehalten.

Ràrò - Pferd und Hauptdarsteller

Viele der Geschichten, die Gabriele Hefele erzählt, drehen sich um ihr Pferd Ràrò. Es macht Spaß sich vorzustellen, wie die einzelnen Begebenheiten sich zutrungen, wie Ràrò sich durchsetzt und nebenher sehr gut für sich selbst zu sorgen versteht.

Die Autorin berichtet in loser Folge vom Charakter Ràròs und seines Freundes Amigo, dem zweiten Pferd der Familie. Der Umzug von Deutschland nach Andalusien mit den dazugehörigen Schwierigkeiten wie Transport, Hausbau und Aberglauben nimmt einen größeren Umfang ein. Zwischendurch stellt sie andere Tiere wie ihren Hund Samba vor und schließt ihr Buch mit Betrachtungen zur Tierpsychologie und die viel zu häufigen Fehleinschätzungen tierischen Verhaltens.

Nicht belehrend, dafür aber unterhaltsam

Schön ist die Art der Autorin, ihre Leser nicht belehrend an die Hand zu nehmen, um sie auf die notwendige Feinfühligkeit hinzuweisen, an der es oft im Umgang mit Tieren mangelt. Sie tut es auf andere, auf ihre Art. Indem sie von ihren Tieren erzählt, öffnet sie die Augen für das scheinbar untypische Verhalten, das gar nicht in Ratgeber passt. Auch Tiere sind Individualisten, ein Umstand, mit dem viele Ratgeber nicht umgehen können. Dazu passt auch die Erwähnung des Pferdeflüsterers Monty Roberts, dem die Autorin begegnet ist.

Sie führt die Leser von einem Erlebnis zum anderen, so wie man in einer guten Runde von Familie und Freunden über soetwas berichten würde. Das Anliegen, nicht nur über die Tiere zu erzählen, sondern ihre Eigenständigkeit zu wahren, ist so viel besser vermittelbar.

Das Buch ist gut für Kinder geeignet

Kinder mögen Geschichten mit Tieren. Leider hat das dazu geführt, dass viele Tiergeschichten nur noch wenig mit dem wahren Charakter der dargestellten Pferde, Hunde, Katzen usw. zu tun haben.

Gabriele Hefeles Buch hat den erfrischenden Vorteil der Realität auf seiner Seite. Kinder erleben die Geschichten so, wie sie passiert sind und können sich ein Bild von Ràrò und seinen Freunden machen, wie sie wirklich sind, nicht, wie sie ein Massengeschmack haben möchte.

Allerdings ist das Buch eher für etwas ältere Kinder geeignet. Einige Anekdoten können aber schon für kleinere Kinder gezielt ausgewählt als Geschichte vorgelesen werden.

Kaufen oder stehen lassen?

Das Buch ist für jeden etwas, der Tiere liebt. Gerade Leserinnen und Leser, die selbst ähnliche Erlebnisse hatten, werden an "Wie der Herr, so's G'scherr" ihre Freude haben. Sie werden ein fröhliches Buch erhalten, das Spaß macht und nur noch eines offen lässt: Wann gibt es mehr von Ràrò und seinen Freunden zu lesen?

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