Wie ein kluger Graf den Teufel überlistete

War es Saint-Germain, der dem Teufel ein Schnippchen schlug?

Kalenderblatt  - Scully van Funkel
Kalenderblatt - Scully van Funkel
Die Reformation des julianischen Kalenders wurde dem Satan zum Verhängnis und bescherte einem Adeligen ein angenehmes Leben

Vor vielen Jahrhunderten beklagte sich ein junger, kluger Mann aus veramten, adeligen Hause, dass er ein arg erbärmliches Leben führen müsse. Bekümmert saß er auf den Treppenstufen seiner ehemalig, stattlichen Burg. Als er laut vor sich hinjammerte und sein Dasein bedauerte, erschien ihm eine recht dunkle Gestalt, verhüllt in schwarzen Tüchern. "Was jammerst du?“, fragte sie mit tiefer, männlicher Stimme. "Ach, mein Leben ist trostlos und keine Aussicht auf Besserung ist zu erkennen. Was nützen mir Stand und Talente, wenn ich in zerrissenen Kleidern das Vieh hüten muss, wie ein Knecht.“

Der Graf geht den Pakt mit dem Teufel ein

"Ich könnte dir behilflich sein!“, säuselte die Stimme. Da schaute der junge Graf die Gestalt an, doch außer einem Berg von schwarzen Stoff konnte er nichts erkennen. "Wer seid Ihr, dass Ihr mir so freundlich gesinnt?“ "Ich bin dein Gönner und verhelfe dir zu Ruhm, Reichtum, ewiger Schönheit, Frauen und zu allem was dein Herz begehrt.“ "Was wollt Ihr dafür?“, fragte der junge Mann. "Deine Seele“, antwortete das schwarze Etwas. "Unter einer Bedingung willige ich ein“, sagte der junge Graf. "Am 5.Oktober 1582 könnt Ihr meine Seele holen. Kommt Ihr zu früh oder kommst Ihr zu spät, soll die Seele mein bleiben. Ich werde nur an diesem einen Tag mit Euch gehen.“ "So soll es sein“, entgegnete die dunkle Gestalt. "Der Pakt ist geschlossen“, und verschwand genauso lautlos wie sie erschienen war.

Bald schon wurde aus dem verarmen Grafen ein angesehener Herr. In allen Königshäusern war er ein gern gesehener Gast. Die Männer schätzten seine Klugheit, die Damen seine künstlicheren Fähigkeiten und sein charmantes Wesen. Er hatte einen edlen Charakter und teilte seinen nimmerendenden Reichtum mit den Bedürftigen.

Der Tag an dem die Seele geholt werden sollte

So vergingen die Jahrzehnte, bis der Tag der Abrechnung kam. Der Graf und der Teufel trafen sich am Abend des 4.Oktober 1582 in einer Schenke, nahmen gemeinsam eine üppige Mahlzeit und baten den Wirt, er möge Punkt Mitternacht an den Tisch kommen. Als die Zeit immer näher rückte wurde der Teufel ganz unruhig vor Vorfreude. Endlich kam der Wirt, doch bevor er auch nur einen Satz hervorbringen konnte, forderte ihn der Graf auf, er möge ihm das aktuelle Datum nennen. "Heute ist Freitag, der 15.Oktober 1582“, antwortete dieser pflichtgemäß. Der Teufel schaute ungläubig drein und schrie: "Nein, heute ist der 5.Oktober 1582“, stand auf und befragte jeden anwesenden Diener, Knecht, Stallburschen und Gast, doch allesamt bestätigten sie, es sei der 15. Oktober, denn Papst Gregor XIII habe soeben den julianischen Kalender reformiert.

Unverrichteter Dinge zog der Teufel ab und der Graf lebte bis an sein Ende in Reichtum und Glück.

Diese Legende wird dem "Grafen von Saint Germain" zugeschrieben

Graf Saint-Germain wurde Unsterblichkeit nachgesagt. Es soll Aufzeichnungen eines Landknechtes geben, der ihn 1618 in seinem Tagebuch erwähnte. Am 17.August 1836 wird der Graf angeblich bei der Beisetzung des Landgrafen "Carl von Hessen" erkannt. Danach verschwand Saint-Germain und wurde bis heute nicht mehr gesehen. Es wird behauptete, dass seine äußere Erscheinung immerzu einem Mitdreißiger glich. Tatsächlich soll der seinerzeit, bei Männern und Frauen sehr beliebte Graf, ausgesprochen reich gewesen sein. Es heißt, er verkehrte bei den oberen Zehntausend und verfügte über ein unerschöpfliches musikalisches, wissenschaftliches und spirituelles Talent.

In esoterischen Kreisen ist Graf Saint-Germain als "Meister des violetten siebten Strahls" bekannt.

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Scully van Funkel - Freiberufliche Autorin, Content-Managerin, OnlineRedakteurin Scully van Funkel: Naturwissenschaften / GrenzwissenschaftenScully van ...

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