Kauf eines Wohnmobils

Damit der Traum vom mobilen Heim nicht zum Alptraum wird

Reisemobile - Lou Avers
Reisemobile - Lou Avers
Ein Reisemobil ist keine billige Investition. Umsomehr gilt es, einen seriösen Hersteller, Händler und die richtige Marke zu finden.

Reisen ohne Hotelzwang oder Ortsbegrenzung, flexibel und beweglich sein. Das erträumen sich viele von ihrem Urlaub. Mit einem Reisemobil lässt sich dieser Traum erfüllen. Doch wer ein Reisemobil kaufen will muss informiert sein, damit die Enttäuschung nicht den Spaß verdirbt.

Wohnmobil - kaufen oder mieten?

Die Preise für ein Neufahrzeug liegen zwischen 40.000 Euro bei Einstiegsmodellen, 50.000 bis 70.000 Euro für die Mittelklasse. Ab 70.000 Euro gibt es die Oberklasse. Eine günstigere Alternative sind gebrauchte Fahrzeuge, die auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt je nach Alter und Zustand bereits ab 15.000 Euro zu haben sind. Ob neu oder alt, ein Minimum an Basisinformationen ist unabdingbar. Sonst lässt man sich leicht blenden von Schein und Design. Um Gewicht zu sparen, wird bei neuen Mobilen sehr viel Kunststoff eingesetzt. Was sich an der Qualität der Möbel und Details nachteilig auswirkt. Ein gebrauchtes Mobil hat den Vorteil, dass der größte Wertverlust bereits abgeschrieben ist . Ein Neufahrzeug verliert in den ersten drei Jahren am meisten an Wert. Dafür hat man die Mängelgarantie und einen umweltfreundlicheren Motor. Wer sich nicht sicher ist, ob sich die Ausgabe lohnt, der kann mit einem Mietmobil anfangen. Ratsam ist ein erster Urlaub mit der Familie in einem gemieteten Mobil. Die Preise für Mietmobile variieren von Anbieter zu Anbieter und liegen im Durchschnitt bei circa 80 Euro pro Tag.

Welches Wohnmobil passt zu mir?

Wohnmobil ist nicht gleich Wohnmobil. Der Markt ist vielfältig, und die Auswahl an Modellen und Marken bisweilen verwirrend. Es empfiehlt sich genau zu überlagen, auf welche Schwerpunkte man den größten Wert legt. Brauche ich Platz für Fahrräder, Roller oder Schlauchboot? Sind Wohn- und Schlafkomfort wichtiger? Welches Gewicht, Länge, Höhe soll mein Reisemobil haben? Doppelbett im Heck quer oder längs, getrennte Betten oder Alkoven, Heckgarage, Küchenzeile seitlich oder als L-Form? Sitzbänke in Fahrtrichtung oder seitlich gegenüber stehend? Badezimmer mit getrennter Dusche oder alles integriert? Welcher Motor und Chassis? Es ist gar nicht so einfach, eine richtige Entscheidung zu finden. Soll doch die Anschaffung eine langfristige Investition sein. Gerade bei Reisemobilen zahlt es sich aus, mehr auf Verarbeitung und Robustheit zu schauen als auf verlockendes Design.

Verschiedene Typen von Reisemobilen

Man unterscheidet Alkovenmobile, Teilintegrierte und Integrierte. Daneben gibt es Vans auf Lieferwagenbasis oder voll ausgestattete Minicamper diverser Marken. Diese sind reise- und alltagstauglich, büßen dafür beim Wohnkomfort ein.

Alkoven – diese Art der Wohnmobile hat den Vorteil, dass sie in der Anschaffung etwas günstiger sind und gleichzeitig mehr Platz bieten. Der Alkoven ist ein Überbau über dem Fahrerhaus, der als Doppelbett ausgelegt ist. Aus diesem Grund wählen diese Version meist junge Familien mit Kindern.

Teilintegrierte - der Teilintegrierte hat statt des wuchtigen Alkoven eine aerodynamische Front. Dafür auch weniger Platz, da die Betten in den Wohnraum integriert sind und somit Raum wegnehmen. Für zwei Personen ist diese Form meist ausreichend.

Integrierte- Integrierte Reisemobile sind die teuerste Version. Sie haben die Form eines Busses, das Fahrerhaus ist in den Wohnraum integriert. Meistens gibt es ein Hubbett, d.h. ein Doppelbett, das im Fahrerhaus vom Dach absenkbar ist. Vom Fahr- und Wohnkomfort sind diese Modelle generell den anderen etwas überlegen. Doch gibt es auch Nachteile wie die Isolierung des Frontbereichs und die höheren Kosten für Ersatzteile.

Wohnmobil - Marken und Modelle

Der europäische Reisemobilmarkt verteilt sich auf mehr als dreißig Herstellermarken, die in drei Unternehmensgruppen konzentriert sind. Eine Übersicht bieten Fachzeitschriften oder -messen . Zu beachten ist, dass die Aussteller gerade bei Messen auf den emotionalen Moment des Kunden setzen. Ein gut beleuchtetes Wohnmobil mit einer Flasche Champagner auf dem Tisch suggeriert Träume und soll den Schritt zum Kauf beschleunigen.

Reisemobilkauf - Vorsicht mit schwarzen Schafen

Leider werden in der Reisemobilbranche Marketing und Hochglanzwerbung oft über Service und Qualität des Produktes gestellt. Wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist, ist für viele Reisemobilhersteller und – händler der Fall erledigt. Reklamierende Kunden sind unbequem, und was das Recht eines jeden Verbrauchers sein sollte, wird bisweilen zum langwierigen Justizfall. Es ist deshalb wichtig, die schwarzen Schafe in der Branche herauszufinden. Wenn eine Firma auf Beanstandungen nicht reagiert, man die Geschäftsführung nicht zu sehen und zu sprechen bekommt, Emails nicht beantwortet werden, sind dies Indizes dafür, dass es sich um kein seriöses Unternehmen handelt.

Umso wichtiger ist es, als Verbraucher sein Recht einzufordern, damit solche Methoden keine Chance auf dem Markt haben. Foren im Internet können Aufschluss darüber geben, wie ein Reisemobilhersteller mit Mängelrügen umgeht, ob die Fahrzeuge sorgfältig verarbeitet sind oder ob eine Händlerwerkstatt kompetent und zuverlässig arbeitet. Informieren ist besser, sonst kann der Traum vom Reisemobil schnell zum Alptraum werden.

Silvia E. Baumann, Lou Avers

Silvia Baumann - Herzlich Willkommen auf meiner Profil-Seite! Seit 18 Jahren nimmt mich meine Leidenschaft - das Reisen - voll und ganz in Anspruch. Als ...

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