
- Strom sparen - André Maßmann
Die Meldungen, dass Strom und Gas zum 1. April und zum 1. Mai 2011 teurer werden, kamen nicht wirklich überraschend, sind für Verbraucher nichtsdestotrotz ärgerlich und bedeuten laut Süddeutscher Zeitung Mehrkosten von fast 300 Euro pro Jahr. Dabei sind die Gründe für den Preisanstieg von bis zu 20 Prozent vor allem marktinterner Natur. Insbesondere bei langfristig ausgehandelten Gaslieferverträgen, die dem Ölpreis folgen, sorgen die aktuellen Entwicklungen an den internationalen Märkten für einen kräftigen Preisaufschlag. Die Konsequenzen bekommen jetzt die Endkunden zu spüren. Verbraucherschutzorganisationen geben daher unisono den Tipp: Gas- und Strompreise vergleichen und Anbieter wechseln.
Hohes Sparpotenzial bei Strom und Gas
In welchem Rahmen sich eine mögliche Ersparnis bewegt, richtet sich nach mehreren Kriterien: dem Verbrauch und nicht zuletzt dem Strom- und Gas-Angebot vor Ort. Dass überhaupt Preisunterschiede von mehreren Hundert Euro möglich sind, liegt an den Einkaufsstrategien der Versorger. Als Beispiel sei hier Gas genannt: Einige Unternehmen decken den Großteil des Bedarfs am freien Markt und legen sich über Gasspeicher einen Vorrat an, wenn der Gaspreis günstig ist. Andere sind, wie bereits erwähnt, über mehrere Jahre gebunden und damit weniger flexibel.
Die Vergleichsrechner benötigen nur wenige Daten
Glücklicherweise ist es für Kunden inzwischen relativ leicht, die Versorger zu finden, die ihre Produkte preiswerter anbieten. Online-Gas- und Strompreisvergleiche ermitteln innerhalb kürzester Zeit die auf die persönlichen Wünsche und Umstände zugeschnittenen Tarife, bei Bedarf mit Schwerpunkt auf regenerative Energien. Die Vergleichsrechner für Strom und Gas sind dabei vom Aufbau her weitgehend identisch. Sie machen es den Nutzern so einfach wie möglich und benötigen nur zwei Informationen: die Postleitzahl und den Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Dass die Postleitzahl erfragt wird und auf den Vergleichsseiten in der Regel an erster Stelle steht, kommt nicht von ungefähr. Sie ist gleich in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Einerseits wird anhand der fünfstelligen Zahl der Grundversorger ermittelt. Andererseits kann ohne die Postleitzahl nicht bestimmt werden, welche Strom- und Gasversorger in der Region vertreten sind. Ebenso wichtig ist der Verbrauch, der sich aus der letzten Rechnung ergibt. Ohne diesen Wert wäre es nicht möglich, einen Jahrespreis zu berechnen. Die Fragen, ob es Ökostrom sein soll, ob besonderer Wert auf Angebote und Rabatte für Neukunden gelegt wird oder ob der Kunde bereit ist, eine Kaution und gegebenenfalls jährlich zu zahlen, müssen nicht zwangsläufig, sollten aber beantwortet werden.
Strom- und Gastarife genau vergleichen
Normalerweise dauert es nur wenige Sekunden, bis die Vergleichsrechner die Daten in Form einer Tarifübersicht ausgewertet haben. Auch wenn die Ergebnisse preislich sortiert präsentiert werden, heißt das nicht, dass der Tarif, der ganz oben steht, auch tatsächlich am günstigen oder am besten ist. Denn: Es kommt auf die Details an. Das betrifft neben der Grundgebühr und dem Preis je Kilowattstunden vor allem die Vertragskonditionen. So bewerten die Verbraucherzentralen Verträge, die eine Kaution oder den gesamten Jahrespreis auf einen Schlag verlangen, als nachteilig. Sollte der Versorger Konkurs gehen, hätten Verbraucher schlechte Karten. Genauer kontrollieren sollte man zudem die Ersparnis, die genannt wird. Sie basiert auf dem Grundversorgertarif. Wer bereits einen anderen Tarif vereinbart hat, muss die Daten entsprechend anpassen und sowohl den richtigen Versorger als auch den aktuellen Tarif einstellen.
Kündigungsfristen der alten Verträge einhalten
Lohnt sich ein Gas- oder Stromanbieterwechsel, ergibt es keinen Sinn, diesen Schritt zu überstürzen. Denn ob und wann gewechselt kann, richtet sich nach der Kündigungsfrist des alten Vertrages. Die Bedingungen und Termine für die Kündigung sollten vorab geklärt werden, um keine unangenehme Überraschung zu erleben. Ist der Weg frei, kann direkt vom Tarifvergleich aus auf das Antragsformular zugegriffen und der Vertrag online abgeschlossen werden. Der neue Anbieter kümmert sich üblicherweise um die Kündigung des alten Tarifs, sodass der Kunde möglichst wenig Arbeit mit dem Wechsel hat.
