
- Stadtbus Costa Rica - Ließ
Mittelamerika gilt als ein touristisch noch nicht überlaufenes Reiseziel vor allem für Individualreisende. Costa Rica, Guatemala oder Honduras bieten großartige Naturerlebnisse, markante Städte aus der Kolonialzeit und unvergessliche Einblicke in die Kultur der Ureinwohner früher und heute.
Aller Faszination stehen aber oft die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes gegenüber, die viele Reisende verunsichern und so manchen seine Reisepläne in andere Teile der Welt verlegen lässt. Hinweise zu immens hohen Kriminalitätsraten und häufigen Überfällen auch auf Touristen machen Angst. Aber wie gefährlich ist die Lage für Reisende wirklich?
Die Kriminalität in Mittelamerika ist nicht überall gleich
Die Kriminalitätsraten der einzelnen Länder in Lateinamerika unterscheiden sich stark und hängen mit Armut, Wirtschaftslage, Bandenkriminalität, Drogenschmuggel und der touristischen Infrastruktur zusammen. Einen mitteleuropäischen Sicherheitsstandard darf man auch in Panama, Belize und Costa Rica nicht erwarten, dennoch sind diese Länder wirtschaftlich und touristisch besser gestellt als ihre Nachbarländer und auch die Kriminalitätslage ist zumindest vergleichsweise niedrig. Trotzdem verschlechtert sich tendenziell auch die Sicherheitslage in Costa Rica.
Besondere Vorsicht ist hier vor allem in einigen Stadtteilen der Haupt- und Großstädte geboten. Besonders bei Nacht kommt es immer wieder zu Raubüberfällen. Taschendiebstahl ist landesweit an der Tagesordnung.
Im Norden Costa Ricas liegen mit Nicaragua, El Salvador, Honduras und Guatemala einige der ärmsten Länder der Welt.
Kriminalität in Nicaragua und Honduras
Nicaragua hat zwar trotz der großen Armut (fast 50% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze) die niedrigste Kriminalitätsrate in Mittelamerika, dennoch ist es in einem so armen Land vor allem ratsam auf sein Hab und Gut zu achten. Das gilt ganz besonders für den Touristenort San Juan del Sur und die Hauptstadt Managua, die zwar als sicherste Hauptstadt der zentralamerikanischen Region gilt, aber dennoch nicht mit europäischen Standards zu vergleichen ist. Manche Ortsteile wie das Barrio Martha Quezada sollten überhaupt nicht betreten werden.
Die gesamte Karibikregion wird häufig als Drogenumschlagsort genutzt, was auch mit einer entsprechenden Kriminialität verbunden ist. Touristen bekommen davon aber so gut wie nie etwas mit.
In Honduras werden bei einer jährlichen Umfrage des Marktforschungsunternehmens CID-gallup regelmäßig die hohe Kriminalität und die damit verbundene Angst um Leib und Leben als dringendste Probleme des Landes genannt. Allein die Mordrate ist dort allein 2008 um 25% gestiegen.
Guatemala und El Salvador haben die höchsten Kriminalitätsraten
El Salvador und Guatemala haben mit noch höheren Kriminalitätsraten zu kämpfen, die ebenfalls als stetig ansteigend eingeschätzt werden. In Guatemala ist die jährliche Mordrate inzwischen ähnlich hoch wie während des Bürgerkrieges, der 1997 endete. Durchschnittlich 4.500 Menschen kommen dort pro Jahr gewaltsam ums Leben, inzwischen über 85% davon durch Schusswaffen. Überfälle und Diebstähle sind an der Tagesordnung. Auch Busse und Taxis werden immer wieder ausgeraubt. Vor allem die Vielzahl an kursierenden Waffen erhöhen die Kriminalitätsrate in Guatemala immer weiter.
El Salvador hat die höchste Kriminalitäts- und Mordrate von ganz Mittelamerika mit mehr 10 Tötungsdelikten pro Tag. Die Gefahr bewaffneter Überfälle auch und gerade in touristisch interessanten Regionen ist hier besonders hoch. Selbst Entführungen kommen vor.
Sicherheit in Costa Rica & Co. - Was Reisende in Mittelamerika beachten sollten
Was heißt das nun für Touristen? Gar nicht hinreisen? In den meisten Fällen, vor allem bezüglich Mord und Raubmord, sind Einheimische die Opfer, oft sind Mitglieder von Drogenbanden und Jugendgruppen verwickelt. Über extrem gefährliche Stadtteile oder Gegenden informiert das Auswärtige Amt genau. Wer eine Reise plant, sollte darauf achten und die Hinweise ernst nehmen.
Wer von vornherein ein verhältnismäßiges sicheres Reiseziel sucht, wählt Panama, Costa Rica, Nicaragua oder Belize.
Einige Verhaltensregeln sollte man bei Mittelamerikareisen grundsätzlich verinnerlichen, egal in welches Land die Reise geht.
Reisen bei Nacht sind absolut zu vermeiden. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es nicht mehr ratsam noch draußen herumzulaufen, auch einsame Strände sollte man dann aller Romantik zum Trotz nicht mehr aufsuchen.
In Guatemala sind die sehr günstigen „Chicken-Buses“ häufig das Ziel bewaffneter Überfälle. Moderne Überlandbusse gelten als sicherer. Bei einer Fahrt mit dem Taxi sollten nur offizielle Fahrzeuge verwendet werden, über die man sich je nach Land informieren sollte. Auf Trampen sollten vor allem Frauen völlig verzichten.
Kommt es doch zu einem Überfall, sollte man an Widerstand nicht einmal denken. Die Neigung zum Gebrauch der Waffen ist alles andere niedrig.
Generell sollte man sich verinnerlichen sehr gut auf sein Hab und Gut zu achten. Unnötige Wertsachen lässt man am besten gleich zu Hause. Von wichtigen Unterlagen, die ganz nah am Körper am besten verstaut sind, besitzt man am besten auch noch Kopien. Wer einen Mietwagen hat, sollte nie irgend etwas darin zurücklassen (schon ein Regenschirm kann ein Grund sein das Auto aufzubrechen). In Menschenmengen trägt man seinen Rucksack am besten am Bauch und in liebevoller Umklammerung. Diebe arbeiten oft in Gruppen und mit Ablenkungsmanövern, auch darauf sollte man eingestellt sein. Wer meint wertvolle (oder auch nur scheinbar wertvolle) Klunker am Körper präsentieren zu müssen, macht sich zum begehrten Ziel für Diebstahl und Raub.
Obwohl die Gefahr in Mittelamerika Opfer eines Verbrechens zu werden, nie ganz ausgeschlossen werden kann, kann man sie doch minimieren, wenn man sein Verhalten der Region anpasst. Die große Mehrheit der Touristen bekommt von der herrschenden Kriminalität kaum etwas mit.
