
- Kameramann - Stihl024
Wer Geisteswissenschaften studiert, der studiert oft ein Fach, das nicht speziell auf ein festgelegtes Arbeitsumfeld ausgerichtet ist. Die Abbrecherquote ist dementsprechend hoch. Wie kann man dem entgegenwirken, insbesondere wenn das Studium eigentlich kein Wunschstudium ist, sondern wegen eines zu hohen NC im Traumstudienfach gewählt wurde?
Geisteswissenschaften sind vielseitig
Anders als in den Ingenieurwissenschaften oder den Naturwissenschaften oder gar in der Medizin oder den Rechtswissenschaften bilden geisteswissenschaftliche Fächer nicht unbedingt für ein festgelegtes Berufsfeld aus. Wer Geschichte studiert, der wird zwar dem Berufsfeld nach Historiker, wer Archäologie studiert, Archäologe und wer Ethnologie studiert, Ethnologe, aber die Berufe, die sich damit anstreben lassen, können von einer Funktion in der Forschung über eine Tätigkeit in den Medien, als Freiberufler oder als Dozent in der Erwachsenenbildung, aber auch in einer Bank oder im Bereich einer PR-Beratung alles umfassen.
Was nach vielen Möglichkeiten klingt, hat jedoch den Nachteil, dass ein festes Berufsfeld fehlt und daher auch die Frage, was man nach dem Studium macht, an Bedeutung gewinnt. Wichtig ist in erster Linie zu überlegen, was einem besonders liegt. Wenn man während des Archäologie-Studiums merkt, dass einem Grabungen so gar nicht liegen, kann man sich auf die Medien oder Museen konzentrieren. Wer Ethnologie studiert und merkt, dass ihm Feldforschung nicht liegt, kann in der Erwachsenenbildung arbeiten. Voraussetzung ist natürlich, dass das Studienfach trotz des Desinteresses für Teilbereiche des Fachs insgesamt dem entspricht, was gewollt ist. Wer nur ein Fach studiert, weil er keinen anderen Studienplatz erhalten hat, wird sein Studium vielleicht nicht zu Ende bringen.
Traumberuf – etwas mit Medien
Gerade weil die Geisteswissenschaften nicht fest für ein Berufsfeld ausbilden, kann trotz Desinteresse an dem Studienfach hier eine Chance liegen. Ein Beispiel mag das verdeutlichen. Wer gerne etwas mit Medien machen möchte, aber keinen Studienplatz in Film/Fernsehwissenschaften erhalten hat, kann auch mit einem Archäologiestudium oder mit einem Geschichtsstudium das Ziel erreichen. Hierfür gibt es viele Beispiele. Das Bekannteste ist „Tom Buhrow“, der Moderator der Tagesthemen. Er hat Geschichte und Politik studiert und ist damit beim Fernsehen untergekommen.
Ein weiteres Beispiel ist Arne Birkenstock. Er hat Politik, Geschichte und Romanistik studiert. Wichtig ist also das eigentliche Berufsziel vor Augen zu haben. Das Studium der Geisteswissenschaften dient in diesem Fall somit nur als Mittel zum Zweck, nämlich einen Beruf ergreifen zu können, den man normalerweise nach Absolvierung eines anderen Studiums ausübt. Wichtig ist den Traumberuf vor Augen zu haben. Ein anderes Beispiel mag das verdeutlichen. Wer sein Berufsziel in der Raumfahrt erblickt, aber nicht ganz so gut in Mathematik ist, kann auch nach einem Studium der Geografie in der Luft- und Raumfahrt arbeiten.
Der Artikel kann den Rat eines Fachmanns (Psychologen) selbstverständlich nicht ersetzen.
