Wie kann man unruhige Kinder im Grundschulalter beruhigen?

Unruhige Kinder sind belastete Kinder. - Kathrin Kiss-Elder
Unruhige Kinder sind belastete Kinder. - Kathrin Kiss-Elder
Strategien, unruhige Kinder im Grundschulalter zu beruhigen: durch respektvolle Ansprache, Körperkontakt, Bewegung und Zuckerregulation.

Unruhige Kinder sind für Eltern, Erzieher, Lehrer eine große Schwierigkeit. Aber die Unruhe ist auch für die Kinder schlimm. Reaktion der Erwachsenen ist oft: Strafe. Wie kann man Kinder im Grundschulalter beruhigen?

Grundsatz bei der Beruhigung unruhiger Kinder

Strafen sind bei der Beruhigung unruhiger Kinder im Grundschulalter zu vermeiden. Wichtig ist, die Kinder für etwas, was sie meist selbst nicht in der Hand haben, nicht zu strafen, nicht zu schimpfen. Es muss einem als Eltern oder Erzieher wirklich klar sein: Die Unruhe von Kindern ist keine Botschaft an die Erwachsenen. Kinder sind nicht unruhig, um Erwachsene zu nerven, zu irritieren, an ihre Grenzen zu bringen. Auch wenn unruhige Kinder diese Reaktionen hervorrufen. Denkt man als Erwachsener daran, kann es einem helfen, ruhig zu bleiben.

Respektvolle Ansprache

Unruhige Kinder können einen wütend, aggressiv machen. Dennoch ist es wichtig zu beachten, egal wie wütend oder genervt man als Erwachsener ist, das Kind auch dann respektvoll zu behandeln. Respektvoll, das bedeutet: Mit ruhiger Stimme, warmherzig, und nie verachtend. Wenn man ein unruhiges Kind geringschätzig behandelt, ist man selbst das Problem, nicht das Kind. Wenn man als Erwachsener seinen Ärger oder seine Frustration nicht mehr kontrollieren kann, muss man sich nach Möglichkeit sofort vom Kind weg bewegen und sich je nach Stellung zum Kind und der eigenen Rolle in (kollegiale) Supervision begeben und sich beraten lassen. Sich, nicht das Kind.

Körperkontakt

Unruhe wird grundsätzlich gut durch Körperkontakt besänftigt. Bei Kindern ist es auch so. Ruhiger, warmherziger Körperkontakt kann hier sehr helfen. Oft reicht es schon aus, einem Kind die Hand auf die Schulter zu legen. Grundsätzlich hilft Zärtlichkeit, Unruhe zu besänftigen. Als Familienmitglied können Sie versuchen, dem Kind mehr Gelegenheit für Zärtlichkeit zu geben, etwa in regelmäßigen Kuschelstunden auf dem Sofa. Achten Sie bei allem Körperkontakt darauf, dass Sie die Grenzen des Kindes wahren. Oft reicht es schon, die Hand des Kindes zu nehmen.

Bewegung

Kinder wissen es oft nicht besser. Wie sollte es auch anders sein? Aber wenn man unruhig ist, hilft Bewegung. Das gilt auch für Kinder. Kinder brauchen Gelegenheit dazu, sich stürmisch, sanft, schnell und langsam zu bewegen, ohne dass Erwachsene alle drei Minuten intervenieren oder etwas kaputt gehen kann – in Kursen und spontan. Diese Bewegungsmöglichkeiten braucht es täglich. In der Schule könnte es ein Trampolin sein – dazu müssen die Kinder eingewiesen werden, aber es ist insofern günstig, weil es auch schnelle und chaotische Bewegungen erlaubt. Bewegung kann ein guter Ersatz für Strafen sein. Statt in die Ecke wird ein Kind auf ein Trampolin gestellt, statt eine Strafarbeit zu schreiben, muss ein Kind ein paar Runden um den Schulhof oder den Garten rennen. Das Vorbild der Erwachsenen hilft dabei sehr. Hier bräuchte es grundsätzlich mehr rennende, springende, hopsende Erwachsene.

Zuckerregulation

Strafen sind bei unruhigen wie bei anderen Kindern zu vermeiden. Aber Kontrollen und Wahrnehmung der Kinder durch die Erwachsenen sind wichtig, Teil des Respekts, der Aufmerksamkeit, den man den Kindern erweist. Bewusstes Wahrnehmung und bewusstes Handeln zählen. Das gilt auch für den Umgang mit Süßem und Zucker. Denn Zucker gilt als einer der Verursacher für Unruhe. Es ist hilfreich, wenn stark zuckerhaltige Getränke grundsätzlich nur an Feiertagen erlaubt sind – für die ganze Familie und Schule. Ansonsten hilft oft, neben Süßem immer auch Obst daneben zu stellen – attraktives, wohlschmeckendes, leicht zu essendes Obst. So haben Sie vielfältige Ansätze, unruhigen Kindern zu helfen.

Dr. Kathrin Kiss-Elder 2012, Kathrin Kiss-Elder

Kathrin Kiss-Elder - Jg. 1967, Dr. phill Dipl.-Psych, Dialog-Prozessbegleiterin Arbeitschwerpunkte: kreative Lösungen für Menschen und ...

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