Wie lange dauert die Wirtschaftskrise?

Finanziers diskutieren weltweit mögliche Szenarien.

Juan M. Fernandez beim Referat - Reinhard Hefele
Juan M. Fernandez beim Referat - Reinhard Hefele
"V, U oder L": Zwischen zwei und 10 Jahren langer Rezession schwanken die Voraussagen.

Über die Ursachen der nun doch überall in den Industriestaaten eingetretenen Rezession und Wirtschaftskrise wurde schon genug mehr oder weniger gefachsimpelt: Viele sehen alle Schuld bei den USA und ihrer geplatzten Immobilienblase, andere machen die aggressive OPEC, die Ölförderstaaten, dafür verantwortlich, wieder andere sehen den „Feind“ in China, der die Rohstoffpreise herauftreibt und die Löhne herunter – oder alles zusammen.

Was erschreckte Normalbürger aber heute viel mehr interessiert ist nicht die Schuldfrage, sondern wie es in Zukunft weiter geht ! Drei weltweit von den wichtigsten Finanziers diskutierten Szenarien werden zur Zeit in der Öffentlichkeit dargelegt:

1. Das Modell „V“, nachdem die Krise sich rasant schnell auf den Tiefpunkt zu bewegt, es genauso schnell wieder aufwärts gehen kann und das Ganze nur zwei Jahre umfasst. Dieses Modell, so viel kann man schon jetzt sagen, wäre das positivste und Wünschenswerteste.

2. Modell „I_I“, bei dem sich die Wirtschaft in den Industrieländern nach jetziger Sicht bei ebenfalls starker Fallgeschwindigkeit in der zweiten Hälfte des Abschwungs dieses U befänden. Leider bedeutet dieses Modell, dass man auf einer längeren Talsohle auszuharren habe, bevor es wieder aufwärts gehen kann. Das würde bedeuten, sich darauf einzustellen, dass erst ca. 2011 der Tiefpunkt erreicht wäre, und es danach erst wieder einen langsamen Aufschwung gäbe.

3. Das japanische „Vorbild“, gekennzeichnet durch ein "L": 1990 platzte in Japan die Immobilienblase nach ähnlich schwindelerregendem Höhenflug wie jetzt in USA, aber nicht weniger auch in England und Spanien, als die Banken Immobilien mit bis zu 120-Prozent-Hypotheken finanzierten und kaum Sicherheiten verlangten, weil mit einem ständigen Wertzuwachs gerechnet wurde. Dieses Tief dauerte in Japan fünfzehn Jahre bis 2006 an.

Diesen schlimmsten aller Fälle fürchten die Wirtschaftler wie der Teufel das Weihwasser, denn es würde auch eine Verbindung von Stagnation und Inflation bedeuten, das heißt, der Wert von Gütern, Immobilien, verfällt zusehends und frisst dadurch alles Geld auf. "Stagflation" nennen die Fachleute diese Art von Wirtschaftskrise.

Politiker ziehen aus verständlichen Gründen die Theorie des „V „ vor. Pessimisten wie der Wirtschaftsprofessor Roberto Centeno, Lehrstuhlinhaber an der Schule der Ökonomie in Navarra, sehen noch kein Licht am Ende des Krisen-Tunnels und meinen, man sollte sich auf zehn harte Jahre einstellen. Und dazwischen befinden sich "Propheten" wie der Anwalt und Arbeitsrechtler Juan Miguel Fernández , die der Auffassung sind, dass wir es mit dem Modell des „U“ zu tun haben. Danach könnte man erst wieder im Jahr 2013 aufatmen.

Dr. Gabriele Hefele, Reinhard Hefele

Dr. Gabriele Hefele - Dr. phil. Gabriele Hefele gewann bereits mit 13 Jahren einen Preis für eine lustige Olympiareportage. Sie schrieb mit 17 ein ...

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