
- Aufgewacht! - M. Luckhardt
Viele Menschen halten das Anlegen einen Lebensmittelvorrats für völligen Blödsinn. Schließlich sind die Regale im Discounter doch voll! Das ist aber kein Naturgesetz und kann sich schnell ändern. Innerhalb von drei Tagen kann die Lebensmittelversorgung einer Großstadt wie Berlin komplett zusammenbrechen.
Wer erst mal einen Vorrat hat, wird feststellen, dass dies alles andere als verrückt ist: Trotz Zeitmangel hat man immer etwas zu Essen im Haus und man entdeckt, dass der Blick für Angebote wieder geschärft wird. Vielleicht merkt man auch irgendwann, dass Hamstern sogar Spaß macht!
Ist ein Lebensmittelvorrat nötig?
Über 60 Jahre nach dem letzten großen Hunger und über zwanzig Jahre nach der großen Katastrophe von Tschernobyl glaubt man ja, dass nichts das Wasser trüben kann. Aber dass eine Lebensmittelknappheit durchaus im Bereich des Möglichen liegt, zeigen die Aktivitäten der Bundesregierung der letzten Jahre:
- Die Bundesregierung riet am 21.02.2009 wieder einmal zum Anlegen eines Lebensmittelvorrats, der mindestens zwei Wochen überbrückt (Artikel in der taz).
- Am 12. August 2004 hat die Bundesregierung die neuen Notstandsgesetze in Kraft gesetzt. Diese sehen staatliche Maßnahmen für den Ernstfall vor, wenn im Rahmen der Marktmechanismen die Güterversorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist.
- Die Bund-Länder-Agrarministerkonferenz hat am 22. März 2002 beschlossen, ein bundesweit einheitliches, von Bund und Ländern gemeinsam finanziertes, computergestütztes Informationssystem zur Ernährungsnotfallvorsorge (IS ENV) aufzubauen.
Die Bundesregierung hat also organisatorisch vorgesorgt. Wie lange reichen denn in einem Notfall die eigenen Lebensmittel? Die meisten Wohnungen haben heute keine Vorratskammer mehr, die Küchen sind mäßig gefüllt. Die wenigsten Menschen kennen sich heute mit dem Thema überhaupt aus. Wie geht man also vor, wenn man einen Vorrat anlegen will?
Grundlegende Fragen beantworten
- Für wie viele Personen soll ein Vorrat angelegt werden?
- Für welchen Zeitraum wird der Vorrat geplant?
- Wie viel Geld kann und will ich investieren?
- Wie opulent will ich im Notfall speisen?
Eine Lagermöglichkeit schaffen
Wer lagern will, braucht Stauraum, der auch einen Überblick bietet. Einfache Holz- oder Stahlregale kann man zum Beispiel auch im Internet bestellen. Aber bitte auf die Belastbarkeit achten! Man glaubt gar nicht, wie schwer Dosen, Reistüten und Zucker sein können.
Am besten sollte man sich auch ein System überlegen, denn irgendwann laufen auch relativ haltbare Lebensmittel ab. Und die will man ja nicht wegwerfen, sondern vorher wegessen.
Eine Lebensmittel-Liste erstellen
Legen Sie sich eine Liste an, was sie für den kalkulierten Zeitraum alles benötigen. Hilfreich ist ein Blick in den Rückspiegel: Einfach mal alles aufschreiben, was man in zwei Wochen verbraucht hat. Die schnelle Variante: Eine Internetseite mit einem Vorratskalkulator besuchen, die Seite einfach ausdrucken und nach den Einkäufen abhaken.
Und dann: Einkaufen!
Beim tatsächlichen Anlegen des Vorrats gibt es natürlich diverse Strategien. Nicht vergessen: Immer einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum werfen!
- Der Großeinkäufer: Man schnappt sich einen Van, die Kreditkarte und arbeitet einfach seine Liste im Supermarkt ab. Bitte die Träger nicht vergessen!
- Die Kauf-das-Doppelte-Strategie: Bei jedem Einkauf einfach dasselbe noch mal in den Einkaufswagen legen. Es dauert zwar, führt aber doch zum Ziel.
- Der Bequeme: Da gibt es ja noch das Internet. Lieferung inclusive. Besonders bei Getränken ist das sehr angenehm.
- Der Fuchs: Die Füchse unter den Eichhörnchen wissen, dass Großpackungen meistens viel günstiger sind. In Großstädten kann man Linsen und Reis zum Beispiel in türkischen oder asiatischen Supermärkten in 5-KiloPaketen kaufen. Und wenn man schon mal dabei ist: Wieso nicht gleich den Zwischenhandel umgehen und richtig Geld sparen? Essen muss man schließlich auch ohne Krise. Wem große Großpackungen für sich selbst zuviel sind, der kann sich auch mit anderen zusammenschließen, und richtig Geld sparen. Warum nicht ein Paket Olivenöl direkt vom Hersteller aus Italien beziehen und selbst an Freunde verkaufen? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt - und Spaß macht es auch.
